Nach dem Terroranschlag auf eine katholische Kirche in Jolo
Nach dem Terroranschlag auf eine katholische Kirche in Jolo
Kirche auf den Philippinen unter Druck?
Kirche auf den Philippinen unter Druck?

28.01.2019

Hintergründe zum Kirchenanschlag auf den Philippinen Die religiöse Besonderheit der Insel Jolo

Nach dem verheerenden Bombenanschlag auf eine katholische Kirche auf der Insel Jolo im Süden der Philippinen hat die Terrormiliz "Islamischer Staat" die Tat für sich reklamiert. Was steckt hinter der Attacke in dem mehrheitlich christlichen Land?

DOMRADIO.DE: Bei dem Anschlag starben mindestens 20 Menschen, über 100 wurden verletzt. Sie sitzen in Manila, das ist weit weg von Jolo. Sie haben den Anschlag dennoch mitbekommen: Haben Sie Kontakt zu Menschen vor Ort?

Pater Franz-Josef Eilers (Steyler Missionare): Einer der Priester dort ist mein guter Freund. Ich war besorgt um ihn und da habe ich ihn angerufen. Er hat mir erzählt, dass er nicht vor Ort war. Er war völlig niedergeschlagen, weil etliche seiner Freunde umgekommen sind. Die ganze Insel ist unter ständiger Militärüberwachung.

DOMRADIO.DE: Die Terrormiliz Islamischer Staat hat die Tat mittlerweile für sich reklamiert. Nun sind die Philippinen überwiegend katholisch. Welche Bedrohung geht für die Christen im ganzen Land aus?

Pater Eilers: Ich bin nicht sicher, ob das für das ganze Land gilt. Aber Jolo war immer eine Insel, wo der Islam stärker war als anderswo. Der Priester hat mir erzählt, dass sie, wenn sie von der Pfarrei irgendwo anders hingehen, Polizeibegleitung brauchen. Es gab in den vergangenen Jahren zwar fünf bis sechs kleinere Anschläge, aber keinen, der so groß war wie jetzt.

DOMRADIO.DE: Der Anschlag ereignete sich nur zwei Tage nach Bekanntgabe der Ergebnisse eines Referendums. Das hat eine erweiterte Autonomie der Region beschlossen. Auf der südphilippinischen Inselgruppe leben nämlich vor allem Muslime und die wollen gern mehr Autonomie haben. In der Provinz, wo der Anschlag passierte, hat die Bevölkerung aber mehrheitlich gegen dieses Autonomiegesetz gestimmt. Sind die Bomben als eine Art Rache dafür zu sehen?

Pater Eilers: Das ist nicht der einzige Grund. Es geht sicher auch gegen die Christen. Sie sind eine kleine Minderheit dort. Die Seelsorge ist für die Leute vor Ort vorgesehen, aber auch für die Soldaten, die geistliche Betreuung brauchen. Das gehört dazu. Die christlichen Soldaten kommen natürlich auch in die Kirche.

DOMRADIO.DE: Ein Sprecher von Präsident Rodrigo Duterte betonte, die Attentäter würden erbarmungslos verfolgt. Auch der Papst und andere Kirchenvertreter haben die Anschläge verurteilt. Was kann den Christen vor Ort helfen, abgesehen von Solidaritätsbekundungen und Gebeten?

Pater Eilers: Wenn ich ehrlich sein soll, ist das Routine. Das kommt häufiger vor, dass die Regierung sagt, dass sie die Attentäter bis zum Ende verfolgen will. Aber dann passiert nichts mehr hinterher oder nicht mehr viel. Ich würde das nicht so ernst nehmen.

Das Interview führte Marion Sendker.

(DR)

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