Thomas Sternberg
Thomas Sternberg
Bundestagswahl 2021
Bundestagswahl 2021

26.09.2021

ZdK-Präsident Sternberg kommentiert Wahlergebnis Hoffentlich kein "Vakuum"

Klare Verhältnisse gab es nach den ersten Hochrechnungen für die Bundestagswahl noch nicht, trotzdem freute sich ZdK-Präsident Sternberg über eine hohe Wahlbeteiligung und das gute Abschneiden eines ZdK-Mitglieds. Sorgen bereitet ihm die AfD.

DOMRADIO.DE: Es gibt Sonntagabend nach 18 Uhr noch keinen klaren Sieger der Bundestagswahl. Was geht Ihnen durch den Kopf dazu?

Prof. Dr. Thomas Sternberg (Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken): Bei der Bundestagswahl stelle ich zunächst mal fest, dass wir eine sehr gute Wahlbeteiligung haben. Es ist alles knapper und enger, als man in den Prognosen gesagt hatte. Und ich denke, wir werden einen sehr langen Wahlabend bekommen, zumal die sehr vielen Briefwahlstimmen auch noch kompliziert auszuzählen sind unter den Corona-Bedingungen. Wir müssen auch sehen, was da noch über Überhangmandate nachher passiert. Der Abend ist noch lange nicht gelaufen.

DOMRADIO.DE: Jetzt hatten wir in der letzten Legislaturperiode die AfD als Oppositionsführer, als stärkste Kraft, die nicht an der Regierung ist. Diese Position werden sie wohl nicht nochmal einnehmen. Ist der Abend eine Stärkung der demokratischen Kräfte in Deutschland?

Sternberg: Ich würde es gerne so bestätigen. Allerdings, wenn sich die Prognose bestätigen sollte, dass die AfD tatsächlich zweistellig bleibt, dann ist das für mich schon kein gutes Zeichen. Und wenn ich dann sehe, dass in Mecklenburg-Vorpommern die AfD nach der Prognose zweitstärkste Kraft im Parlament wird, dann finde ich das schon doch auch beängstigend, wie weit hier Grundsatzkritiken und Grundsatzablehnungen auch von unseren staatlichen Einrichtungen und Maßnahmen verbreitet sind. Das muss zu denken geben und da muss man überlegen, wie man weiter vorgeht.

DOMRADIO.DE: Wie gehen Sie denn als Zentralkomitee der deutschen Katholiken, als Vertretung der katholischen Laien, die nächsten vier Jahre an?

Sternberg: Wir haben seit vielen Jahren ein eigentlich gutes Verhältnis zu den demokratischen Parteien. Wir haben von CDU, SPD und Grünen Mitglieder, auch in unseren Leitungsebenen im ZdK. Da hat sich ein gedeihliches Zusammenarbeiten ergeben. Und ich glaube, in vielen wichtigen politischen Fragestellungen können wir uns sehr wohl einbringen und auch unsere Positionen vertreten.

Ich erinnere nur mal so etwas wie das Lieferkettengesetz, das wir deutlich unterstützt haben. Dass das möglich wurde, dass wenigstens an einem Punkt die Frage nach den Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern unserer Produkte gestellt wird. Das ist zum Beispiel ein Punkt. Aber dazu gehören natürlich auch die großen Themen der Menschenwürde, des Hasses auf Menschen wegen Herkunft, Religion oder anderer Gegebenheiten. Das sind natürlich die großen Themen, die wir vor allen Dingen behandeln.

DOMRADIO.DE: Schauen wir noch mal konkret auf die Wahl in Berlin. Da sieht es wohl so aus, dass Bettina Jarasch neue Regierende Bürgermeisterin werden könnte nach den aktuellen Prognosen. Sie ist auch ZdK-Mitglied.

Sternberg: Nicht nur Mitglied! Sie war unsere Sprecherin sogar im Hauptausschuss. Und sie hat sehr eng zusammengearbeitet. Sie war einer von den sieben Sprecherinnen des ZdK. Und auch für sie war es ja damals überraschend, dass sie die Spitzenkandidatin in Berlin wurde. Und wenn es wirklich so werden sollte, dass sie da gewinnt, aber auch schon jetzt für dieses offensichtlich sehr gute Ergebnis einen herzlichen Glückwunsch.

DOMRADIO.DE: Im Moment gibt es bei der Bundestagswahl keine klaren Verhältnisse nach den Prognosen. Was bedeutet das für Sie?

Sternberg: Ich habe eine große Hoffnung, dass es möglichst rasch gelingt, eine stabile Mehrheit, eine stabile Regierung zu bilden. Dass jetzt nicht durch alle möglichen Tricks und Verfahrens-Machenschaften solange verzögert wird, dass sich hier ein unter Umständen wochenlanges, vielleicht sogar monatelanges Vakuum ergibt, das können wir uns in der gegenwärtigen politischen Situation schlechterdings nicht leisten. Und dazu gehören nicht zuletzt auch die außenpolitischen Themen, die eine so geringe Rolle im Wahlkampf gespielt haben, aber von allergrößter Bedeutung in den nächsten Monaten und Jahren sein werden.

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch.

(DR)

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