Venezuela kommt nicht zur Ruhe
Krise in Venezuela
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27.02.2019

Mexiko bietet Vermittlung in Venezuela-Krise an Kirche appelliert an Armee

Mexiko bietet sich als Ort für Vermittlungsgespräche zwischen der venezolanischen Regierung und der Opposition an. Gleichzeitig appeliert der venezolanische Kardinal Urosa an die Armee, nicht mit Gewalt gegen das eigene Volk vorzugehen.

"Um den Frieden in welchem Land auch immer zu erreichen, sind unsere Türen offen, um Gespräche zu führen", sagte der mexikanische Staatspräsident Andres Manuel Lopez Obrador (am Dienstagabend Ortszeit) bei einer Pressekonferenz in Mexiko-Stadt. Zu solchen Gesprächen seien auch ranghohe Diplomaten, etwa der Vereinten Nationen oder Papst Franziskus, als Vermittler willkommen.

Unterdessen meldeten kolumbianische Medien unter Berufung auf die nationale Migrationsbehörde, seit dem gescheiterten Transport der von der venezolanischen Opposition organisierten humanitären Hilfslieferungen von Kolumbien nach Venezuela hätten bereits mehr als 320 Angehörige der Sicherheitskräfte ihr Land verlassen und seien nach Kolumbien geflohen. Die Behörde werde die Soldaten und Polizisten nicht als "Deserteure" behandeln, sondern als Migranten.

Armee kooperiert mit Paramilitärs

Der venezolanische Kardinal Jorge Urosa rief Armee und Behörden seines Landes auf, nicht die Waffen gegen das eigene Volk zu erheben, wie dies zuletzt im brasilianisch-venezolanischen Grenzgebiet geschehen sei. Von der Regierung Maduro forderte er, keine irregulären gewalttätigen Banden zur Kontrolle der Öffentlichkeit mehr einzusetzen. Die Opposition hatte berichtet, dass regierungsnahe paramilitärische Banden, die sogenannten Colectivos, gegen Demonstranten vorgegangen sein. Geflohene Sicherheitskräfte hatten in Kolumbien berichtet, es gebe einen Befehl an die Armee, mit diesen Banden zusammenzuarbeiten.

Machtkampf hält an

Venezuela wird von einem Machtkampf zwischen dem linken Präsidenten Nicolas Maduro und dem selbsternannten bürgerlichen Interimspräsidenten Juan Guaido erschüttert. Die Opposition erkennt wegen Maduros umstrittenem Wahlsieg ohne aussichtsreiche Gegenkandidaten dessen zweite Amtszeit nicht an. Parlamentspräsident Juan Guaido wurde daraufhin als Interimspräsident vereidigt. Er will transparente Neuwahlen unter internationaler Beobachtung. Zahlreiche Länder Lateinamerikas und der EU sowie die USA und Kanada erkennen Guaido als Präsidenten an.

Am Wochenende sollten von der venezolanischen Opposition organisierte Hilfsgüter der US-Hilfsorganisation USAID mit Hilfe von Freiwilligen über die kolumbianische Grenze ins Land gelangen. Die Regierung Maduro verhinderte dies mit dem Einsatz von Sicherheitskräften; bei Ausschreitungen an den Grenzen gab es mehrere Tote. Maduro verurteilte das Vorgehen als internationale Aggression gegen sein Land.

(KNA)

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