NRW befürchtet nun auch Erdogan-Auftritt
Recep Tayyip Erdogan

12.09.2018

Ditib nennt Erdogan-Besuch in Kölner Moschee "spekulativ" Erdogan-Auftritt in Zentralmoschee?

Kommt er oder nicht? Der deutsch-türkische Moscheeverband Ditib hat einen angeblich geplanten Besuch seiner Kölner Zentralmoschee durch den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan als "rein spekulativ" bezeichnet.

"Uns liegt keine diesbezügliche Anfrage vor", sagte Ditib-Sprecherin Ayse Aydin dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstag). "Gäbe es etwas Konkretes, würden wir darüber von uns aus informieren." Es bestehe kein Grund für Heimlichtuerei. Laut der Düsseldorfer "Rheinischen Post" möchte Erdogan während seines Staatsbesuchs in Deutschland vom 27. bis 29. September die Kölner Moschee besuchen.

Treffen mit Landsleuten?

Das Treffen mit Landsleuten könnte nach Angaben der Düsseldorfer Zeitung am dritten Tag des Besuchs Erdogans, am Samstag, dem 29. September, stattfinden. Die ursprüngliche Idee - eine Großveranstaltung mit Tausenden Deutschtürken in einer Halle - stößt auf Skepsis in der Bundesregierung. Im Gespräch waren das Berliner Tempodrom und die Dortmunder Westfalenhalle.

Der "Stadt-Anzeiger" zitiert Moschee-Kreise, wonach eine offizielle Eröffnungsfeier für das vom Architekten Paul Böhm entworfene Gebäude eines längeren Vorlaufs bedürfte, da hierzu auch Prominenz aus Bund, Land und Stadt eingeladen werden würde. Die Moschee sei ohnehin bereits seit 2017 "voll in Betrieb". Eine Einweihung der Moschee wäre "nur das Sahnehäubchen" und habe aus Sicht der Verantwortlichen "keine solche Dringlichkeit".

Planungen laufen noch

Ein Berater der türkischen Regierung sagte der "Rheinischen Post", dass Erdogan die Moschee besuchen wolle. Er betonte zugleich: "Wir wollen dies aber nur im Einvernehmen mit der deutschen Politik machen." Die deutsche Seite hielt sich bedeckt. "Derzeit laufen die Planungen für den Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Erdogan. Zu einzelnen Programmpunkten informieren wir zu gegebener Zeit", sagte eine Sprecherin des Bundespräsidenten. Eine Sprecherin der Stadt Köln sagte, für einen Besuch Erdogans liege keine Anfrage vor.

Die Großmoschee gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Moscheebauten in Westeuropa. Das Herzstück der über großzügige Freitreppen zugänglichen Anlage ist der 36 Meter hohe, rund 1.200 Besucher fassende Kuppelsaal mit seinen geschwungenen Betonschalen und Glasfassaden. Die beiden Minarette bringen es auf 55 Meter. Der Grundstein zu der Moschee wurde 2009 gelegt. Zahlreiche Konflikte sorgten dafür, dass sie erst 2017 in Betrieb genommen wurde.

(KNA)