Die Stadt München hat das Tragen des gelben "Judensterns" auf Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen verboten. Dies gehe aus dem Auflagenbescheid der bayerischen Landeshauptstadt für die Kundgebung am vergangenen Samstag hervor, sagte ein Polizeisprecher am Pfingstmontag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Er bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Verstöße gegen die neue Auflage habe man nicht
festgestellt; im Falle des Falles drohe ein Bußgeld. Der Sprecher ergänzte, er gehe davon aus, dass die Auflage auch bei künftigen Corona-Protesten angewandt werde.
Bei Corona-Demos waren zuletzt immer wieder "Judensterne" mit der Inschrift "ungeimpft" zu sehen, um Assoziationen an Verfolgungen während der Nazi-Zeit zu wecken. Juden waren einst von den Nazis gezwungen worden, den Stern als Kennzeichen zu tragen. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hatte die Verwendung gelber Sterne auf den Corona-Demos bereits in der vergangenen Woche kritisiert. Diese Proteste seien "ein Sammelbecken
für Antisemiten, Verschwörungswütige, Holocaust-Relativierer und Demokratiefeinde, die versuchen, Menschen für ihre Zwecke zu vereinnahmen", so Klein im Interview der "Jüdischen Allgemeinen".
(KNA, 01.06.2020)
25.07.2020
Mit Wiesbaden hat nach München erneut eine Stadt das Tragen nachgebildeter Judensterne auf Demonstrationen verboten. Die hessische Landeshauptstadt werde das Verbot ab sofort konsequent durchsetzen
Das teilte Bürgermeister Oliver Franz am Freitag mit. Er nannte das Zeichen einen "inakzeptablen Vergleich", der die Verbrechen der Nationalsozialisten an Juden "in absolut unerträglicher Weise" relativiere.
Bei Corona-Demos waren immer wieder "Judensterne" mit der Inschrift "ungeimpft" zu sehen. Der "Judenstern" erinnert an die Verfolgungen im Nationalsozialismus. Damals waren Juden gezwungen worden, den Stern zu tragen. "Impfgegner, die sich als Opfer mit den vom nationalsozialistischen Terrorregime zunächst gedemütigten, dann entrechteten und zum Schluss zu Millionen ermordeten Juden vergleichen, haben jeden Bezug zur Realität verloren", sagte Franz.
Zuvor hatte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, gefordert, gegen die Verwendung gelber Sterne auf Corona-Demos vorzugehen. Er nannte die Proteste "ein Sammelbecken für Antisemiten, Verschwörungswütige, Holocaust-Relativierer und Demokratiefeinde, die versuchen, Menschen für ihre Zwecke zu vereinnahmen".
Die Stadt München hat das Tragen des gelben "Judensterns" auf Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen verboten. Dies gehe aus dem Auflagenbescheid der bayerischen Landeshauptstadt für die Kundgebung am vergangenen Samstag hervor, sagte ein Polizeisprecher am Pfingstmontag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Er bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Verstöße gegen die neue Auflage habe man nicht
festgestellt; im Falle des Falles drohe ein Bußgeld. Der Sprecher ergänzte, er gehe davon aus, dass die Auflage auch bei künftigen Corona-Protesten angewandt werde.
Bei Corona-Demos waren zuletzt immer wieder "Judensterne" mit der Inschrift "ungeimpft" zu sehen, um Assoziationen an Verfolgungen während der Nazi-Zeit zu wecken. Juden waren einst von den Nazis gezwungen worden, den Stern als Kennzeichen zu tragen. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hatte die Verwendung gelber Sterne auf den Corona-Demos bereits in der vergangenen Woche kritisiert. Diese Proteste seien "ein Sammelbecken
für Antisemiten, Verschwörungswütige, Holocaust-Relativierer und Demokratiefeinde, die versuchen, Menschen für ihre Zwecke zu vereinnahmen", so Klein im Interview der "Jüdischen Allgemeinen".
(KNA, 01.06.2020)