Weltwirtschaftsforum in Davos
Weltwirtschaftsforum in Davos

21.01.2020

Papst mahnt Teilnehmer in Davos zu Verantwortung "Moralische Pflicht, füreinander zu sorgen"

Papst Franziskus hat die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums Davos zu Verantwortung für künftige Generationen ermahnt. Für Unternehmen und Politik müsse der Mensch im Mittelpunkt stehen, nicht das Streben nach Macht oder Gewinn. 

In einer Botschaft an die Teilnehmer des Weltwirtschaftstreffens in Davos betont Papst Franziskus, echte Entwicklung könne es nur geben, wenn alle am Gemeinwohl mitwirken könnten und dazu beitrügen. Als Vertreter des Vatikan nimmt der für Entwicklungsfragen zuständige Kurienkardinal Peter Turkson an dem Wirtschaftsforum teil; er hält auch die Eröffnungsrede. 

Auf Kosten der Solidarität?

Franziskus beklagte, die gegenwärtige Debatte sei von Isolationismus und Individualismus geprägt. Praktiken und Strukturen, die von Eigeninteresse bestimmt sind, gingen auf Kosten von Solidarität und förderten Ungerechtigkeit, so der Papst. Dabei seien alle Menschen Mitglieder der einen Menschheitsfamilie und hätten demnach "die moralische Pflicht, füreinander zu sorgen".

An die Teilnehmer des Forums appellierte Franziskus, sich ihrer "hohen moralischen Verantwortung" für eine ganzheitliche Entwicklung aller Menschen, auch der kommenden Generationen, bewusst zu sein. Die Beratungen in Davos sollten zu einem "Wachstum an Solidarität" führen, besonders mit jenen, die soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeit erlebten und deren Existenz bedroht sei.

Integrierendere Perspektive 

Angesichts der globalen Herausforderungen fordert der Papst ein "größeres Engagement auf allen Ebenen". Unter Verweis auf seine Enzyklika "Laudato si" (2015) verlangte er einen neuen und umfassenden Ansatz von Entwicklung. Nötig sei "ein Humanismus, der von sich aus die verschiedenen Wissensgebiete - auch das wirtschaftliche - zusammenführt, um eine umfassendere wie integrierendere Perspektive zu erhalten", betonte Franziskus.

 

(KNA)

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