Stimmungsvolle Atmosphäre bei der "Nacht der Lichter"
Stimmungsvolle Atmosphäre bei der "Nacht der Lichter"
Frère Timothée (r.) im Gespräch mit domradio.de-Reporter Jann-Jakob Loos
Frère Timothée (r.) im Gespräch mit domradio.de-Reporter Jann-Jakob Loos

27.05.2017

Taizé-Brüder feiern "Nacht der Lichter" in Wittenberg Verbundenheit im Kerzenschein

Kurz vor dem großen Abschluss des Kirchentags wurde es in Wittenberg ruhig und meditativ: Dort wurde die "Nacht der Lichter" mit den Brüdern von Taizé gefeiert.

domradio.de: Sie feiern an diesem Samstagabend auf den Elbwiesen in Wittenberg die "Nacht der Lichter" gemeinsam mit den Kirchentagsbesuchern. Gesänge, Gebete und Meditionen, so wie man das aus Taizé kennt, sollen die Gäste in eine spirituelle Stimmung versetzen. Passt das Motto des diesjährigen Kirchentages auch zu Taizé?

Frère Timothée (Bruder der Gemeinschaft von Taizé): Das Motto haben wir schon früh in den Planungen mitbekommen. Unser Prior, Frère Alois, hat bereits zu den Planungen der Nacht der Lichter in Wittenberg gesagt, da gebe es eine große Wiese und das Motto "Du siehst mich", das reiche.

domradio.de: Bei der Nacht der Lichter gibt es immer einen ganz besonderen Esprit. Bei den Abendgebeten in Taizé ist es ebenso. In diesem Jahr wird an das Jubiläum der Reformation gedacht. Nun verbindet sich beides in Wittenberg. Wird das noch einmal etwas ganz Spezielles sein?

Frère Timothée: Wir haben uns sehr über die Einladung gefreut. Nun sind wir gespannt und erwartungsvoll, mit den Liedern, die viele kennen und vielen wichtig sind, gemeinsam beten zu können und auch gemeinsam mit diesem Motto unterwegs sein zu können. Wir können bei Gott zu Gast sein, der uns sieht. Das in einem gemeinsamen Gebet mit viel Gesang und Stille umzusetzen, ist wunderbar. Nach den ganzen Tagen in Berlin mit den vielen Veranstaltungen, Begegnungen und Trubel ist das vielleicht eine Möglichkeit, sich in Ruhe zu verinnerlichen, dass Gott uns sieht und dass wir angesehen und geschätzt sind. Deswegen können wir auch auf andere zugehen und andere sehen.

domradio.de: Es gibt ja auch inzwischen viele, die aus Deutschland nach Taizé kommen, um dieses Gefühl zu erleben. Spielt denn der Kirchentag auch in Taizé eine Rolle? Begleitet man den Kirchentag von dort in irgendeiner Form?

Frère Timothée: In dieser Woche ist in Taizé auch viel los. Wir hatten Christi Himmelfahrt und es sind viele Gruppen da. Wie die Jugendlichen die Gleichzeitigkeit zwischen Kirchentag und Taizé wahrnehmen, kann ich nicht beurteilen. Die Brüder sind sich dieser Duplizität durchaus bewusst. Wir sind mit mehreren Brüdern hier in Berlin und es werden noch weitere dazukommen, um am Abend in Wittenberg dabei zu sein. Doch auch diejenigen Brüder, die daheim bleiben, wissen um die Bedeutung des Kirchentags.

Wir sind sehr dankbar für die Einladung und freuen uns, bei den Kirchentagen und auch den Katholikentagen teilnehmen zu können. Das sind für uns wichtige Gelegenheiten, auch den Besuch zurückgeben zu können, also nicht nur das Jahr über in Taizé zu sitzen und zu warten, dass wir Besuch bekommen. Umgekehrt können wir so auch den Schritt gehen und uns in die Realität der Kirche vor Ort aufmachen. Das ist uns sehr wichtig. Wir wollen nicht in Taizé Jugendtreffen im luftleeren Raum machen, sondern sind sehr dankbar für die Verbundenheit und das Miteinander mit den Kirchen in Deutschland.

domradio.de: Wie sehen denn Ihre Hoffnungen für die Ökumene konkret aus?

Frère Timothée: Wir bleiben ungeduldig und hoffen, dass es weitergeht. Die Kirchenvertreter haben hier in Berlin auch schon Worte dafür gefunden. Die Suche nach Versöhnung bleibt unser Herzensanliegen. Vielleicht kann auch da das Motto "Du siehst mich" zu einem neuen Blick führen, dass wir alle tiefer die Gaben, die in anderen Kirchen auch für uns da sind, wertschätzen lernen. Also nicht nur nebeneinander hergehen, sondern man kann auch merken, dass es in anderen Kirchen etwas gibt und verwirklicht ist, das in meiner eigenen Kirche weniger verwirklicht ist. Da ist ein Reichtum vorhanden, der für alle Christen da ist.

Das Gespräch führte Jann-Jakob Loos.

(DR)

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