Armin Laschet
Armin Laschet

12.04.2021

Laschet zu Übernahme der Kanzlerkandidatur bereit Katholik, Jurist, Journalist

Am Sonntag hat Armin Laschet, ebenso wie CSU-Chef Markus Söder, seine Bereitschaft zur Kanzlerkandidatur erklärt. Der 60-jährige NRW-Ministerpräsident ist überzeugter Katholik und setzt auf ein authentisches Auftreten.

Armin Laschet ist bereit für den Sprung Richtung Berlin, Markus Söder ebenfalls. Das unionsinterne Rennen um die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht auf die Zielgerade.

Eigentlich sollte sich das bereits im Januar entscheiden, als Laschet sich gegen seine Mitbewerber Friedrich Merz und Norbert Röttgen bei der Wahl zum CDU-Parteivorsitzenden durchsetzte. Doch dann kursierte immer öfter auch der Name von CSU-Chef Söder. Auch nach Sonntagnachmittag ist das Rennen weiter offen - aber beide Männer sind jetzt offiziell im Ring.

Positionierung als Kandidat der Mitte und der politischen Kontinuität

In seiner Bewerbungsrede zum Vorsitzenden im Januar hatte sich Laschet nochmals als Kandidat der Mitte und der politischen Kontinuität, mit Regierungserfahrung und einem Herzen für die Sorgen der Menschen positioniert. Zugleich setzte er auf Authentizität: "Ich bin nicht der Mann der perfekten Inszenierung, sondern Armin Laschet."

Dabei macht der Politiker, der gerade 60 Jahre alt geworden ist, aus seiner rheinisch-katholischen Herkunft keinen Hehl. Seit dreieinhalb Jahren ist er Chef der schwarz-gelben Landesregierung im bevölkerungsreichsten Bundesland und führt zugleich den größten Landesverband seiner Partei.

Der Jurist und Journalist Laschet wuchs in einer Aachener Bergmannsfamilie auf und schulte später zum Lehrer um. Dass er und seine drei Brüder studieren konnten, sei keine Selbstverständlichkeit, seinen Eltern aber sehr wichtig gewesen. "Mein Vater hat mir so gezeigt, dass sich Arbeit lohnt und dass Aufstieg möglich ist", sagt der Politiker, der von 2005 bis 2010 bundesweit erster Integrationsminister war, damals im schwarz-gelben Kabinett von Jürgen Rüttgers. Laschets 2009 veröffentlichtes Buch "Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance" ist somit als programmatische Aussage zu werten.

Messdiener und Gruppenleiter

Bereits mit 28 Jahren wurde Laschet Ratsherr in Aachen, später Abgeordneter im Bundestag und im Europaparlament. "Mein Wunsch war es immer, mich einzusetzen für eine bessere Welt", so der Christdemokrat, der auch als wissenschaftlicher Berater der früheren Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth arbeitete.

Als Jugendlicher war Laschet Messdiener und Gruppenleiter in seiner Pfarrgemeinde. Die Kirche ist nicht nur der Ort, an dem er erste Kontakte zur CDU knüpfte - auch seine Frau Susanne lernte er im dortigen Kinderchor kennen und heiratete sie mit 24 Jahren.

Seinen Wunsch, nach dem Jura-Studium Journalist zu werden, setzte Laschet beim Bayerischen Fernsehen und dem Privatsender Radio Charivari um. Doch zog ihn die Liebe zum Aachener Dom, zu Karneval und Reitturnier ins Rheinland zurück. "Das ist für mich Heimat, Abendland, Europa", wie er erklärte. 1991 wurde er Chefredakteur der Kirchenzeitung für das Bistum Aachen. Von 1995 bis 1999 war er Geschäftsführer des Aachener Einhard-Verlags, ehe er ganz in die Politik wechselte.

Freundliches Verhältnis zu den Kirchen

Als Ministerpräsident pflegt er ein betont freundliches Verhältnis zu den Kirchen. Bei einer Privataudienz holte er sich unlängst den Segen von Papst Franziskus, den er dabei zu einem Besuch in Deutschland einlud. Im Kirchenoberhaupt sieht Laschet eine treibende Kraft, die gerade auch in der Corona-Krise auf den Zusammenhalt in der Weltgemeinschaft drängt. "Franziskus fordert uns alle zu mehr Kompromissbereitschaft für globale Lösungen und mehr Einsatz in internationalen Organisationen auf - und trifft damit den Kern vieler Konflikte dieser Tage", so Laschet zur Umwelt-Enzyklika des Papstes.

Bei den Corona-Lockdowns lehnte und lehnt der nordrhein-westfälische Regierungschef einen direkten Eingriff des Staates in die Religionsfreiheit ab. Im Unterschied zu anderen Ländern habe seine Regierung zur Kenntnis genommen, dass die Gemeinschaften selbst entsprechende Regeln erlassen hätten, so Laschet.

Sabine Kleyboldt und Christoph Scholz
(KNA)

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