Pittsburgh: Donald Trump (l), Präsident der USA, und First Lady Melania Trump legen Steine vom Weißen Haus auf eine Gedenkstätte
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Der Demonstrant Joe demonstriert vor dem Weißen Haus mit einem Schild
Der Demonstrant Joe demonstriert vor dem Weißen Haus mit einem Schild

31.10.2018

Erste Beerdigungen nach Attentat auf Synagoge Trump in Pittsburgh

Die USA trauern um die Opfer des Angriffs auf eine Synagoge in Pittsburgh. Am Tag der ersten Beerdigungen besucht Präsident Trump die Stadt, um sein Mitgefühl auszudrücken. Nicht alle heißen ihn willkommen.

Drei Tage nach dem verheerenden Attentat auf jüdische Gläubige in einer Synagoge in Pittsburgh sind erste Opfer beerdigt worden. Zahlreiche Trauernde hätten an den Gottesdiensten für die ersten drei der elf Toten teilgenommen, berichtete die "Pittsburgh Post-Gazette". US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump besuchten am Dienstagnachmittag die "Tree of Life"-Synagoge, die ein Rechtsextremist am Samstag angegriffen hatte. Bei seinem umstrittenen Besuch in Pittsburgh äußerte sich der Präsident zunächst nicht öffentlich.

Die "New York Times" berichtete, in der Nähe der Synagoge hätten sich rund 1.500 Demonstranten versammelt, um gegen Trumps Besuch zu protestieren. Auf Schildern der Demonstranten waren Slogans wie "Wählt den Hass ab" zu sehen.

Mehr als 25.000 Menschen sollen einen Offenen Brief des jüdischen Verbandes "Bend the Arc" unterzeichnet haben, wonach Trump nicht willkommen sei in Pittsburgh, so lange er gegen Einwanderer und Flüchtlinge hetze. Der Bürgermeister von Pittsburgh, Bill Peduto, hat laut der Zeitung "Pittsburgh Post Gazette" die Einladung des Weißen Hauses zu einem Treffen mit Trump abgelehnt. Auch der Gouverneur von Pennsylvania, Tom Wolf, habe sich nicht mit dem Präsidenten treffen wollen.

Kritiker werfen Trump vor, mit seiner Rhetorik - die vor den Kongresswahlen am 6. November noch einmal an Schärfe zugenommen hat - Spannungen zu schüren und Gewaltausbrüche wie jenen in Pittsburgh mit zu verantworten. Trump wiederum gab den Medien eine Mitschuld an den wachsenden Spannungen.

Melania Trump legte weiße Rosen nieder

Trump hatte dem Sender Fox News vor seiner Reise nach Pittsburgh gesagt, er wolle mit seinem Besuch Respekt zollen. Trump wollte auch Verletzte im Krankenhaus besuchen, darunter Polizisten, die bei dem Angriff verwundet wurden. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Senders, sagte, Donald und Melania Trump wollten die Unterstützung des amerikanischen Volkes zum Ausdruck bringen und mit den Menschen in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania trauern.

Melania Trump legte an Gedenksteinen für die Toten weiße Rosen nieder. Reporter aus dem Tross des Präsidenten berichteten, Trump sei außer von der First Lady von seiner Tochter Ivanka Trump und deren Ehemann Jared Kushner begleitet worden. An der Synagoge hätten sich außerdem Finanzminister Steve Mnuchin und der israelische Botschafter in den USA, Ron Dermer, eingefunden.

Kritik an Medien erneuert

In seinem Interview bei Fox News erneuerte Trump seine Kritik an Medien, die seiner Darstellung nach "Fake News" verbreiten. Trump meint damit Medien, die kritisch über ihn berichten und die er als "Feinde des Volkes" bezeichnet. Kritik daran, dass er seit kurzem offen Nationalismus propagiert, wies der US-Präsident zurück. "Ich bin stolz auf dieses Land, und das nenne ich Nationalismus", sagte er. "Ich sehe darin keine andere Assoziation."

Rabbiner Jeffrey Myers von der "Tree of Life"-Synagoge und der israelische Botschafter in den USA, Ron Dermer, begrüßten den Präsidenten in Pittsburgh. Myers sagte dem Fernsehsender CNN, der Präsident der Vereinigten Staaten sei immer willkommen: "Ich bin ein Bürger. Er ist mein Präsident."

Elf Menschen getötet

Am Samstag hatte ein 46-jähriger Rechtsradikaler in der "Tree of Life"-Synagoge elf Menschen im Alter zwischen 50 und 97 Jahren erschossen. Nach den Worten von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu handelt es sich um das folgenschwerste antisemitische Verbrechen in der Geschichte der USA. Dem mutmaßlichen Attentäter werden 29 Straftaten zur Last gelegt, darunter Mord in elf Fällen. Laut Justizminister Jeff Sessions könnte ihm die Todesstrafe drohen.

Vor dem Attentat auf die Synagoge hatte ein anderer Mann zahlreiche Briefbomben an Trump-Kritiker geschickt. Er wurde am Tag vor dem Attentat festgenommen. Die beiden Vorfälle haben das Land aufgewühlt - nur wenige Tage vor den wichtigen Kongresswahlen in den USA.

(dpa, epd)

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