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Klimawandel: Ist es fünf vor zwölf?
Svenja Schulze
Svenja Schulze

16.12.2019

Nach dem UN-Klimagipfel in Madrid ist die Enttäuschung groß "Verantwortungslos, egoistisch und kurzsichtig"

Zwei Wochen lang versuchten die Teilnehmer des UN-Klimagipfels, Lösungen im Kampf gegen Erderwärmung und Umweltverschmutzung zu finden. Vom Ergebnis zeigen sich Umwelt- und Hilfsorganisationen sowie Kirchenvertreter enttäuscht.

Als Desaster hat der Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst die Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Madrid bezeichnet. Fürst sprach am Montag auf Twitter von einem "Schlag ins Gesicht all der Menschen, die für das Klima auf die Straße gehen". Die Bewahrung der Schöpfung sei nicht nur Gottes Auftrag, sondern auch eine Verpflichtung gegenüber kommenden Generationen.

"Es scheint in den Köpfen der Delegationen aus Industrienationen kein angemessenes Bewusstsein für das Ausmaß der Klimakrise zu geben, das sie angerichtet haben und weiter anrichten", kritisierte das kirchliche Hilfswerk Brot für die Welt. Es sei "extrem verantwortungslos, egoistisch und kurzsichtig", den ärmsten Staaten Finanzzusagen für die Bewältigung von Klimaschäden zu verwehren. Dies werde zu einer Zunahme weltweiter Konflikte führen.

WWF spricht von "gruseligem Fehlstart"

Die Umweltschutzorganisation WWF bilanzierte, die Beschlüsse von Madrid seien "so müde wie die Delegierten nach zwei durchverhandelten Nächten".

Die Konferenz sei ein "gruseliger Fehlstart" in das so entscheidende Jahr 2020. "Länder wie Australien, Brasilien und die USA haben die nötigen Beschlüsse hier blockiert und jeden Fortschritt für mehr ambitionierte Klimaschutzziele abgeschmettert", erklärte Michael Schäfer, Leiter Klimapolitik und Energie beim WWF Deutschland.

Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser sagte: "Die zynische Gier der fossilen Industrie hat den gemeinsamen, multilateralen Kampf gegen die unübersehbare Klimakrise in ihre tiefste Krise gestürzt." Die "rücksichtslose Politik" von US-Präsident Donald Trump und des brasilianischen Staatsoberhauptes Jair Messias Bolsonaro habe sich in Madrid zu einer handfesten Blockade der Klimaverhandlungen gesteigert. Andere Organisationen äußerten sich ähnlich kritisch.

Der Kieler Klimaforscher Mojib Latif plädierte in der "Frankfurter Rundschau" (Montag) für eine "Koalition der Willigen" mit Ländern, die beim Klimaschutz vorangehen wollen, um die Blockaden bei den UN-Klimaverhandlungen zu überwinden.

Was sagt die deutsche Politik?

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sprach am Sonntag von "harten Verhandlungen". Leider hätten die Ergebnisse nicht den dringend benötigten Fortschritt beim Klimaschutz gebracht. "Ich bin aber froh, dass wir alle Versuche abwehren konnten, das Pariser Klimaschutzabkommen aufzuweichen."

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) erklärte, dass trotz aller Enttäuschungen es nun an den Staaten sei, zu handeln. Deutschland habe seine Versprechen eingelöst und verstärke die Zusammenarbeit beim Klimaschutz mit den Entwicklungsländern beim "Aufbau grüner Energiestrukturen".

Erst nach einer 40-stündigen Verlängerung hatten sich die Unterhändler aus rund 200 Staaten in der spanischen Hauptstadt auf eine Abschlusserklärung verständigt. Darin werden zwar alle Beteiligten ermahnt, ihre Klimaschutzziele für 2030 rasch zu verschärfen. Die ursprünglich angestrebte Einigung auf Regeln für einen internationalen Emissionshandel kam jedoch nicht zustande.

Die Konferenz sollte die Weichen stellen für 2020. Dann beginnt formal die Umsetzung des Pariser Abkommens von 2015. Dessen Ziel ist es, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Ein wichtiges Vorhaben in diesem Zusammenhang ist der globale Handel mit Klimaschutz-Gutschriften. Sie sollen es Ländern ermöglichen, Gutschriften zu verkaufen, wenn sie ihre Ziele beim Einsparen von Treibhausgasen übererfüllen. Wie dies genau geregelt werden könnte, bleibt aber trotz der langwierigen Beratungen in Madrid strittig. Der nächste UN-Klimagipfel ist für November 2020 in Glasgow geplant.

(KNA)

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