Mann mit einer AfD-Kappe
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BDKJ warnt: Rechte Gefahr lauert im Netz
BDKJ warnt: Rechte Gefahr lauert im Netz

04.12.2018

Wie können katholische Jugendverbände mit der AfD umgehen? "Wir erkennen Angriffe auf unsere Arbeit"

Seit die AfD in der Politik mitmischt, werden Diskussionen häufig radikaler geführt. Für den Bund der Deutschen Katholischen Jugend ist das ein Thema, auch weil die AfD die Finanzierung der einzelnen Verbände in fast allen Bundesländern anzweifelt.

DOMRADIO.DE: Wie reagiert man auf die Alternative für Deutschland (AfD)? Das ist ein Problem, mit dem sich Politiker aller Parteien konfrontiert sehen. Warum treibt Sie das auch als katholischer Jugendverband um? 

Yvonne Everhartz (Referentin für Jugendpolitik beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend): Wir sind in unterschiedlichen Bereichen auch damit konfrontiert. Ein Punkt ist sicherlich, dass die AfD sehr einseitig, sogenannte christliche Werte für sich vereinnahmt und auf eine Art und Weise definiert, die wir ablehnen. Und ein anderer Punkt ist, dass wir als Jugendverband auch von der AfD angegriffen werden und unsere Arbeit hinterfragt wird.

Die AfD hat in fast allen Landesparlamenten Anfragen an die Finanzierung und die inhaltliche Arbeit von Jugendverbänden gestellt. Das hat dann nicht immer in erster Linie den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) getroffen, aber die Landesjugendringe, in denen wir ja Mitglied sind. Das erkennen wir durchaus auch als Angriffe auf unsere Arbeit und damit müssen wir uns auseinandersetzen. 

DOMRADIO.DE: Und mit der AfD reden oder ignorieren? War das heute auch ein Thema?

Everhartz: Ja klar. Das ist glaube ich immer ein Thema. Nicht mit der AfD zu reden, bedeutet meistens nicht, dass man sie ignoriert. Meistens redet man ja dann doch über die AfD. Gerade beim letzten Katholikentag haben wir als BDKJ uns sehr eindeutig positioniert und uns gegen eine Einladung der AfD ausgesprochen. Das ist auch weiterhin unsere Haltung. Wir sehen den Katholikentag nicht als Bühne, er ist keine x-beliebige Fernseh-Talkshow, wo es vor allem um Kontroversen geht, sondern eigentlich um ein gemeinschaftliches Projekt. Da hat die AfD unserer Meinung nach nicht so viel zu beizutragen. 

Natürlich haben wir aber auch an anderen Stellen den Punkt, dass es vielleicht Podiumsdiskussionen gibt, wo auch Vertreterinnen und Vertreter des BDKJs eingeladen werden und auch jemand von der AfD. Da muss man glaube ich im Einzelfall teilweise auch mal abwägen, ob das jetzt sinnvoll ist, daran teilzunehmen oder nicht. Man muss schauen, wie das Setting ist: können wir unsere Punkte da gut deutlich machen oder nicht. Und was heute eine Teilnehmerin dann als Fazit für sich auch gesagt hat, ist glaube ich sehr wichtig. Wir entscheiden mit wem wir reden und wann wir reden möchten. Wir können uns nicht vorschreiben lassen oder uns nicht zwingen lassen mit jemandem zu sprechen. Das können wir schon selber entscheiden, an welchen Stellen wir das tun und wo auch nicht.

DOMRADIO.DE: Wie wollen sie sich als BDKJ zukünftig gegenüber der AfD verhalten? 

Everhartz: Das ist glaube ich sehr schwierig allgemein zu beantworten, weil wir ja ein sehr vielfältiger Verband sind und natürlich auch die Gemeinden sehr vielfältig sind. Neben dieser allgemeinen Haltung, dass wir grundsätzlich nicht kooperieren mit Organisationen, die rechtsextremes oder antidemokratisches Gedankengut dulden – das ist schon länger die Beschlusslage bei uns – haben wir heute sehr deutlich einen weiteren Punkt festgehalten. Natürlich kann es Situationen geben, gerade vielleicht auch im privaten oder kleineren Rahmen, wo man mit Vertreterinnen und Vertretern der AfD diskutiert, aber dann auch nur über Themen, wie zum Beispiel Generationengerechtigkeit oder Rente.

Wir möchten sehr klar definieren, über welche Themen wir diskutieren wollen und über welche Themen nicht. Über die allgemeine Gültigkeit der Menschenrechte zum Beispiel diskutieren wir nicht, mit niemandem und auch nicht mit einem Vertreter oder einer Vertreterin der AfD.

DOMRADIO.DE: Rechtspopulisten sind sehr umtriebig in sozialen Netzwerken und ziemlich oft ausfallend und undemokratisch. Wie wollen sie dann bei diskussionswürdigen Themen mit der AfD diskutieren?

Everhartz: Genau dazu gab es einen Workshop heute. Ein Ergebnis war, dass die Regeln in sozialen Netzwerken sehr wichtig sind, nach denen man diskutiert. Manche Plattformen nennen das den "Code of Conduct", das bedeutet, dass es eine Moderation gibt. Es muss deutlich sein, dass keine Beleidigungen ausgesprochen werden dürfen und menschenfeindlichen Kommentare gelöscht werden. Die Verbände, die zum BDKJ gehören und an vielen Stellen ehrenamtlich tätig sind, müssen sich darüber verständigen, welche Regeln sie aufstellen, beispielsweise auf ihren Facebookseiten. Wenn Diskussionen ausarten, muss es Regeln geben, sodass rechte Hetze keine Plattform bekommt. 

(DR)

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