Maria und Elisabeth - Fest "Mariä Heimsuchung"
Maria und Elisabeth - Fest "Mariä Heimsuchung"
Jan Hendrik Stens
Jan Hendrik Stens

02.07.2017

Warum das Fest "Mariä Heimsuchung" ausfällt Sonntag sticht Heiligenfest

Wer dieses Jahr in den liturgischen Fahrplan, schaut, liest den Satz: "Das Fest Mariä Heimsuchung entfällt". Warum das so ist, erklärt Jan Hendrik Stens aus der domradio.de-Liturgie-Redaktion.

domradio.de: Warum feiern wir in diesem Jahr nicht das Fest "Mariä Heimsuchung"?

Jan Hendrik Stens (Liturgie-Redakteur): Aus dem einfachen Grund, weil der Sonntag wichtiger ist. Der Sonntag ist immer ein kleines Fest der Auferstehung. Man nennt ihn auch den Herrentag, den Christustag, den ersten Tag der Woche und der ist uns so wichtig, dass Christus im Vordergrund steht. Somit werden alle heiligen Feste und damit auch die Feste der Gottesmutter Maria verdrängt. Also der Sonntag sticht das Heiligenfest. Allerdings Kirchen, die das als Patronatsfest und damit als Hochfest feiern, bei denen fällt wiederum der Sonntag aus.

domradio.de: Das heißt, der Sonntag geht vor. Wir hatten es aber schon mal so, dass zum Beispiel Mariä Himmelfahrt auf einen Sonntag fiel und dann trotzdem gefeiert wurde. Warum ist das denn möglich?

Stens: Das liegt daran, dass Mariä Himmelfahrt nicht nur ein Fest, sondern ein Hochfest ist. Es gibt in der liturgischen Ordnung verschiedene Kategorien. Es gibt sogenannte Gedenktage, Feste und Hochfeste. Letztere sind die, die sogar einen Sonntag im Jahreskreis, einen nicht "geprägten" Sonntag verdrängen können, sodass dieser Sonntag ausfällt.

domradio.de: Sonntag sticht also Fest, aber Hochfest sticht wieder den Sonntag. Gilt das für jeden Sonntag? 

Stens: Das gilt nur für die Sonntage im Jahreskreis, also die "grünen" Sonntage. Dann gibt es noch die "geprägten" Sonntage der geschlossenen Zeiten. Wir haben die Adventszeit oder die Fastenzeit, die sind violett oder die Sonntage der Osterzeit. Diese "geprägten" Sonntage sind wiederum so bedeutend, dass sie nicht einmal von einem Hochfest verdrängt werden können. Also nehmen wir an, dass zum Beispiel der Josefstag - auch ein Hochfest am 19. März - auf einen Sonntag fällt. Im Regelfall liegt der in der Fastenzeit. Dieser Fastensonntag verdrängt dann den heiligen Josef.

domradio.de: Also entfallen dann in den geprägten Zeiten auch die Hochfeste, wenn sie auf einen Sonntag fallen?

Stens: Nicht ganz. Die Hochfeste sind allerdings so wichtig, dass sie auf den nächstmöglichen Termin verlegt werden. Nehmen wir mal an, Josef fällt auf einen Sonntag, auf einen Fastensonntag. Dann wird der Josefstag am Montag nachgeholt, sofern es sich nicht um die Karwoche oder die Osteroktav handelt, denn diese beiden Wochen sind wiederum so wichtig, dass dann das Hochfest erst nach dem sogenannten Weißen Sonntag gefeiert werden kann.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

(dr)

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