19.03.2021

Kauder will christliches Menschenbild in den Mittelpunkt rücken "C" wichtig für Selbstverständnis der CDU

Der ehemalige Vorsitzende der Unions-Fraktion im Bundestag, CDU-Politiker Volker Kauder, hat seine Partei aufgefordert, sich auf das "C" zu besinnen. Untersützung dafür bekommt er durch den Berliner Erzbischof Koch.

"Wir sind die Christdemokraten und nicht die konservativ-Demokraten", sagte Kauder am Donnerstagabend in Berlin bei einer Veranstaltung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Dort forderte auch der Berliner Erzbischof Heiner Koch die CDU auf, sich stärker mit dem "C" zu befassen. Er habe den Eindruck, dass das "C" zwar der erste Buchstabe im Namen sei, aber in der Partei offenbar nur eine "sekundäre Rolle" spiele.

Beide äußerten sich anlässlich der Vorstellung von Kauders jüngstem Buch "Das hohe C - Politik aus dem Christlichen Menschenbild". Die Christdemokraten machten zwar keine "christliche Politik", aber eine Politik auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes, betonte der Autor. Der Wertekanon des Christentums müssen wieder zum Fundament der CDU werden.

Kritik an Urteil des Bundesverfassungsgerichtes

Kauder bekräftigte seine Kritik am Urteil des Bundesverfassungsgerichts, zur Aufhebung des Verbots der geschäftsmäßigen Beihilfe zum Suizid. Das Gericht haben die CDU "vor eine schier unlösbaren Aufgabe im Hinblick auf das 'C' gestellt". Der CDU-Politiker sprach von einem "Tabubruch ersten Ranges".

Das Gericht habe seine Kompetenz überschritten und ein Supergrundrecht geschaffen, indem es aus Artikel eins und zwei des Grundgesetzes ein "neues Selbstbestimmungsrecht" gemacht habe. Dies sei ohne einen "wertemäßigen Kontext" und ohne Anbindung geschehen. Dennoch sei der Richterspruch zu akzeptieren.

Zu einer erneuten rechtlichen Regelung äußerte er sich skeptisch: "Ich glaube nicht, dass wir zu einer wirklich guten neuen Lösung kommen können". Die vorliegenden Gesetzentwürfe halte er nicht für sinnvoll. In jedem Falle müsse aber klargestellt werden, dass niemand, auch kein Arzt, zu einer Beteiligung an einem Suizid gezwungen werden dürfe.

Es müsse zugleich deutlich werden, dass dort, wo das christliche Menschenbild in sozialen Einrichtungen die Grundlage bilde, keine Beihilfe zum Suizid durchgeführt werde.

Koch stellte die Frage, ob das Gericht nicht den Wert eines jeden Lebens «minimalisiert» habe. Bislang habe das Leben grundsätzlich und unhinterfragbar als wertvoll und schützenswert gegolten. Nun dürfe der Mensch hingegen dabei helfen, "dass Leben zerstört wird". Diese Aussage sei eine Verkehrung der verfassungsrechtlichen Überzeugung vom unabdingbaren Wert des Lebens. Das habe enorme Konsequenzen auch in ganz anderen Bereichen, so der Erzbischof.

(KNA)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Lieblingsorte im Kölner Dom

Dompropst, Dommusiker, Domlektorin, Domdechant und andere mehr: Sie alle haben uns ihre Lieblingsorte im Kölner Dom verraten.

Schabbat Shalom: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – der Podcast

Jeden Freitag nehmen uns junge Jüd:innen in diesem Podcast mit in die Welt des Judentums. 

Tageskalender

Radioprogramm

 24.09.2021
Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Himmelklar Podcast

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Die ganze Bibel im Ohr! Jetzt spenden!