Markus Söder betet in der Wallfahrtskirche Maria Vesperbild in Ziemetshausen
Markus Söder betet in der Wallfahrtskirche Maria Vesperbild in Ziemetshausen
Söder zündet eine Kerze an
Söder zündet eine Kerze an
Markus Söder in der Wallfahrtskirche
Markus Söder in der Wallfahrtskirche

08.08.2018

Söder besucht Wallfahrtsort Maria Vesperbild Keine Worte, viele Zeichen und Kritik

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat die mittelschwäbische Wallfahrtsstätte Maria Vesperbild besucht. Er selbst äußerte sich nicht, sondern ließ Symbole sprechen: gemeinsames Gebet, Kerze anzünden und die Bayernhymne.

"Wir Christen sind Ihnen überaus dankbar, dass Sie ein Zeichen für das Christentum setzen", mit diesen Worten begrüßte Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart am Mittwoch Bayerns Ministerpräsident in Ziemetshausen. Söder selbst äußerte sich dagegen nicht öffentlich. Auch wenn dieser Besuch von der örtlichen SPD kritisch gesehen wird, da es "blasphemische Züge" hätte, und Söder nichts heilig sei, wenn es um den Wahlkampf gehe, sieht das Reichert ganz anders. 

"Das ist eine rein religiöse Veranstaltung. Er kommt einfach hierher, um zu Beten und zu zeigen, dass das Christentum nicht irgendeine Nebensächlichkeit ist, sondern eben auch Trägerin unserer gesamten abendländischen Kultur", sagte er zuvor gegenüber DOMRADIO.DE. Wallfahrtsdirektor Reichart nannte diese Vorwürfe zudem "verletzend und herablassend". Man sei dankbar für jeden Politiker, der sich zum christlichen Glauben offen bekenne.

Stille Momente 

Nach seiner Ankunft begab sich Söder für eine Andacht in die Kirche. Es folgen Momente voller Symboliken. Der Protestant Söder verharrt zunächst einige Momente im stillen Blick auf die Mariendarstellung. Auf dem Bild, das dabei entstand, stürzen sich die Fotografen auf diesen Moment. Ein Ministerpräsident, der einen Kreuzerlass erlässt, im Umfeld von Religion. 

Bei seiner Ansprache erinnerte auch Reichart an den Erlass des Ministerpräsidenten und gibt ihm Rückenwind: "Das Kreuz ist Symbol unserer abendländischen Kultur, das haben Sie dankenswerterweise herausgestellt." Er ergänzte: "Ihr Besuch und Ihr Gebet werden unserem Bayernvolk reichen Segen bringen."

Bayernhymne

Danach verneigte Söder sich vor dem Muttergottesbild und zog mit 400 Menschen, die gekommen waren, in einer Prozession zur benachbarten Mariengrotte. Dort entzündetet er in der Mariengrotte eine Kerze mit der Aufschrift "Gott schütze Bayern". Nach einem gemeinsamen Vaterunser und dem Entzünden der Kerzen sangen sie dann die Bayernhymne.

Wallfahrtsdirektor Reichart sagte im Interview am Morgen mit DOMRADIO.DE, er freue sich auf die Bayernhymne, sie gehöre dazu und sei zudem religiöses Liedgut des Bundeslandes. Die Kerze möge den Ministerpräsidenten erleuchten, erklärte Reichart. Nach rund einer halben Stunden war der Besuch beendet. Söder wurde unter anderen von seinem Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (CSU) begleitet.

Offener Brief an Kritiker

Reichart schrieb einen Offenen Brief zur Kritik der Günzburger SPD Führung am Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten in Maria Vesperbild. Nach einer Aussprache zwischen Reichart und den Sozialdemokraten vor einer Woche waren Letztere nun auch beim Söder-Besuch zugegen. "Die Kritik hat sich inzwischen gelegt. Die beiden Kritiker waren bei mir zu einem Gespräch und das war dann wirklich ein ganz gutes Einvernehmen", so Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart.

Maria Vesperbild im Landkreis Günzburg ist ein bekannter bayerischer Marienwallfahrtsort, der jedes Jahr von mehreren Hunderttausend Pilgern besucht wird. Söders Besuch kam nach Angaben der Wallfahrtsdirektion auf Anregung des früheren bayerischen Justizministers Alfred Sauter (CSU) zustande, der in Maria Vesperbild ein häufiger Gast ist. (KNA, DR)

(DR, KNA)

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