Ein alter, verwitterter Baldachin in der Werkstatt der Kölner Dombauhütte
Ein alter, verwitterter Baldachin in der Werkstatt der Kölner Dombauhütte
Steinmetze der Dombauhütte Köln setzen einen erneuerten Stein in die Fassade des Michaelsportals ein
Steinmetze der Dombauhütte Köln setzen einen erneuerten Stein in die Fassade des Michaelsportals ein
Ein Steinmetz arbeitet in der Dombauhütte in Köln
Ein Steinmetz arbeitet in der Dombauhütte in Köln

23.07.2018

Bauhüttenwesen will immaterielles Weltkulturerbe werden An Kathedralen trifft mittelalterliche Tradition auf Hightech

Die nationale Hürde ist bereits genommen - spätestens 2020 soll die Unesco nun den gemeinsamen Antrag von Münster- und Dombauhütten aus Frankreich, Deutschland, Österreich, der Schweiz und Norwegen beraten.

Sie sind Kulturdenkmäler von Weltrang, Touristenmagnete und städtische Wahrzeichen: die Kathedralen, Münster und Dome in Straßburg, Ulm, Köln oder Wien. Die weltberühmten Zeugnisse des Glaubens und der Baukunst für kommende Generationen zu erhalten, dieser Aufgabe haben sich die Dom- und Münsterbauhütten verschrieben.

Hier werden die dafür nötigen, oft Jahrhunderte alte Techniken von Steinmetzen und Baumeistern bewahrt und gepflegt. Hier ist das Expertenwissen versammelt, wie traditionelle Handwerkskunst mit modernsten Verfahren in Einklang zu bringen sind.

Nationale Anerkennung erreicht

Eine europäische Initiative will nun das Bauhüttenwesen zum immaterielles Weltkulturerbe adeln. "Wir wollen damit zeigen, dass die Bauhütten seit dem Mittelalter Großes geleistet haben. Und wir gleichzeitig die aktuellen konservatorisch anspruchsvollen Aufgaben nur lösen können, wenn wir die nötige Anerkennung und finanzielle Unterstützung bekommen", so die Freiburger Münsterbaumeisterin Yvonne Faller.

Auf nationaler Ebene ist die Anerkennung in Frankreich und Deutschland bereits erreicht. Österreich ist kurz vor dem Ziel. Und der entscheidende Schritt zur internationalen Anerkennung rückt näher: Bis Ende des Jahres wollen Bauhütten aus Frankreich, Deutschland, Österreich, der Schweiz und Norwegen die aufwendige gemeinsame Bewerbung abschließen.

"Bis März 2019 werden wir die Papiere inklusive Bewerbungsvideo bei der Unesco in Paris einreichen, damit das verantwortliche Gremium nach einer detaillierten Prüfung bei seiner Sitzung Ende 2020 entscheiden kann", so der Vorsitzende der Europäischen Vereinigung und Wiener Dombaumeister Wolfgang Zehetner.

Hoffen auf rasche Entscheidung

Alle Beteiligten hoffen auf eine rasche Entscheidung. Zuletzt gab es indes bei einzelnen Sitzungen so viele Anträge, dass der verantwortliche "Zwischenstaatliche Unesco-Ausschuss" unter Überlastung stöhnte. Die Liste drohe Opfer des eigenen Erfolgs zu werden, hieß es. Eine Sprecherin der Deutschen Sektion der Weltkulturorganisation gibt für das laufende Verfahren aber Entwarnung und zeigt sich zuversichtlich.

Dabei ist die Liste des immateriellen Weltkulturerbes im Vergleich zum bekannteren, materiellen Welterbe verhältnismäßig jung. Die Unesco fördert seit 2003 auch den Erhalt von Alltagskulturen und Traditionen, Wissen und Fertigkeiten. Inzwischen sind der entsprechenden UN-Konvention mehr als 170 Staaten beigetreten.

Deutschland ist seit 2013 dabei. Und so sind Stand heute weltweit 399 Kulturformen auf der renommierten Liste eingetragen: von der Basler Fasnacht bis zum vietnamesischen Xoan-Gesang.

