Die Brücke Žeželjev most in Novi Sad wurde 2018 fertiggestellt
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Flüchtlinge an der Grenze zwischen Serbien und Kroatien
An der Grenze zwischen Serbien und Kroatien
Programmheft der Vollversammlung der Konferenz Europäischer Kirchen in Novi Sad
Programmheft der Vollversammlung der Konferenz Europäischer Kirchen in Novi Sad

12.06.2019

Konferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung in Serbien Europäischer Brückenbau auf heiklem Terrain

Der Konferenzort Novi Sad heißt auf Deutsch: Neue Saat. Passender Name für den Ort einer Konferenz, die Fortschritte auf dem Weg der Einigung Europas bringen sollte. Denn Novi Sad selbst hat vom europäischen Brückenbau profitiert und wächst.

Möchte ein Europapolitiker noch Begeisterung wecken, muss er in die Länder reisen, die noch nicht dazugehören. Jenseits der Grenzen von Schengen darf man noch träumen, und wenn der Traum dann wahr wird, sollen zumindest die Politiker der Eintrittsländer in westlicher Demokratie so trainiert sein, dass es möglichst wenig holprige Wegstrecken gibt.

Politisches Vakuum Anfang der 90er

Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) hat sich nach der Wende wie kaum eine andere deutsche politische Organisation in den osteuropäischen Ländern engagiert und das Vakuum, das Anfang der 90er Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion entstand, auszufüllen versucht. Systematische Bildungsinvestitionen in die Entscheider von morgen führte zu engmaschigen Netzwerken, die den alten autokratischen Seilschaften der gestürzten Regime eine zivilgesellschaftliche Alternative entgegensetzen sollen.

Die "neue Saat"

Seit dem Jahr 2000 führte die KAS im ein- bis zweijährigen Abstand bisher insgesamt zehn internationale Konferenzen für Wissenschaftler, Politiker, Schriftsteller, Journalisten und Studenten in Osteuropa durch. Die zehnte Tagung fand nun in Novi Sad in Serbien statt. Novi Sad heißt auf Deutsch: Neue Saat. Und in der Tat haben die Österreicher nach ihrem Sieg gegen die Osmanen durch Prinz Eugen 1748 eine schmucke "königliche Freistadt" errichtet. Von da entwickelte sich der Ort zu einem ökonomisch prosperierenden und kulturell prägenden Zentrum. Heute hat die Stadt knapp 300.000 Einwohner, den größten Teil bilden die Serben, dann die Ungarn und Slowaken.

"Brücken bauen in Europa"

Der Obertitel der Veranstaltung "Brücken bauen in Europa" mag bei den über 200 Kongressteilnehmern aus 19 Ländern, vor allem aber den serbischen Gastgebern eine leicht zynische Färbung gehabt haben: Die drei Brücken über die Donau, die unter anderem die Stadt mit der größten Festung Europas namens Peterwardein verbinden, wurden erst kürzlich wieder errichtet, sie wurden im Kosovokrieg beim Nato-Angriff auf Serbien zwischen dem 24. März und dem 10. Juni 1999 zerstört. Nun sollte hier die Literatur den gedanklichen Brückenschlag bilden.

Geist Europas beschworen

Dass das Parlament Woywodiens, ein politisch autonomer Teil Serbiens mit Sitz in Novi Sad, ihren Plenarsaal für die Tagung zur Verfügung stellte, zeigt, welchen Rang die dortige Regierung diesem Ereignis beimaß. Mit dem ehemaligen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert, nunmehr Vorsitzender der Stiftung, reiste ein hochkarätiger Redner an. Aleksandar Vucic, seit 2017 Präsident der Republik Serbien, und die parteilose Permierministerin Ana Brnabic beschworen in ihren Beiträgen den Geist Europas.

Alte Erbfeindschaften

Und da zeigte sich bereits die unterschiedliche Gewichtung: Der CDU-Politiker Lammert, noch gezeichnet vom Ausgang der Europawahlen, legte den Akzent auf die Krise, die durch den Brexit und das Anwachsen nationalistischer Bewegungen entstanden sei. Die ökonomischen und politischen Errungenschaften der europäischen Union würden immer weniger gewürdigt.

Der serbische Präsident legte in seiner Rede dar, wie die kriegsgeschüttelten Teilstaaten des früheren Jugoslawien immer noch nach einem Konsens suchen, der ein nachbarschaftliches Miteinander ermöglicht. Ein größeres Narrativ - Europa - könnte ein Dach bilden, unter dem Erbfeindschaften zurückgestellt werden zugunsten wachsenden wirtschaftlichen Wohlstands.

Politischer Konflikt in der persönlichen Tragik

Die Literatur tat dann auch, was sie sollte: Die Gedichte der serbischen Lyrikerin Dragana Mladenovic und der albanischen Romanautorin Lindita Arapi verlegten den politischen Konflikt in die persönliche Tragik - und die ist bei den Opfern über alle Grenzen hinweg gleich. In historischen Vorträgen und politischen Analysen, literarischen Buchvorstellungen wurden Brücken beschworen, gemeinsame Perspektiven taten sich auf.

Universalismus der katholischen Kirche

Und die Rolle der Kirche? In der Abschlussdiskussion mahnte der Belgrader katholische Erzbischof Stanislav Hocevar das Schwinden der Glaubensbrücke in Europa an. Gerade der Universalismus der katholischen Kirche habe bewiesen, wie man seit zwei Jahrtausenden Menschen vereint.

Von Andreas Öhler
(KNA)

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