Kirche kritisiert Absenkung der US-Obergrenze für Flüchtlinge

"Zutiefst beunruhigend"

Die US-Regierung will im kommenden Jahr deutlich weniger Flüchtlinge ins Land lassen als bisher. Die US-Bischöfe finden das "zutiefst beunruhigend". Als Nation von Einwanderern müssten die Türen öffen sein.

Menschen am Grenzzaun, der die USA und Mexiko trennt. / © Gregory Bull (dpa)
Menschen am Grenzzaun, der die USA und Mexiko trennt. / © Gregory Bull ( dpa )

Mit Kritik haben Kirchenvertreter und Menschenrechtsgruppen auf die von der US-Regierung geplante Begrenzung der Flüchtlingsaufnahme auf maximal 30.000 Personen pro Jahr reagiert. Dies sei "zutiefst beunruhigend", kommentierte der Vorsitzende für Migrationsfragen bei der US-Bischofskonferenz, Bischof Joe Vasquez, die Ankündigung am Mittwoch. "Wir als Land sind mit riesigen Ressourcen gesegnet, die uns in die Lage versetzen, diejenigen, die vor Schaden fliehen, sicher aufzunehmen", so Vasquez.

Als Nation von Einwanderern müssten "wir unsere Türen für Flüchtlinge öffnen", forderte auch der Exekutivdirektor des Franciscan Action Network, Patrick Carolan. Einfach nur "beschämend" sei die neuerliche Absenkung der Obergrenze um ein Drittel im Vergleich zum laufenden Geschäftsjahr, erklärte die Direktorin der Leadership Conference of Women Religious, Carol Zinn.

Nur knapp 21.000 der 45.000 erlaubten Flüchtlinge offiziell aufgenommen

Die Verringerung der zurzeit 45.000 jährlichen Flüchtlingsaufnahmen soll ab 1. Oktober, dem Beginn des neuen US-Geschäftsjahres gelten. Außenminister Mike Pompeo hatte die historisch niedrige Marke kürzlich verkündet. Kritiker bemängeln vor allem, dass dies ohne Abstimmung mit dem Kongress geschehen sei, dies sei gesetzlich vorgeschrieben.

Obwohl das aktuelle Geschäftsjahr Ende September abschließt, sind bislang nach Angaben des Verbands Refugee Council USA nur knapp 21.000 der 45.000 erlaubten Flüchtlinge offiziell aufgenommen worden.


Quelle:
KNA