Eingangsschild am Sitz der COMECE in Brüssel
Eingangsschild am Sitz der COMECE in Brüssel

21.09.2019

Neue Ära in Brüssel bringt auch Veränderungen bei der COMECE Ein Spanier wird Generalsekretär

Nicht nur bei der EU-Kommission gibt es einen Wechsel an der Führungsspitze, auch bei der EU-Bischofskommission COMECE. Der Spanier Manuel Barrios Prieto übernimmt als neuer Generalsekretär.

In Brüssel weht ein Wind der Veränderung. Während sich die Blätter an den Bäumen langsam bunt färben, nimmt die neue EU-Kommission von Ursula von der Leyen langsam Gestalt an. Nicht nur die zukünftigen Kommissare arbeiten sich in ihr Portfolio ein, sondern auch der neue Generalsekretär der EU-Bischofskommission COMECE: Manuel Barrios Prieto (56). Er folgt auf den französischen Dominikaner Olivier Poquillon (53), dessen dreijährige Amtszeit im August endete.

Der Spanier trat am 1. September seinen neuen Job im Generalsekretariat der COMECE an, nur wenige Schritte vom EU-Parlament entfernt. Dort arbeiten sich derzeit die im Mai gewählten Europaabgeordneten ein. "Es war der Tag, an dem der Papst bekannt gab, dass COMECE-Präsident Jean-Claude Hollerich Kardinal wird", sagt Prieto lächelnd. "Ein guter Start."

Noch ist vieles neu

Derzeit ist vieles noch neu für den gelernten Psychotherapeuten. "Ich habe ein Team vorgefunden, das hart an den verschiedenen Themen arbeitet", sagt er. "Unser Ziel ist es, der Stimme der Kirche hier in Brüssel Gehör zu verschaffen." Hinter allen Vorschlägen stehe die Vision von Mensch und Gesellschaft, die ihre Wurzeln in der christlichen Botschaft habe. Wichtige Themen seien Ökologie, Jugend und Arbeit, Forschung und Ethik sowie Migration. Das neue EU-Parlament, die Ökologie und die Sozialverträglichkeit von Maßnahmen gegen den Klimawandel sollen auch auf der Agenda der COMECE-Plenarversammlung (23.-25.10.) stehen.

"Europa ist ein Projekt der Einheit in der Vielfalt", so Prieto. Es gehe darum Vielfalt sowie unterschiedliche Empfindsamkeiten zu respektieren, aber grundsätzliche Einheit in den elementaren Fragen zu haben. "Das ist ein Weg, der nicht selbstverständlich ist und noch gegangen werden muss", so Prieto. "Ich mag es, Gespräche mit Menschen zu führen, um zu verstehen, worum es ihnen geht, welche Gefühle dahinter stecken", sagt er. Der Dialog sei ihm deshalb besonders wichtig.

Hollerich "voll zufrieden"

COMECE-Präsident Jean-Claude Hollerich äußerte sich "voll zufrieden" mit der Wahl des neuen Generalsekretärs. "Ich glaube er ist der richtige Mann auf dem richtigen Posten", so Hollerich. Prieto sei ausgeglichen, könne sehr gut zuhören und die Mitarbeiter gut zusammenführen.

Weiter Zusammenführen will Hollerich, Luxemburgs Erzbischof, auch die EU-Bischofskonferenzen aus Ost- und Westeuropa. "Wir sehen, dass die Bischofskonferenzen verschiedene Probleme und manchmal verschiedene Ansichten haben", sagt er. "Aber das sollten wir in Ruhe angehen, nicht in Panik und nicht im Konflikt", so Hollerich. Verglichen mit den Politikern hätten die Geistlichen einen Vorteil: "Wir sind durch den Glauben verbunden." Diese Gemeinsamkeit lasse Differenzen aushalten.

Auch geografisch bewegt sich die COMECE im Herbst 2020 nach Osteuropa. Die kommende Vorstandssitzung soll in Ungarn stattfinden. "Das ist eine sehr gute Gelegenheit, unsere Verbundenheit mit der ungarischen Kirche zu bekräftigen", so der designierte Kardinal Hollerich.

COMECE und der Brexit

Und was erwartet die COMECE vom Brexit - dem Thema, das ganz Brüssel umtreibt? "Wenn ich das wüsste, wäre ich der gefragteste Mann in ganz Europa", scherzt Hollerich. Es sei klar, dass die Vertreter Schottlands sowie England und Wales stimmberechtigte COMECE-Mitglieder blieben, solange Großbritannien in der EU sei.

Und auch danach sollen sie weiterhin als Gäste eingeladen werden. "Sie hören ja nicht auf, Europäer zu sein", so der COMECE-Präsident. "Ich wünsche mir, dass der Brexit so vollzogen wird, dass man keine neuen Feindschaften aufbaut, sondern das Gemeinsame, Europäische hervorhebt", sagt Hollerich. Was die EU gemeinsam mit Großbritannien machen könne, solle auch weiterhin gemeinsam gemacht werden.

Nun stehen Anfang Oktober erst einmal die Anhörungen der künftigen EU-Kommissare vor den zuständigen Ausschüssen im EU-Parlament an. Sie müssen ihre Kompetenz vor den EU-Abgeordneten unter Beweis stellen.

In der Art und Weise, wie die künftige Kommissionschefin Ursula von der Leyen die Portfolios zugeteilt hat, sieht Hollerich einen Kompromiss. "Ich glaube, das zeigt die Stärke von Frau von der Leyen", so der COMECE-Präsident. "Sie wird Präsidentin der Kommission für Europa und muss einen Ausgleich zwischen den Ländern finden." Das dies nicht immer einfach ist, weiß er. Denn manchmal ist die COMECE wie die EU - nur etwas kleiner und katholisch.

Franziska Broich
(KNA)

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