"Fridays for Future"-Demo in Bonn
"Fridays for Future"-Demo in Bonn

24.03.2019

Schülerin aus Pulheim ist begeistert von "Fridays for Future"-Demo in Bonn "Das war elektrisierend"

Klimaschutz und Nachhaltigkeit: Dafür setzen sich Jugendliche bei den "Fridays for Future"-Demos ein - und auch bei der 72-Stunden-Aktion des BDKJ. Ein Interview dazu mit der BDKJ-Diözesanvorsitzenden Elena Stötzel und der Schülerin Sophie Müller.

DOMRADIO.DE: Frau Stötzel, warum teilen Sie die Ziele der Initiatoren von "Fridays for Future"?

Elena Stötzel (BDKJ-Diözesanvorsitzende im Erzbistum Köln): Grundsätzlich sind wir auch der Meinung, dass sich Klimapolitik verändern muss. Wir vertreten ja auch die Interessen von Kindern und Jugendlichen und da ist es selbstverständlich, dass das auch die gleichen Interessen sind wie die der Schülerinnen und Schüler, die deutschlandweit und auch europaweit auf die Straße gehen. Wir finden es einfach wichtig, dass die Meinung von Kindern und Jugendlichen in der Politik gehört wird.

DOMRADIO.DE: Der Druck auf Politik und Gesellschaft, sich deutlich stärker als bisher für den Klimaschutz einzusetzen, soll ja mit den Demos erhöht werden. Verstärkter Umwelt- und Klimaschutz: Ist das auch eines der Zukunftsthemen junger Menschen? Was stellen Sie da unabhängig von den Demos fest?

Stötzel: Das stellen wir massiv fest. Wir merken, dass zum Beispiel an Anträgen, die die Kinder und Jugendlichen bei uns stellen. Wir sind ja auch ein demokratischer Verband, wo die Themen von Kindern und Jugendlichen vorgebracht werden. Wir merken das aber auch an anderen Initiativen, die Kinder und Jugendliche starten. Zum Beispiel steht ja bei uns die 72-Stunden-Aktion jetzt im Mai an. Da können Kinder und Jugendliche selber überlegen, was sie für ein soziales Projekt bei sich vor Ort umsetzen wollen. Da werden ganz viele Projekte zum Thema Nachhaltigkeit entwickelt und auch umgesetzt.

DOMRADIO.DE: Über die 72-Stunden-Aktion sprechen wir gleich nochmal konkreter. Sophie, du bist Schülerin aus Pulheim und warst am Freitag bei der "Fridays for Future"-Demo in Bonn dabei. Was waren deine Eindrücke?

Sophie Müller (Schülerin aus Pulheim, "Fridays for Future"-Demonstrantin): Das war mein erstes Mal, dass ich da war. Meine Eindrücke waren überwältigend, dass so viele Leute da waren. Vor allen Dingen sehr junge Kinder waren da: Grundschulkinder mit ihren Lehrern. Das fand ich toll: Dass neben den Kindern und Jugendlichen viele Unterstützer da waren, die älter sind. Das hat mich überrascht, das habe ich gar nicht so erwartet.

DOMRADIO.DE: Wenn da wirklich 3000 junge Leute zusammenkommen und sich für den Klimaschutz stark machen: Wie war da die Atmosphäre?

Müller: Das war irgendwie elektrisierend, könnte man sagen. Am Anfang war ich nicht so ganz sicher, wie das da läuft. Aber man hat sich da total schnell reingefunden und als da die Parolen gerufen wurden, war man schon echt dabei und irgendwie voll im Moment.

DOMRADIO.DE: Wirst du weitere Demos besuchen?

Müller: Ich denke schon, ich habe es vor in den nächsten Wochen.

DOMRADIO.DE: Politikerverdrossenheit wird ja vielen Menschen oft attestiert. Man würde nicht mehr für seine Themen einstehen. Diese Schülerstreiks zeigen ja tatsächlich das Gegenteil. Ist es auch das, was Sie in den Jugendverbänden täglich erleben?

