Wahlplakat der AfD
Wahlplakat der AfD
Marie-Theres Kastner
Marie-Theres Kastner

12.09.2018

Kritik an AfD-Plakat mit Forderung nach islamfreien Schulen in Bayern Was heißt hier "Deutsche Leitkultur"?

In Bayern wirbt die AfD auf einem Plakat mit dem Slogan "Deutsche Leitkultur! Islamfreie Schulen!". Damit richte sich die AfD nicht nur gegen das Grundgesetz, sondern Religion an sich, kritisiert die Katholische Elternschaft Deutschlands.

DOMRADIO.DE: Wie verstehen Sie das Wahlplakat, das in Bayern gerade zu sehen ist?

Marie-Theres Kastner (Bundesvorsitzende der Katholischen Elternschaft Deutschlands): Das Wahlplakat bedient populistische Forderungen und das ist immer schlecht. Ich habe mich sehr aufgeregt über das Plakat, weil es überhaupt nicht in unsere Zeit passt und es Vorschub leistet, dass jeder, der dem islamischen Glauben angehört, ein potenzieller Terrorist ist.

DOMRADIO.DE: "Islamfreie Schulen" lautet die Überschrift. Sie sagen aber, das geht noch ein Stück weiter.

Kastner: Wenn man das Wahlprogramm der AfD in Bayern liest, sieht man sehr deutlich, dass dort von Heimat, von schönen Landschaften, vielleicht auch von Kunstwerken und einem dubiosen Bauchgefühl geredet wird, aber nicht von Religionen. Ganz im Gegenteil. Es gibt ein ausgesprochen deutliches Kapitel, das dafür wirbt, den Bischöfen die Gehälter zu entziehen. Da kann man vielleicht noch diskutieren, ob die Gehälter hoch oder niedrig sind. Die AfD wirbt aber für die Aufhebung des Konkordats, also für eine völlige Trennung von Religion und Staat. Und wenn ich mir die bayerische Politik, die Bevölkerung und die Kultur anschaue, dann hat das alles ganz viel mit dem gelebten Glauben zu tun.

DOMRADIO.DE: Religiöser Unterricht gehört in die Schule, sagt die Katholische Elternschaft Deutschlands. Auch Islamunterricht – warum?

Kastner: Weil wir ein Grundgesetz haben, dass die Glaubensfreiheit garantiert. Und ich glaube, dass es nicht ein Fehler ist, wenn man andere Religionen kennt und kennenlernt und man sich mit ihnen geistig und inhaltlich auseinandersetzt.

DOMRADIO.DE: Auf den Plakaten der AfD steht auch noch "Deutsche Leitkultur". Darüber haben Sie sich geärgert.

Kastner: Natürlich. Was heißt "Deutsche Leitkultur"? Deutsche Leitkultur hat ganz viel damit zu tun, dass wir uns darauf berufen, eine Nation zu sein, die auf den Grundlagen des christlichen Abendlandes besteht. Das heißt, ich muss gucken, wie ich das christliche Abendland definiere. Und das geht nur über den christlichen Glauben. Wenn da in unseren Kirchen Missstände aufgedeckt werden oder wenn es nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen, dann ist das die eine Sache. Aber das, was jeder als persönlichen Glauben hat und lebt, möchte er auch an die junge Generation weitergeben.

DOMRADIO.DE: Die Katholische Elternschaft Deutschlands möchte zum Beispiel einen katholischen Religionsunterricht in den Schulen stärken. Könnte es da nicht auch ein mögliches Ziel sein, den Islam aus den deutschen Schulen herauszuhalten?

Kastner: Nein, das ist kein Ziel. Wenn man für das Eine eintritt, ist man nicht gegen das Andere. Wir sind natürlich dafür, dass unsere Kinder Religionsunterricht erhalten, egal ob katholisch, evangelisch oder auch muslimisch. Wenn wir den Religionsunterricht den Moscheen überlassen, wo in einer fremden Sprache unterrichtet wird und wir nicht nachvollziehen können, was dort läuft, dann ist das eher zum Schaden als zum Segen der Kinder und auch unseres Staats.

DOMRADIO.DE: Was können Sie jetzt tun?

Kastner: Wir haben mit unserer Pressemeldung darauf aufmerksam machen wollen, dass die Leute das Programm der AfD wirklich lesen und dann wirklich gucken, was da über die Trennung von Kirche und Staat und auch die Ablehnung von Religion letztendlich gesagt wird. Es geht um ein Bewusstseinmachen.

DOMRADIO.DE: Ist Religion denn Ländersache? Haben Sie als katholischer Verband ein Mitspracherecht?

Kastner: Ja, natürlich. Unsere Landesverbände haben ein Mitspracherecht bei allen Gesetzen, die die Schulen betreffen. Deshalb gibt es Landesverbände, die angehört werden und die sich einbringen können. Und das werden wir sicherlich in der gebotenen Form auch tun.

Das Interview führte Dagmar Peters.

(DR)

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