Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Telefon
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Telefon

28.05.2021

Steinmeier steht für zweite Amtszeit zur Verfügung "Glaube als Kompass"

"Mein Glaube gibt mir Zuversicht für mein Handeln", so formulierte es Frank-Walter Steinmeier einmal. An diesem Freitag kündigte er an, dass er für eine zweite Amtszeit als Bundespräsident zur Verfügung steht.

Eigentlich war Frank-Walter Steinmeier schon für ein anderes Präsidentenamt vorgesehen, als er Kandidat für das höchste politische Amt im Staat wurde. Er sollte Präsident für den Kirchentag 2019 in Dortmund sein. Dorthin kam er auch - allerdings als Bundespräsident.

Zwei Jahre zuvor hatte die Bundesversammlung ihn in dieses Amt gewählt. Für ihn war der Auftritt beim Kirchentag in Dortmund wie auch vor zwei Wochen beim Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt selbstverständlich. Denn aus seiner Verwurzelung in seinem protestantischen Glauben hat Steinmeier nie einen Hehl gemacht. Am Freitag erklärte er nun, dass er für eine zweite Amtszeit als Bundespräsident zur Verfügung stehe. Er wolle sein Land auch in der schwierigen Zeit nach der Coronakrise begleiten, so begründete der 65-Jährige seine Entscheidung.

Orientierung am Glauben, auch bei politischen Beschlüssen

Schon als Außenminister hatte der SPD-Politiker bei einer Preisverleihung erklärt, er gebe seinen Glauben auch im Außenministerium nicht an der Garderobe ab. Der Glaube sei für ihn ein Kompass, so betonte er. Auch bei politischen Beschlüssen orientiere er sich daran. Und sicherlich hat diese Grundhaltung auch bei seiner Entscheidung für eine mögliche zweite Amtszeit eine bedeutende Rolle gespielt.

Als Bundespräsident setzte Steinmeier bislang wichtige Akzente: Von Beginn an setzte er einen Schwerpunkt darauf, Risse in der Gesellschaft zu kitten. Er lud Menschen aus völlig unterschiedlichen Bereichen zu gemeinsamen Gesprächen in das Schloss Bellevue. Seit der Coronakrise setzt er auf Streaming-Formate über die Sozialen Medien und spricht etwa via Instagram mit Pflegern, Ärzten, Menschen mit Behinderungen oder Studenten.

Und immer wieder appelliert er dabei auch an die Christen: Sie hätten einen wichtigen Auftrag in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft, so betonte er jüngst beim Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt. Er selbst sieht sich als Protestant in der Tradition seiner Eltern: Sein Vater stammt aus dem evangelisch-reformiert geprägten Lippe in Ostwestfalen, seine Mutter aus dem evangelischen Teil Schlesiens. Er kommt er aus einfachen Verhältnissen, aus einem Elternhaus "ohne Klavier und Bibliothek", wie er selbst betont.

Politiker und Familienmensch

Steinmeier machte sein Abitur, studierte Jura und promovierte. Mit Blick auf die von ihm mitentworfene Agenda 2010 und die Hartz-IV-Gesetze mag das Thema seiner Doktorarbeit Kritiker dieser Sozialreformen verwundern: Er schrieb über Obdachlosigkeit und das Recht auf Wohnraum. In der SPD machte er dann Karriere. Gleich zwei Mal wurde er in verschiedenen Bundesregierungen Außenminister.

Seine Frau Elke Büdenbender, die lange Jahre als Verwaltungsrichterin in Berlin arbeitete und der er vor einigen Jahren eine Niere spendete, sowie seine Tochter helfen ihm, dass er die Bodenhaftung nicht verliert: Nach einer Auslandsreise baue ihr Mann zu Hause nachts für seine inzwischen erwachsene Tochter Merit auch schon mal Ikea-Regale auf, verriet Büdenbender in einem Interview.

Steinmeiers Frau ist es zudem zu verdanken, dass er keine Berührungsängste mit der katholischen Kirche hat: Sie ist katholisch. Nach der Geburt der Tochter gab es lange Diskussionen, wie sie nun getauft werden solle. "Es war ein ernsthafter Entscheidungsprozess", sagte Büdenbender in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Antrittsbesuch bei Papst Franziskus

Sie hätten damals über das typisch Evangelische und das typisch Katholische gestritten, so erzählte sie weiter. Den Ausschlag habe ein evangelischer Pastor gegeben, der sich nach dem Umzug nach Berlin um das Paar kümmerte. Zugleich betonen Steinmeier und seine Frau, dass sie ihre Ehe als konfessionsverbindend und nicht als konfessionsverschieden betrachten. Und so erstaunt es nicht, dass er noch im ersten Jahr seiner Amtszeit als Bundespräsident zusammen mit seiner Frau 2017 zum Antrittsbesuch in den Vatikan reiste, um Papst Franziskus zu treffen.

Und kein Bundespräsident vor ihm beschäftigte sich so intensiv mit dem Thema Missbrauch: So zeichnete er vor wenigen Wochen den Sprecher des Eckigen Tischs, Matthias Katsch, und Jesuitenpater Klaus Mertes mit dem Bundesverdienstkreuz aus. In der kommenden Woche will er in Berlin mit Betroffenen sprechen.

Birgit Wilke
(KNA)

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