Stötzel: Auf jeden Fall. Und das auch jetzt schon seit mehreren Jahren. Auch beim Thema Geflüchtete zum Beispiel haben wir gemerkt, dass unfassbar viele junge Menschen sich engagiert und nicht nur politische Forderungen aufgestellt haben, sondern auch selber was getan haben. Zu vielen Themen, die direkt auch Kinder und Jugendliche betreffen merken wir das. Aber auch darüber hinaus.

DOMRADIO.DE: Es wird diskutiert: Sollte das Schuleschwänzen für den Klimaschutz bestraft werden? Was meinen Sie?

Stötzel: Auf keinen Fall. Ich bin da auch sehr überrascht, dass diese Diskussion geführt wird. Das Anliegen geht total unter. Die Kinder und Jugendlichen gehen auf die Straße, weil sie eine veränderte Klimapolitik haben wollen. Und was wird diskutiert: Gehen die in die Schule oder gehen die nicht in die Schule? Das ist total dramatisch. Da merkt man dann wieder, dass Kinder und Jugendliche an manchen Stellen doch nicht ernst genommen werden.

DOMRADIO.DE: Ist das der Schluss, den Sie daraus ziehen?

Stötzel: Ich würde das jetzt nicht allen einzelnen Menschen unterstellen, aber als die Debatte im Landtag geführt wurde, fand ich das schon schrecklich zu hören, dass das eigentliche Anliegen untergegangen ist.

DOMRADIO.DE: Sophie, wie ist das bei dir in der Schule? Wird es da unterstützt, dass ihr auf die Straße geht?

Müller: Ich sag mal so: Unterstützt wird es im Rahmen, dass man nicht so häufig hingeht. Wenn man vorher einen Antrag auf Freistellung stellt, dann ist das eigentlich alles okay.

DOMRADIO.DE: Kommen wir nochmal zurück auf die 72-Stunden-Aktion. "Uns schickt der Himmel" - das ist das Motto. Die Aktion läuft in diesem Jahr vom 23. bis zum 26. Mai - zum zweiten Mal bundesweit. Während der Aktion des BDKJ und seiner Diözesan- und Jugendverbände engagieren sich junge Menschen in ganz Deutschland drei Tage lang für ein soziales Projekt in ihrer Nähe. Frau Stötzel, worum wird es da genau gehen?

Stötzel: Es geht darum, dass alle Kinder und Jugendlichen aufgerufen sind, ein soziales Projekt bei ihnen vor Ort umzusetzen. Das kann ganz vielfältig sein. Einfach etwas, was sie beschäftigt, wo sie merken: Hier läuft irgendetwas nicht so gut oder hier könnte ich unterstützen.

DOMRADIO.DE: Sophie, du bist dann auch dabei. Was macht ihr in Pulheim?

Müller: Wir machen einen Müll-Run. Wir gehen durch die Stadt und sammeln ein, was so auf den Straße liegt. Außerdem gibt es einen Nachtflohmarkt. Jeder, der möchte, kann seine Sachen verkaufen oder schauen, was es so gibt. Außerdem sind Workshops zum Thema Nachhaltigkeit geplant, zum Beispiel zum Thema Müll vermeiden.

DOMRADIO.DE: Einiges ist also schon geplant, vieles aber noch nicht. Wer kann sich denn da wo anmelden, wie läuft das Prozedere?

Stötzel: Man kann sich ganz einfach über die Homepage der 72-Stunden-Aktion anmelden. Da wird dann auch direkt Unterstützung angeboten, wenn man nicht genau weiß, was für ein Projekt man machen will oder irgendwelche Mittel braucht, um das dann tatsächlich umsetzen.

DOMRADIO.DE: Ich habe mal geschaut: Bei der vergangenen 72-Stunden-Aktion - das war 2013 - waren mehr als 170 000 Kinder und Jugendliche in fast 4 000 Aktionsgruppen im Einsatz. Wird das dieses Jahr getoppt?

Stötzel: Schauen wir mal. Noch läuft ja die Anmeldung. Es sieht danach aus, dass zumindest die gleichen Zahlen erreicht werden. Wir sind da ganz zuversichtlich.

Das Interview führte Carsten Döpp.

(DR)

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