Dompropst Gerd Bachner sitzt im Kölner Dom.
Dompropst Gerd Bachner sitzt im Kölner Dom.
Dompropst Prälat Gerd Bachner und sein Dom
Dompropst Prälat Gerd Bachner und sein Dom

17.05.2018

Dompropst Bachner zu Eintrittsgeldern für Kathedralen Freier Eintritt nur für Kölner und Katholiken?

Florenz macht es, London macht es, Paris und Wien machen es und jetzt auch Salzburg: Eintrittsgelder für den Besuch der Kathedralen. Auch für Köln eine Option? Dompropst Gerd Bachner steht Rede und Antwort.

DOMRADIO.DE: Die große Frage, die jetzt natürlich sofort im Raum steht: Kostet unser Kölner Dom bald auch Eintritt?

Bachner: Was irgendwann kommen kann, welche finanziellen Notwendigkeiten durch Personal, durch Sicherheitsmaßnahmen einmal erforderlich sein könnten – das kann keiner von uns heute verantwortlich beantworten. Aber in aktueller und näherer Zukunft schließe ich für den Kölner Dom so etwas aus.

Wir haben natürlich auch über diese Frage schon mehrfach im Domkapitel gesprochen. Wir wollen solange es nur irgendwie möglich ist, einen freien Zugang zum Kölner Dom für jeden ermöglichen. Wir wollen, dass man kein Geld dafür bezahlen muss – ob man jetzt Tourist ist, ob man Beter ist, ob man mal eben eine Kerze entzünden möchte. Jeder soll willkommen sein! Und zwar aufgrund unserer Willkommenskultur und der Tatsache, dass es ein Gotteshaus ist und nicht nur ein Weltkulturerbe. Wir laden alle Menschen ein und wollen diesen freien Zugang gewährleisten.

 

Eintritt zahlen, oder die Kirche bleibt verschlossen. Der Salzburger Dom zieht in Erwägung, während der Stoßzeiten Eintritt zu verlangen. Was haltet Ihr davon❓

Gepostet von DOMRADIO.DE am Donnerstag, 17. Mai 2018

 

DOMRADIO.DE: Im italienischen Raum ist Eintritt Standard. England macht es und auch der Stephansdom in Wien verlangt sechs Euro von jedem, der ins Gebäude kommen will und der nicht zum Gottesdienst kommt. Haben Sie denn Verständnis für den Schritt?

Bachner: Natürlich habe ich Verständnis. Die machen das ja nicht aus Leichtfertigkeit. Man muss überlegen, welche Gründe eine Rolle spielen.

Wenn man das Geld benötigt, weil man Baumaßnahmen oder andere Personalmaßnahmen durchführen möchte, dann habe ich dafür Verständnis. Da ist die Situation in Köln Gott sei Dank noch eine andere, weil hier der Kölner Dom von den Menschen eine solch hohe Wertschätzung erfährt, dass 61 Prozent der Kosten, die wir am Dom haben, durch die Bevölkerung mitgetragen werden. Das heißt, jeder, der hier in Köln und in der Umgebung lebt, stützt den Dom und die Arbeit im Dom und trägt die Kosten mit. Dadurch haben wir so manche Nöte, denen sich andere Kathedralen ausgesetzt wissen, nicht.

Das zweite ist, wie man damit umgeht, wenn man im Grunde Geld einsammeln möchte, nicht um notwendige Finanzen zu rekurrieren, sondern um damit Touristenströme niedrig zu halten. Das ist ja auch ein möglicher Gesichtspunkt. Aber aus meiner Sicht ein falscher Gesichtspunkt. Wir haben das gleiche Thema hier auch mit den Flusskreuzfahrten. Das nimmt enorm zu. Da strömen immer mehr Menschen auf uns ein und wir fragen uns permanent, wie wir mit diesen Touristenströmen zurechtkommen können.

Aber das muss man dann auf andere Weise regeln. Etwa durch einen geregelten Verkehrsfluss. Man kann entscheiden, wann und zu welchen Zeiten Führungen Zutritt erhalten. Man kann darauf achten, wie sich solche Gruppen zu verhalten haben. Aber über die Finanzen das Verhalten und die Zahl der Touristen zu regeln, den Weg halte ich nicht für gut und richtig. Und da gehen wir in Köln andere Wege.

DOMRADIO.DE: Weil man Pilger und Touristen wahrscheinlich nicht immer voneinander unterscheiden kann.

Bachner: Ja. Da kommt einer und geht nur mal in den Dom hinein um eine Kerze anzuzünden. Und nimmt er ein Wort mit, er nimmt eine Situation mit, er sieht und erfährt etwas. Und auf einmal bleibt er da, und schon wird er zu demjenigen, der meditiert, der nachdenkt, der betet, der Ruhe findet. Das sind fließende Übergänge zwischen Touristen, Betern und Pilgern.

DOMRADIO.DE: Es gibt auch Überlegungen z.B. nur Katholiken und Kölner kostenfrei hereinzulassen. Auswärtige, Andersgläubige und Nichtgläubige müssten bezahlen. Was halten Sie davon?

Bachner: Nichts. So etwas in der Art gibt es zum Beispiel in Florenz: Wenn Gottesdienste gefeiert werden, können die Gläubigen selbstverständlich ohne Eintritt in die Kirche. Deswegen gehen manchmal Leute zu einem Gottesdienst, obwohl sie in erster Linie sicherlich nur die Kathedrale kennenlernen möchten und sonst keine Möglichkeit haben eingelassen zu werden.

Aber auch solche Überlegungen sind für mich nicht der gute und richtige Weg. Man sollte doch dem lieben Gott überlassen, was aus einer Begegnung in einem Dom wird. Jeder Dom ist wie bei uns ein Weltkulturerbe und ein Gotteshaus. Und er bietet die Chance mit Gott in Berührung zu kommen. Und er zeigt sich auf vielen Wegen und vor allem auf Wegen, die wir manchmal nicht erahnen.

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch.

(DR)

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