Für den Auftritt in der ersten Reihe braucht es Mut
Für den Auftritt in der ersten Reihe braucht es Mut
Domkapellmeister Eberhard Metternich baut auf den Nachwuchs seines Chores
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Domchor-Assistent Patrick Cellnik dirigiert ein letztes Mal den Kölner Domchor.
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Domkapitular Dr. Thomas Weitz zelebriert das Kapitelsamt
Domkapitular Dr. Thomas Weitz zelebriert das Kapitelsamt

08.07.2018

"Dom-Premiere" für die Nachwuchssänger Kölner Domchor testet die Jüngsten

Aufregung gehört dazu. Und eine große Portion Disziplin. Zum ersten Mal waren die Knaben des B-Chores an der musikalischen Gestaltung des Kapitelsamtes beteiligt. In der ersten Reihe zu stehen, dazu in einer lateinischen Messe – das braucht Mut.

Mühelos und sicher treffen die Sopranstimmen das hohe B. Doch hinter dem sensationell strahlenden Schlusston von Henri Carols "Laudate Dominum“, einem der Lieblingsstücke des Kölner Domchores, für das die jungen Sänger auch prompt am Ende des Gottesdienstes spontanen Applaus ernten, steckt monatelange Probenarbeit. Wieder und wieder haben die 19 Schüler aus den dritten Klassen der Kölner Domsingschule mit Chorleiter Eberhard Metternich diese Motette, die ihren festen Platz im Repertoire des Ensembles hat, geübt, um nun diese Höchstleistung mit scheinbarer Leichtigkeit zu erreichen.

Besondere Ehre im Kölner Dom

Denn natürlich legt der Domkapellmeister die Messlatte für den Nachwuchs des Domchores hoch. Wer im Kölner Dom auf dem Chorpodest stehen will, der muss sich schon etwas trauen, fleißig sein, aber vor allem auch viel Freude daran haben, sonntags und feiertags Teil der liturgischen Gestaltung in den festlichen Dommessen zu sein. Diese Voraussetzungen jedenfalls sollte ein Domchorsänger mitbringen, um dauerhaft den Herausforderungen dieses ganz besonderen Dienstes gewachsen zu sein.

Für 19 Knaben des sogenannten B-Chores, dessen Mitglieder noch nicht offiziell zum Kölner Domchor gehören, sondern sich im Lindenthaler Chorzentrum auf die Aufnahme erst noch vorbereiten, war die Teilnahme am Sonntagsgottesdienst heute so etwas wie ein Testdurchlauf. Denn zum ersten Mal standen sie während des Kapitelsamtes im südlichen Seitenschiff des Kölner Domes und probten schon einmal für den "Ernstfall“. Wenn der auch erst zu Beginn des kommenden Jahres eintritt – dann nämlich werden sie gemeinsam mit den Nachwuchssängerinnen des Mädchenchores am Kölner Dom offiziell durch Dompropst Gerd Bachner im Rahmen eines feierlichen Zeremoniells in die A-Chöre der Kölner Dommusik aufgenommen – konnten sie nun schon einmal probeweise erleben, wie es sich anfühlt, die Älteren im Chor beim sonntäglichen Hochamt gesanglich zu unterstützen und sich mit der eigenen Stimme selbstverantwortlich zu behaupten. 

Anforderungen einer lateinischen Messe

Und natürlich war den kleinen "Hoffnungsträgern“, wie Domkapellmeister Eberhard Metternich seine jüngsten Chormitglieder gerne nennt, bei der "Dom-Premiere“ auch anzumerken, dass es schon eine gehörige Portion Mut braucht, in der ersten Reihe für alle sichtbar zu stehen und den musikalischen Anforderungen einer lateinischen Messe gewachsen zu sein. Denn immerhin mussten die Knaben mit der "Missa Octavi Toni“ von Orlando di Lasso sowie den Motetten "Singen von Gottes Wegen“ und "Cantate Domino“ von Christian Matthias Heiß überzeugen; in der Summe nicht gerade anspruchslose Liedsätze, die Metternich bewusst wählt, um die Neunjährigen in Kontakt mit Musik der Renaissance zu bringen, aber gezielt eben auch mit vierstimmigen Sätzen, die als eingängige Melodien das selbständige Singen in der eigenen Stimmlage fördern.

"Das haben die Neuen heute richtig toll gemacht“, lobte der Musikpädagoge nach der Messe dann auch die Nachwuchsriege. "Es ist immer eine harte Zeit der Vorbereitung. Aber wenn sie dann alle in der ersten Reihe stehen, sind sie mit großer Ernsthaftigkeit und Konzentration bei der Sache.“ Beim gemeinsamen Musizieren mit den älteren Kollegen zeige sich dann der Respekt vor dieser großen Chorgemeinschaft und ganz automatisch auch die notwendige Disziplin, die es brauche, um sich in ein solches Gefüge einzuordnen.

Gemeinschaft und Freude in der Eucharistiefeier

Ermutigung für die neue Aufgabe gab es auch von Domkapitular Dr. Thomas Weitz. Zu Beginn der Sonntagsmesse sagte er an die Adresse der neuen Chorsänger gewandt: "Wir freuen uns, dass Ihr mit Eurem Gesang das Lob Gottes verkündet und damit die Tradition des Gotteslobes im Kölner Dom hochhaltet. Wir wünschen Euch, dass Ihr dabei Gemeinschaft und Freude erfahrt, aber auch die Dankbarkeit derer, mit denen wir hier zusammen Eucharistie feiern."

Vor drei Wochen bereits hatten auch 23 Mädchen, die zukünftig im Mädchenchor am Kölner Dom mitsingen wollen und sich ebenfalls derzeit noch im B-Chor darauf vorbereiten, ihren ersten Auftritt im Dom: mit der "Missa sine nomine" von Claudio Casciolini. Auch diese Werkwahl – ebenfalls eine Messe früher Vokalpolyphonie – erfüllt für den Leiter des Chores, Oliver Sperling, dieselben Kriterien, die auch für die Knaben gelten. "Eine solche Messe kann auch von den Jüngsten bewältigt werden. Es geht um erste Erfahrungen mit Mehrstimmigkeit und der eigenen Selbstbehauptung inmitten von Vielstimmigkeit. Aufmerksames aufeinander Hören, das A und O in der Musik, wird durch nichts besser geschult als durch solche Literatur." Gelungen war auch dieses Debüt, so am Ende das Fazit von Domkantor Sperling. "Die Mädchen haben unter Beweis gestellt, dass sie ihrer zukünftigen Aufgabe durchaus gewachsen sind und schon bald eine wichtige Stütze im Mädchenchor sein können."

Beatrice Tomasetti
(DR)

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