18.04.2018

Was den Kölner Dom als Denkmal auszeichnet Mehr als nur eine Kirche

"Wenn der Dom fertig wird, geht die Welt unter", scherzen die Kölner selbst. Ständig wird die Kathedrale renoviert und restauriert. Ein Blick am internationalen Tag des Denkmals auf der Kölner liebstes Bauwerk und ein "Stück Heimat".

DOMRADIO.DE: Welche Bedeutung hat der Kölner Dom, wenn man auf die Denkmäler dieser Welt blickt?

Dr. Ursula Schirmer (Deutsche Stiftung Denkmalschutz): Der Kölner Dom ist sicherlich eines der weltweit bekanntesten Denkmäler. Jeder, der sich der Stadt nähert, sieht ihn schon von weitem. Für die Kölner ist er natürlich auch ein Stück Heimat und Identität. Das lässt sich gar nicht genug betonen. Er ist auch für internationale Besucher das Highlight von Köln.

DOMRADIO.DE: Wie wird ein Gebäude denn eigentlich zum Denkmal? In dem Wort steckt ja schon Gedächtnis, Erinnerung drin.

Schirmer: Genau. Es sind die Objekte, die Geschichte ganz anschaulich, zum Anfassen und Berühren vermitteln können und den Respekt vor dem, was frühere Generationen geschaffen haben, ausdrücken. Das liegt im Denkmal selber.

Offiziell gibt es natürlich die Denkmalschutzgesetze, in denen festgelegt ist, welche Kriterien ein Gebäude erfüllen muss, damit es als historisches Zeugnis, als Denkmal auch auf die Denkmalschutzliste eingetragen wird. Aber der eigentliche Wert eines Denkmals liegt in ihm selber, in dem es einen Zugang zur Geschichte, zur Vergangenheit vermitteln kann und eine Brücke schlägt zu den früheren Generationen und jedem deutlich machen kann, dass auch Architektur, Kultur grenzüberschreitend immer vermittelt worden ist.

Der Kölner Dom ist nun mal ein gotischer Dom und diese Stilrichtung gibt es nicht nur in Köln. Das ist eine europaweite Stilrichtung gewesen, insbesondere von den Franzosen entwickelt, aber in allen Ländern und Regionen mit Spezialitäten versehen. Diese über Generationen und Epochen hinweg verbindende Möglichkeit, die Dinge zu verstehen, die Denkmale bieten, ist das, was sie ausmacht.

DOMRADIO.DE: Sie nennen den Kölner Dom einen "Idealbau" der Gotik. Seit 1996 ist er ja auch UNESCO-Weltkulturerbe. Viele Gründe, ihn bestmöglich zu erhalten. Sie haben die Restauration maßgeblich mitunterstützt. Wie aufwendig ist das?

Schirmer: Jeder, der ein Häuschen hat, weiß, dass Bauerhaltung und Baupflege sein müssen. Je größer so ein Objekt ist, desto aufwendiger ist das natürlich. Das sieht man auch beim Kölner Dom. Jeder Stein wird hier einzeln individuell bearbeitet. Das ist das, was die Gotik besonders ausmacht. Deshalb gibt es in Köln auch mit der Dombauhütte eine Institution, die sich kontinuierlich um die Pflege kümmert. Das verursacht natürlich einen gewissen Aufwand.

Deshalb sind wir als Deutsche Stiftung Denkmalschutz, als private Stiftung, sehr froh, dass es ganz viele Förderer und Unterstützer gibt, die dabei helfen. Fast jedes Denkmal, das wir fördern, hat auch einen großen Förderverein. Auch da ist Köln vorbildlich. Der Kölner Dombauverein hat ja schon eine jahrhundertelange Tradition. Das sind die Objekte, die die Identität der Bürger ausmacht und wo die Bevölkerung ganz massiv und emotional mit dabei ist, die zu erhalten und diesen Erhalt mit zu unterstützen.

Das Interview führte Verena Tröster.

(DR)

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