Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan endet
Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan endet
Bischof Franz-Josef Overbeck
Bischof Franz-Josef Overbeck

21.09.2021

Soldaten zahlten laut Militärbischof in Afghanistan hohen Preis "Engagement für Frieden, Stabilität und Gerechtigkeit"

Militärbischof Franz-Josef Overbeck hat den Einsatz deutscher Bundeswehrsoldaten in Afghanistan gewürdigt. Viele Soldaten und ihre Angehörigen haben dafür einen hohen Preis gezahlt. Die schrecklichen Erfahrungen haben Spuren hinterlassen.

Der katholische deutsche Militärbischof Franz-Josef Overbeck hat den Einsatz deutscher Bundeswehrsoldaten in Afghanistan als "Engagement für Frieden, Stabilität und Gerechtigkeit" gewürdigt. Viele Soldaten und ihre Angehörigen hätten dafür einen hohen Preis gezahlt, sagte Overbeck am Dienstag am Rande der Herbstvollversammlung der katholischen Bischöfe in Fulda. Auch deshalb müssten die deutsche Gesellschaft und die Politik den Einsatz der Bundeswehrsoldaten würdigen und aufarbeiten.

Unterstützung der Soldatinnen und Soldaten

Den Soldatinnen und Soldaten müsse in der "Bewältigung der Folgen" jede Unterstützung zuteilwerden, die sie benötigten, forderte der Essener Bischof. Er beschrieb zugleich das große Leid der afghanischen Bevölkerung, die "jetzt unter dem Regime der Taliban leben muss".

Overbeck erinnerte an 59 in Afghanistan getötete Bundeswehrsoldaten, viele weitere seien an Körper und Seele verwundet worden: "Das, was die Soldaten im Einsatz erleben und erleiden mussten, prägte und veränderte häufig auch den Lebensalltag vieler Angehöriger in Deutschland." Auch die «permanente Bedrohungssituation» in Afghanistan sei für viele Soldatinnen und Soldaten eine große Belastung gewesen.

Schreckliche Erfahrungen haben Spuren hinterlassen

"Die schreckliche Erfahrung, dass vertraute Kameraden getötet oder verwundet wurden, ging oft mit einer tiefen, existenziellen Erschütterung der eigenen Identität einher", sagte der Militärbischof. Zuletzt hätten der Abzug der Soldaten und das Chaos am Flughafen Kabul tiefe Spuren hinterlassen, sagte Overbeck. "Soldaten mussten vor Ort miterleben, wie alles, wofür sie jahrelang eingetreten sind, in einem Desaster endete. Die Gewissheit, zahlreiche Menschen nicht weiter vor dem Zugriff der Taliban schützen zu können, bleibt für viele Soldaten eine schwere Belastung."

Der Bischof sicherte den Soldatinnen und Soldaten weitere Unterstützung und Hilfen der Militärseelsorger zu. Dazu gehöre auch, die Erfahrungen des Afghanistan-Einsatzes intensiv aufzuarbeiten.

(KNA)

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