Donald Trump und die Religionen
Donald Trump und die Religionen
Papst Franziskus spricht mit dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump (Archiv)
ARCHIV - Papst Franziskus spricht mit dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump

23.10.2018

Donald Trump und die Religionen Offene Türen für evangelikale Christen

Donald Trump hat seine Türen weit für evangelikale Kirchenführer geöffnet. Andere Religionsgemeinschaften bekommen nur selten oder gar keinen Zutritt ins Weißen Haus.

Patrick Carolan erinnert sich noch sehr genau an die beiden Amtsperioden von Barack Obama (2009-2017). In den acht Jahren traf sich der Exekutivdirektor des "Franziskanischen Action Netzwerks" regelmäßig mit Mitarbeitern des 44. US-Präsidenten. Seit Donald Trump in der Pennsylvania Avenue residiert, wird Carolan nicht mehr vorgelassen.

Die amtierende Regierung interessiert sich nur am Rande für die Umweltfragen, die dem Netzwerk des Franziskanerordens am Herzen liegen. "Wir haben noch nie zu irgendeinem Treffen eine Einladung erhalten", sagt Carolan. Das ist auch im Vergleich zu früheren Republikanern wie George W. Bush ungewöhnlich. Nie zuvor habe ein Präsident sich so einseitig informieren lassen.

Evangelikale sind Trumps Lieblings-Christen

Die Erfahrung des Ausgeschlossen-Seins machen auch andere religiöse Organisationen. Allein für Evangelikale findet sich stets ein Ansprechpartner im Weißen Haus; zuweilen der Präsident höchstpersönlich. Der "National Catholic Reporter" wittert Methode hinter der Ausgrenzung. Als Beleg zitiert die Zeitschrift eine Einladung zum interreligiösen Dialog im Dining Room des Weißen Hauses, die nur evangelikale Kirchenführer erhielten.

Zu Beschwerden über eine privilegierte Behandlung einer einzelnen religiösen Gruppe erklärte die Regierung gegenüber dem "Religions News Service", man setze sich weiterhin "für die Belange von hunderten von Glaubensführern und zu verschiedenen Themen ein, die sich direkt auf ihre Gemeinschaften auswirken".

Kein gutes Verhältnis zu den Muslimen im Land

Grundsätzlich belastet ist das Verhältnis der muslimischen Gemeinschaft zur US-Regierung. In den ersten Monaten der Amtszeit Trumps herrschte absolute Funkstille zwischen islamischen Organisationen und dem Weißen Haus. Was auf Gegenseitigkeit beruhte.

Aus Protest gegen eine anti-muslimische Politik Trumps sagte etwa der Leiter der muslimischen Gemeinde von Nord-Virginia, Imam Mohamed Magid, noch im Mai eine Einladung ins Weiße Haus zum nationalen Gebetstag ab. Derweil gibt es zumindest bei einigen Ministerien einen Austausch mit US-Muslimen. Darunter auch ein Treffen mit dem US-Botschafter für internationale Religionsfreiheit, Sam Brownback, über die Notlage der muslimischen Rohinga-Minderheit in Birma.

Wie steht es um Trump und die Juden?

Besser ergeht es den Repräsentanten der jüdischen Gemeinden. "Unabhängig davon, wer im Weißen Haus regiert, konnten wir immer sicherstellen, dass die reformierte jüdische Bewegung einen Platz am Tisch hat und unsere Anliegen mit Respekt berücksichtigt werden", sagte der Direktor des "Religious Action Center of Reform Judaism", Rabbi Jonah Dov Pesner.

Mehr Aufmerksamkeit erhält allerdings die Orthodoxe Jüdische Gemeinde Amerikas, der Trumps Tochter Ivanka und Schwiegersohn Jared Kushner angehören. Nathan Diamant, Exekutiv-Direktor der Union orthodoxer Gemeinden, lobt Trumps Einladung zum jüdischen Lichterfest, zum Nationalen Gebetstag im Rosengarten und eine Telefonkonferenz vor dem jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana.

Ganz andere Erfahrungen machen die Sikhs. Die Kontakte mit dem Weißen Haus seien "sehr begrenzt bis praktisch nicht existierend", sagt der Führer des Sikh-Rates, Kavneet Singh. "Wir haben versucht, die Trump-Administration zu kontaktieren, aber ohne Erfolg."

Doch keine Sonderbehandlung?

Die evangelikalen Christen möchten ihrerseits von einer Sonderbehandlung nichts wissen. Johnnie Moore, der als inoffizieller Sprecher der Evangelikalen diente, die für Trump im Oval Office gebetet haben, behauptet, er sei Zeuge mehrere Zusammenkünfte mit anderen Religionsgemeinschaften gewesen. "Ich war bei Treffen im Weißen Haus mit katholischen, orthodoxen, protestantischen und evangelischen Christen sowie mit hinduistischen, jüdischen und muslimischen Bürgern und Geistlichen", sagt er.

Der Chef des Franziskaner-Netzwerks, Carolan, beobachtet etwas ganz anderes. Katholiken und andere Religionsgemeinschaften hätten nicht ansatzweise den Zugang zum Weißen Haus, wie ihn die Evangelikalen haben. "Ich kenne keine einzige nicht-evangelikale Organisation, die regelmäßig mit der Trump-Regierung in Kontakt steht."

Thomas Spang
(KNA)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 15.10.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Ein halbes Jahr nach dem Brand: Wie sieht es in Notre Dame aus?
  • Das Leben als Blinde in einer Großstadt
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Gedenkgottesdienst in Halle
  • "Grüne Damen" feiern 50jähriges Bestehen
  • Trierer "KulturKapellen"
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Gedenkgottesdienst in Halle
  • "Grüne Damen" feiern 50jähriges Bestehen
  • Trierer "KulturKapellen"
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff