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Claudia Heber, Landesmitgliederbeauftragte und Vorsitzende des Katholischen Arbeitskreises der CDU Thüringen
Claudia Heber, Landesmitgliederbeauftragte und Vorsitzende des Katholischen Arbeitskreises der CDU Thüringen
Armin Laschet: "Ich bin mir der Verantwortung bewusst, die mit diesem Amt verbunden ist."
Armin Laschet: "Ich bin mir der Verantwortung bewusst, die mit diesem Amt verbunden ist."

23.01.2021

Braucht die CDU einen bundesweiten Katholischen Arbeitskreis? "Die katholische Stimme soll gehört werden"

Mit Armin Laschet steht ein Katholik an der Spitze der CDU. Doch werden Katholiken in der CDU auch ausreichend gehört? Claudia Heber möchte den Katholischen Arbeitskreis bundesweit einrichten und der katholischen Stimme mehr Gehör verschaffen.

DOMRADIO.DE: Frau Heber, Sie sind Vorsitzende des Katholischen Arbeitskreises der CDU in Thüringen und setzen sich dafür ein, dass die CDU auch bundesweit einen solchen Arbeitskreis einrichtet. Sind die christlichen Werte in der Union in Gefahr?

Claudia Heber (Landesmitgliederbeauftragte und Vorsitzende des Katholischen Arbeitskreises der CDU Thüringen): Nein, die christlichen Werte sind nicht in Gefahr. Aber es ist so, dass für viele die christliche Stimme immer kleiner wird und immer weniger wahrzunehmen ist. Und viele finden, dass das christliche Menschenbild, das die Basis ist, auf der die CDU Politik macht, nicht ausreichend Gehör findet.

DOMRADIO.DE: Fühlen Sie sich ein bisschen stiefmütterlich behandelt von der CDU-Spitze?

Heber: Wir haben einen evangelischen Arbeitskreis, der gegründet worden ist, weil es weniger Protestanten als Katholiken gab zu Zeiten von Konrad Adenauer. Wir haben eine ähnliche Situation in den neuen Bundesländern, wo in den Landesverbänden wesentlich weniger Katholiken sind. Und als Katholiken wünschen wir uns auch einen Raum. Der Evangelische Arbeitskreis ist ja mittlerweile auch so eine Art Instanz für das christliche Menschenbild geworden, der sich regelmäßig äußert. Aber dann hört man halt nur den Evangelischen Arbeitskreis und man hört nicht die Stimme der Katholiken.

DOMRADIO.DE: Erklären Sie nochmal kurz, warum Sie der Meinung sind, dass es einen solchen katholischen Arbeitskreis auch bundesweit geben sollte.

Heber: Es soll jetzt nicht eine bundesweite Struktur geschaffen werden. Aber es soll die Möglichkeit geben für Mitglieder, die sich treffen wollen, die sich über diese Themen austauschen wollen, das zu machen und das Team soll auch einen einheitlichen Ansprechpartner haben, der am besten auch in der Parteizentrale sitzt. Dass wir das nicht flächendeckend brauchen, ist klar, weil es gerade in NRW und in anderen westlichen Bundesländern Kreisverbände gibt, wo die Anzahl der Katholiken so dermaßen hoch ist, dass die sagen, wir können jetzt gleich alle den katholischen Arbeitskreis aufmachen.

Aber es gibt eben auch Verbände, wo das ganz anders ist. Es gibt tatsächlich Verbände, wo dann nur ein einzelnes Mitglied katholisch ist. Und wenn das dann mal sagt, ich würde mich aber gerne mal über die politischen Entscheidungen aus einer anderen Sicht unterhalten, dann findet man keinen Ansprechpartner. Und diese Räume wollen wir schaffen.

Genauso wie es den Evangelischen Arbeitskreis gibt oder wie sich die Mittelstands- und Wirtschaftsunion trifft und wie sich auch andere in der Partei zusammensetzen und aus ihrer Perspektive Formulierungen machen, wollen wir das auch. Wir wollen keine christliche Politik machen, aber wir wollen, dass die Stimme gehört wird.

DOMRADIO.DE: Nach der Wahl von Armin Laschet hat der Fraktionschef in Thüringen, Mario Voigt, dazu aufgerufen, jetzt die Kräfte zu bündeln. Dagegen hat dann Thüringens Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow zu bedenken gegeben, Laschet, würde zu wenig die ostdeutschen Interessen vertreten. Wie kann ihm denn jetzt diese Aufgabe als Mannschaftskapitän gelingen?

Heber: Als Mitgliederbeauftragte habe ich natürlich ein paar Informationen und bin auch ganz gut angebunden. Es ist so, dass Armin Laschet großes Interesse daran hat, die neuen Länder einzubinden. Er ist jetzt auch am Wochenende bei verschiedenen Landesverbänden unterwegs. Das muss er machen. Und er muss sich auch bei uns, wie man so schön sagt, nicht nur blicken lassen, sondern er muss sich auch stärker einbringen. Und das wird er tun. Die Signale, die ich habe, gehen alle in diese Richtung.

Und auf der anderen Seite gibt es auch viel Bereitschaft in der Mitgliederschaft, wo man sagt, wir schauen mal, was er uns jetzt für ein Angebot macht und wir freuen uns auf das Kennenlernen.

Das Interview führte Jann-Jakob Loos.

(DR)

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