Mutmaßlich linksextremer Anschlag auf Leipziger Kirche

"Kirchen zählen zu den besten Zielen"

Nach einer Attacke auf eine evangelische Kirche in Leipzig in der vergangenen Woche hat die für Linksextremismus zuständige "Soko LinX" beim sächsischen Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen. 

Leipzig feiert 30 Jahre Friedliche Revolution / © Jan Woitas (dpa)
Leipzig feiert 30 Jahre Friedliche Revolution / © Jan Woitas ( dpa )

Es gebe ein Bekennerschreiben, das auf eine politisch motivierte Straftat hindeute, sagte eine Sprecherin des LKA in Dresden dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag. Unbekannte hatten demnach zwischen Dienstagvormittag und Mittwochnachmittag vergangener Woche mit Farbe gefüllte Glasflaschen und Steine auf die St.-Lukas-Kirche im Leipziger Stadtteil Volkmarsdorf geworfen. Dabei sei auch eine Fensterscheibe zerstört worden.

"Mondays for Moria"

Der Sachschaden werde auf insgesamt 8.000 bis 10.000 Euro geschätzt. Auf der linksextremen Plattform de.indymedia.org war ein auf Englisch verfasstes Schreiben unter dem Motto "Mondays for Moria - das christlich-weiße Europa zertrümmern" eingestellt worden.

Darin bekennen sich die anonymen Autoren zu dem Anschlag. Als Tatmotiv nennen sie die Situation der Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen und in dem Flüchtlingscamp Moria auf der griechischen Insel Lesbos.

"Diesmal Luther"

Weiter heißt es in dem Schreiben, Kirchen zählten zu den "besten Zielen". Dieses Mal sei eine gewählt worden, die "den sexistischen, antisemitischen Freund der Tyrannei Martin Luther" anbete. Die St. Trinitatisgemeinde in Leipzig-Volkmarsdorf gehört der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) an, dem Verbund der evangelisch-lutherischen Freikirchen in Deutschland.

Die Gemeinde hat die Kirche erst vor wenigen Jahren übernommen und seither aufwendig saniert.


Quelle:
epd