Sternberg: Nur europäische Einigung bringt langfristig Frieden und Wohlstand
"Peace-Zeichen" vor der Flagge Europas
Demonstration vor dem Kölner Dom: "Ein Europa für Alle! Deine Stimme gegen Nationalismus!"
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Demonstration vor dem Kölner Dom: "Ein Europa für Alle! Deine Stimme gegen Nationalismus!"
Demonstration vor dem Kölner Dom: "Ein Europa für Alle! Deine Stimme gegen Nationalismus!"

19.05.2019

BDKJ demonstriert zusammen mit Zehntausenden für Europa "Wir wollen keinen Nationalismus. Wir wollen ein geeintes Europa."

Jugendarbeitslosigkeit, soziale Gerechtigkeit oder europäische Studienprogramme: Europa geht die Jugend etwas an. Das zeigen heute Zehntausende auf der Straße: "Ein Europa für alle." Auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend demonstriert mit. 

DOMRADIO.DE: Heute finden zeitgleich in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Leipzig, München, Stuttgart und in Köln Demonstrationen unter dem Motto "Ein Europa für alle. Deine Stimme gegen Nationalismus." statt. Auch katholische Jugendliche zeigen dabei Flagge. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) geht mit auf die Straße. Was ist Ihr Anliegen?

Annika Jülich (Vorsitzende des BDKJ Diözesanverband Köln): Die Hauptaufgabe des BDKJ ist die Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen in unseren Mitgliedsverbänden. Das sind im Erzbistum Köln circa 50.000 Kinder und Jugendliche. Dann gibt es den BDKJ aber auf unterschiedlichen Ebenen, zum Beispiel auch auf Bundesebene. Das sind dann 600.000 Kinder und Jugendliche, bei uns im Erzbistum, in zehn Mitgliedsverbänden. Unsere Aufgabe ist die Vertretung der Interessen dieser Kinder und Jugendlichen in Kirche und Politik.

DOMRADIO.DE: Wie spielen Kirche und Politik da genau zusammen?

Annika Jülich: Wir wollen natürlich nicht, dass die Systeme Kirche und Politik miteinander verschwimmen. Aber wir glauben, dass aus unserem Christinnen- und Christen-Sein die Verpflichtung erwächst, in Politik aktiv zu sein und unser christliches Menschenbild dort mit einfließen zu lassen. Das kann über ganz verschiedene Themen gehen: zum Beispiel im Bereich Bildung oder im Bereich Flüchtlingspolitik. Wie können wir unsere Nächstenliebe gegenüber Geflüchteten zeigen? Dann natürlich auch das Thema Europa: Als Jugendverband – unabhängig davon, ob wir christlich sind oder nicht – ist es unsere Aufgabe, diese Interessen der Jugend zu vertreten. Dazu gehören ganz unterschiedliche Politikfelder, weil Jugendliche – wie alle anderen auch – von Politik betroffen sind und Politik in ihrem täglichen Leben eine Rolle spielt.

DOMRADIO.DE: Jetzt findet heute eine große Demo von Zehntausenden für Europa statt. Auch hier in Köln wird demonstriert. Wieso machen Sie da mit?

Annika Jülich: Europa betrifft Jugendliche in ihrem täglichen Lebensraum. Wir setzen uns sehr stark für ein soziales Europa ein. Gerade in südeuropäischen Ländern ist die Jugendarbeitslosigkeit noch immer ein großes Thema. Auch Programme wie Erasmus+ betreffen Jugendliche. Eigentlich alle europapolitischen Themen gehen Jugendliche vor Ort etwas an. Wir finden, dass Demonstrationen immer noch ein geeignetes Mittel, um darauf aufmerksam zu machen, was unsere Interessen sind, und dass Europa uns ein großes Anliegen ist. Wir wollen keinen Nationalismus. Wir wollen ein geeintes Europa. Da schaffen Demonstrationen einfach riesige Bilder. Da sind ganz, ganz viele Organisationen, Verbände, Vereine vertreten. Wir zählen uns zu den wichtigen Playern dazu und müssen dabei sein.

DOMRADIO.DE: Der BDKJ organisiert auch die 72-Stunden-Aktion, die größte soziale Aktion der Jugendlichen in ganz Deutschland. Sie stehen in den Startlöchern, am Donnerstagabend geht es los. Sind Sie schon aufgeregt?

Annika Jülich: Ja klar, wir arbeiten jetzt seit anderthalb, fast zwei Jahren darauf hin. Es ist ein Riesenprojekt, die Vorfreude überwiegt natürlich. Das merken wir ganz klar in den Gruppen, die eine Begeisterung vor Ort entwickeln und sich auf ihre Aktionen freuen. Ich freue mich auch total, denn ich werde selbst ganz viele Projekte besuchen, auch mit Politikerinnen und Politikern zusammen. Dann sehen wir, was die Jugendlichen da in 72 Stunden auf die Beine stellen. Da freuen wird alle uns sehr drauf.

DOMRADIO.DE: Um was geht es in den 72 Stunden? Klar, es ist Zeit, um die Welt ein Stückchen besser zu machen. Aber wie?

Annika Jülich: Es gibt ganz, ganz unterschiedliche Aktionen: von Umweltprojekten – es werden Bienenhotels gebaut – bis zu europapolitischen Themen. Es gibt eine Aktion zum Beispiel, bei dem ein Film gedreht wird. Es werden Menschen in der Stadt gefragt: Was denken Sie über Europa? Was ist Ihr Bild von Europa? Dann gibt es eine Fahrservice für ältere Menschen zur Wahlurne. Ganz unterschiedliche Themen werden bespielt. Auch Sozialprojekte in schwierigen Stadtteilen, hier in Köln zum Beispiel. Darum geht es: Vor Ort die Welt ein bisschen besser zu machen in 72 Stunden.

DOMRADIO.DE: Sie haben schon gesagt, dass es auch was mit der Europawahl zu tun hat. Was möchten Sie den Jugendlichen denn auf ihrem Weg zur Wahlurne mitgeben?

Annika Jülich: Bei den über 18-Jährigen appellieren wir sehr, wählen zu gehen. Das ist ein großer Aufruf von uns, ein großes Interesse. Aber ich glaube, das ist für ganz viele Jugendliche in unseren Verbänden selbstverständlich. Deshalb appellieren wir vor allen Dingen an die Jugendlichen, in ihrem Ort darauf aufmerksam zu machen: Am Sonntag ist Europawahl. Da ist es wichtig, dass ihr da hingeht, um für ein geeintes Europa einzustehen.

DOMRADIO.DE: Was glauben Sie, wie wichtig ist Europa für Christen?

Annika Jülich: Es ist für uns Christen wahnsinnig wichtig. Genauso wie für viele andere. Aber ich glaube, dass wir aus unserem christlichen Menschenbild heraus eine besondere Verpflichtung haben, uns in die Politik einzumischen – ohne die Systeme zu verschwimmen zu lassen. Soziale Themen, wie der Umgang mit Geflüchteten, Jugendarbeitslosigkeit: All solche Themen betreffen uns Christinnen und Christen. Da müssen wir aus unserem christlichen Menschenbild heraus handeln.

Das Interview führte Julia Reck. 

(DR)

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