Wachsender wirtschaftlicher Druck

Auf deutscher Ebene sind aktuell 72 Kulturformen und 7 sogenannter Gute Praxisbeispiele (darunter auch das Bauhüttenwesen) als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Auf dieser Liste stehen beispielsweise die deutsche Brotkultur, die schwäbisch-alemannische Fasnet oder die Falknerei. Der Unesco geht es um eine "Bestandsaufnahme der kulturellen Schätze eines Landes".

Auch wenn mit der Auszeichnung keine direkten Preis- oder Fördergelder verbunden sind, erhofft sich Zehetner als Vorsitzender der Europäischen Vereinigung und Chef der Wiener Dombauhütte viel vom Unesco-Prädikat. Beispielsweise dokumentiere es gegenüber staatlichen Stellen und Geldgebern den kulturellen Wert von Handwerkskunst und Expertise rund um die Kathedralen. "Das Flair der großen Kirchen lebt von der Summe der Details. Es macht einen Unterschied, ob Steine und Figuren von Hand aus Stein gehauen sind - oder in Beton gegossen oder sogar per 3-D-Drucker ausgedruckt würden."

Wie Zehetner berichtet auch die Freiburger Münsterbaumeisterin von wachsendem wirtschaftlichem Druck: "Aber Billiganbieter werden Kulturdenkmäler niemals dauerhaft und bestmöglich erhalten können", so Faller.

Wie stark sich Bürger mit "ihren" Kathedralen identifizieren können, zeigt das Beispiel der gerade abgeschlossenen Münsterturmsanierung in Freiburg: Der Löwenanteil des Millionenetats stammte aus Spenden und Stiftungen. Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt ist das 116 Meter hohe Wahrzeichen wieder ohne Baugerüst. Mehr als 80 Prozent der Sandsteine sind die Originale der Baumeister aus dem 13. Jahrhundert.

Volker Hasenauer
(KNA)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Mit Schwester Katharina durch die Osterzeit

Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen durch die Fasten- und Osterzeit.

Das neue Bischofsquartett

Endlich: Die aktualisierte neue Auflage des Bestsellers ist da! Ab sofort ist das neue Bischofsquartett bestellbar.

Glockenkarte Kölner Dom

Verschicken Sie pünktlich zum Pfingsfest eine ganz besondere Grußkarte mit dem Geläut des Kölner Doms!

Team der Woche

Sie sind ein tolles Team? Sie tun etwas für andere Menschen? Dann werden Sie unser Team der Woche!

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 19.05.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • „Herzensbildung“ – Die Renovabis Pfingstnovene 2019
  • „Frieden ist mehr wert“ – Die BDKJ zur '72-Stunden-Aktion'
  • Köln feiert das Offenbachfest
07:20 - 07:20 Uhr

WunderBar

07:50 - 07:55 Uhr

Wort des Bischofs

09:40 - 09:45 Uhr

Kirche2Go

11:00 - 18:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • 70 Jahre Grundgesetz – Festakt in Wuppertal
  • Neue Mönche – Kloster Neuzell in Brandenburg wiederbesetzt
  • Zwischenbilanz der Filmfestspiele in Can
11:00 - 18:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • 70 Jahre Grundgesetz – Festakt in Wuppertal
  • Neue Mönche – Kloster Neuzell in Brandenburg wiederbesetzt
  • Zwischenbilanz der Filmfestspiele in Can
12:40 - 12:45 Uhr

WunderBar

16:00 - 17:00 Uhr

DOMRADIO Kopfhörer

17:50 - 17:55 Uhr

Wort des Bischofs

11:00 - 18:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • 70 Jahre Grundgesetz – Festakt in Wuppertal
  • Neue Mönche – Kloster Neuzell in Brandenburg wiederbesetzt
  • Zwischenbilanz der Filmfestspiele in Can
18:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Menschen

19:00 - 20:00 Uhr

DOMRADIO Kopfhörer

20:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Musica

  • Köln feiert Jacques Offenbach: Pariser Weltbürger mit kölschen Wurzeln
Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff