Interessenten besichtigen eine freie Eigentumswohnung der gehobenen Preisklasse
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19.09.2018

Caritas fordert Alternativen zum Kampf auf dem Wohnungsmarkt "Jedem ein bezahlbares Zuhause ermöglichen"

Ende der Woche trifft sich die Koalition zum Wohngipfel im Kanzleramt. Dabei soll es auch um Steueranreize für Investoren gehen. Doch die Caritas fordert ein generelles Umdenken. Wohnen dürfe nicht einem Markt unterworfen werden.

DOMRADIO.DE: Für die Stadt hieß es früher mal: Kein Mensch muss auf der Straße schlafen. Gilt es heute immer noch so?

Andreas Sellner (Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V.): Das gilt immer noch so. Das heißt, dass die Kommunen, die Städte und auch die Kreise entsprechende Notunterkünfte für den Fall, dass jemand tatsächlich akut obdachlos ist und auf der Straße schlafen müsste, bereithalten.

Weshalb dann trotzdem Menschen auf der Straße schlafen, dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Aber eigentlich müsste jeder ein Dach über dem Kopf - zumindest für die ersten Nächte - bekommen.

DOMRADIO.DE: Also es ist kein Wohnungs-Ersatz, sondern eher eine Notschlaf-Möglichkeit. Inwieweit kann denn die Caritas bei der Wohnungslosigkeit aktiv werden? Haben Sie eigene Wohnungen?

Sellner: Wir haben auch eigene Wohnungen. Wir haben zunächst erst mal Einrichtungen und Dienste, die die Menschen ansprechen, die in Wohnungsnot geraten und wohnungslos sind. Da es unterschiedliche Gründe gibt, warum Menschen arbeitslos werden, helfen wir als Caritas je nach Bedarf.

DOMRADIO.DE: Zum Beispiel?

Sellner: Als erste Hilfe können in Not geratene in Wohnhäusern unterkommen. Als nächsten Schritt gibt es dann betreutes Wohnen, wenn die Menschen begleitet und unterstützt werden wollen und müssen. Und für diejenigen, die selbstständig wohnen können, bieten wir Hilfe durch eigene Wohnungen mit Mietverträgen.

DOMRADIO.DE: Jetzt fordert Ihr Verband mit dem Jahres-Motto "Jeder Mensch braucht ein Zuhause", dass die Menschen unterkommen. Ist die Lage wirklich so angespannt?

Sellner: Wir wollen als Caritas darauf aufmerksam machen, dass die Wohnungsnot und die Verknappung bezahlbaren Wohnraums nicht nur Wohnungslose, sondern die gesamte Bevölkerung in Deutschland betrifft und das Thema mitten in der Gesellschaft angekommen ist. Gutverdiener bis Geringverdiener finden nur schwer Wohnungen, die bezahlbar sind.

Schwerer haben es natürlich besonders die Menschen, die ein geringes Einkommen haben und arbeitslos sind. Sie stehen in der Schlange derjenigen, die nach Wohnungen suchen, ganz hinten.

DOMRADIO.DE: Jetzt gibt es in den Ballungszentren - Sie haben es gesagt - den angespannten Wohnungsmarkt. Wohnungen sind knapp und teuer. Ist dieser Markt dann letztendlich auch mitverantwortlich für die Wohnungslosigkeit?

Sellner: Das ist dieser Markt sicherlich auch, weil wir Wohnen als ein Grundrecht und ein Menschenrecht verstehen. Wohnen ist ein Gut und kein Markt-Gut. Es ist nicht einfach frei am Markt verfügbar. Zudem ist uns wichtig, dass Wohnen dazu da ist, dass man dort eine Privatsphäre hat und geschützt ist. Das ist ein Selbstverständnis von Wohnen, was einfach nicht einer Beliebigkeit eines Marktes unterworfen sein darf. Ist es aber.

DOMRADIO.DE: Wie soll es dann laufen?

Sellner: Wir wollen hier die Politik verpflichten, jedem Menschen ein Zuhause zu ermöglichen, das auch bezahlbar ist. Die Politik muss entsprechende Wohnungsbauförderungen weiter aufstocken, aber auch bereits entsprechend vorhandener Wohnraum muss habhaft werden. Vor allen Dingen muss das auch zeitnah passieren, weil wir nicht warten können, bis neu gebaut wird.

Das Interview führte Tobias Fricke.

(DR)

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