Donald Trump, Präsident der USA, spricht während der ersten Präsidentschaftsdebatte
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Ausschreitungen im Kapitol in Washington, USA
Ausschreitungen im Kapitol in Washington, USA
Papst Franziskus lacht während des Angelus-Gebets am 6. Januar 2021 im Vatikan.
Papst Franziskus lacht während des Angelus-Gebets am 6. Januar 2021 im Vatikan.
Erzbischof Ludwig Schick
Erzbischof Ludwig Schick

09.01.2021

US-Kirchenführer fordern sofortigen Rücktritt von Präsident Trump "Die Zeit ist gekommen"

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen am US-Kapitol werden die Rufe nach Konsequenzen immer lauter. Der Nationale Kirchenrat der USA fordert nun in einem offenen Brief den Rücktritt des Präsidenten. Auch Papst Franziskus verurteilt die Gewalt.

"Der Horror muss ein Ende haben" fordern Vertreter verschiedener christlicher Kirchen in einem offenen Brief, der am Freitag auf verschiedenen Internetseiten veröffentlicht wurde. Die Worte und Taten des Präsidenten hätten die Sicherheit des Landes und seiner Regierungsinstitutionen gefährdert. Er habe einen gewaltsamen, tödlichen und aufrührerischen Mob zum Angriff auf das Kongressgebäude angestachelt.

"Seine Worte und Taten haben die Leben der Menschen, die er eigentlich beschütze sollte, in große Gefahr gebracht," schreiben die Kirchenführer. Stattdessen habe der Präsident nur seine eigenen Interessen verfolgt, und nicht nur verfehlt, den Angriff auf das Kapitol zu verurteilen, sondern die Aufrührer noch angestachelt, indem er sie als "Patrioten" bezeichnet hätte. 

Kirchen bezeichnen Angriff als Terrorismus

Die Kirchenvertreter bezeichnen den Aufruhr, der mindestens fünf Menschen das Leben gekostet hat, als "inländischen Terrorangriff" und als Entwürdigung des Kongressgebäudes, die "entwürdigend und verachtenswert" sei. 

Um nun "die Wunden des Landes zu heilen" forderten die Unterzeichner des Schreibens den sofortigen Rücktritt des Präsidenten. Solle er dazu nicht willig sein, seien die demokratischen Institutitionen aufgefordert alle Mittel zu nutzen, ihn aus dem Amt zu entfernen. Damit sind der 25. Verfassungszusatz gemeint, der besagt, dass der Regierungschef bei "Unfähigkeit der Amtsausübung" entfernt werden kann, oder ein weiteres Amtsenthebungsverfahren im Kongress. Die demokratische Fraktion, die nun die Mehrheit übernimmt, erörtert im Moment, ob ein solcher Schritt noch vor der geplanten Amtsübergabe am 20. Januar realisierbar ist. 

Strafverfolgung gefordert

Zudem fordert der offene Brief eine strafrechtliche Verfolgung sowohl der Angreifer auf das Kapitol, wie auch derer, die Trumps Vorwürfe des Wahlbetrugs unterstützt und verbreitet haben. 

Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören führende Vertreter verschiedener Kirchen, der Evangeliaken, Baptisten oder Episkopalen Glaubensgemeinschaften. 

Papst verurteilt Gewalt und fordert Konsequenzen

Zwischenzeitlich verurteilte auch Papst Franziskus die Gewalt im US-Kapitol. Der Pontifex äußerte sich in einem Interview des italienischen Fernsehsenders "Canale 5" vom Sonntagabend, das vorab veröffentlicht wurde. "Eine solche Bewegung muss ganz unabhängig von den Personen verurteilt werden," forderte Franziskus, gerade wenn fünf Menschen dabei uns Leben kämen. Den Präsidenten erwähnte der Papst allerdings nicht beim Namen. 

Franziskus zeigte sich nach eigenen Worten überrascht von den Vorfällen in Amerika, "weil das ein Volk ist, das in der Demokratie sehr diszipliniert ist." Allerdings könne es auch "in den reifsten Realitäten immer etwas geben, das nicht funktioniert", wenn Menschen einen Weg einschlügen, "der sich gegen die Gemeinschaft, gegen die Demokratie, gegen das Gemeinwohl richtet." 2015 war Franziskus der erste Papst, der vor dem amerikanischen Kongress sprach.

Schick: Trump muss vor Gericht

Deutlichere - auch namentliche - Kritik kommt vom Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, der sich bereits am Freitag in einem Statement auf der Internetseite des Erzbistums Bamberg gegen die Gewalt in den USA aussprach, und auch rechtliche Konsequezen forderte.

"Die Gerichte müssen Gewalttäter zur Rechenschaft ziehen. (...) Davon kann auch der Präsident nicht ausgenommen sein."

Renardo Schlegelmilch

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