Asylbewerber auf dem Weg zum Flughafen
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"Masterplan Migration" der CSU
"Masterplan Migration" der CSU
Horst Seehofer präsentiert "Masterplan Migration"
Horst Seehofer präsentiert "Masterplan Migration"

11.07.2018

Zurückweisen, Leistungen kürzen, Abschiebehaft ausweiten Masterplan Migration

Die Zahl von Flüchtlingen steuern, ordnen und begrenzen - das ist das erklärte Ziel des "Masterplans Migration" von Bundesinnenminister Horst Seehofer. Am Dienstag wurde das 63 Punkte umfassende Papier in Berlin vorgestellt. Die Hintergründe.

Vier Handlungsfelder benennt das Paket, darunter Maßnahmen in Herkunfts- und Transitländern von Flüchtlingen sowie Vorhaben auf EU-Ebene. Angestrebt wird ein gemeinsames Asylsystem mit gleichen Standards in ganz Europa, eine Unterstützung vor allem afrikanischer Länder, um dort Bleibeperspektiven zu schaffen und Flucht zu verhindern, sowie die Schaffung "sicherer Orte" in Nordafrika, zu denen auf dem Mittelmeer Gerettete zurückgebracht werden sollen.

Verschärfungen im deutschen Asylrecht

Weit mehr als die Hälfte das Papiers widmet sich allerdings angestrebten Verschärfungen im deutschen Asylrecht. Seehofers nationale Pläne im Einzelnen:

- ZURÜCKWEISUNGEN: Der lange umstrittene Punkt 27 gibt den in der Union gefundenen Kompromiss wieder: Flüchtlinge, die bereits in einem anderen EU-Land einen Asylantrag gestellt haben, sollen auf Grundlage von Abkommen mit den betreffenden Ländern in "Transitzentren" zurückgewiesen werden. Seehofer hat den Plan nicht mehr aktualisiert, nachdem Union und SPD in ihrem Kompromiss "Transitverfahren" statt "Transitzentren" vereinbart haben.

- GRENZSCHUTZ: Schleierfahndungen und intensivere Kooperation der Polizei in Bund, Ländern und Nachbarstaaten sollen helfen, Flüchtlinge aufzugreifen. Die Rede ist zudem von einer "Ausweitung der Befugnisse der Bundespolizei", um unerlaubte Einreisen zu verhindern.

- ANKER-ZENTREN: Die im Koalitionsvertrag vereinbarten Einrichtungen zur Abwicklung von Asylverfahren von der Registrierung bis zur kommunalen Verteilung oder Rückführung sind ebenfalls Teil des Masterplans. Nach Seehofers Plänen sollen im Herbst erste Pilotprojekte starten. Für die Umsetzung sind die Länder verantwortlich. Nur wenige haben bislang Kooperation zugesagt.

- ASYLVERFAHREN: Um die Qualität von Verfahren zu gewährleisten, will Seehofer eine unabhängige Beauftragtenstelle zur Überwachung der Prozesse im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge schaffen. Zudem sollen Flüchtlinge künftig gesetzlich dazu verpflichtet werden, an einem sogenannten Widerrufsverfahren - bei dem die Bleibeberechtigung überprüft wird - mitzuwirken. Für Asylbewerber, die keine Identitätsdokumente vorlegen können, soll es beschleunigte Verfahren geben, bei denen angenommen wird, dass der Antrag "offensichtlich unbegründet" ist. Medizinische Altersfeststellungen sollen in Zweifelsfällen verbindlich sein. Verwaltungsgerichtsverfahren sollen beschleunigt und eine Kostenbeteiligung der Schutzsuchenden geprüft werden.

- SOZIALLEISTUNGEN: In Gemeinschaftsunterkünften und für abgelehnte Asylbewerber soll das Prinzip "Sachleistung vor Geldleistung" gelten. Flüchtlinge sollen zudem künftig bis zu drei Jahre statt bisher 15 Monate nur die niedrigeren Asylbewerberleistungen bekommen, die teilweise deutlich unterhalb der Hartz-IV-Sätze liegen. Verletzung von Mitwirkungspflichten im Asylverfahren sollen mit Leistungskürzungen sanktioniert werden. Auch die Teilnahme an Integrationskursen soll strenger überwacht und Fernbleiben bestraft werden.

ABSCHIEBEHAFT: Die gesetzlichen Grundlagen für die Abschiebehaft sollen geändert werden - offenbar mit dem Ziel, mehr abgelehnte Asylbewerber festzusetzen. Der "Masterplan" sieht vor, die EU-Regelung befristet auszusetzen, nach der Abschiebehäftlinge getrennt von anderen Häftlingen in normalen Gefängnissen untergebracht werden müssen. Der Bund soll zudem prüfen, ob er eigene Gewahrsamseinrichtungen an Flughäfen schafft. Abschiebungen und damit auch die Abschiebehaft fallen in die Zuständigkeit der Bundesländer.

Der Bund soll sie dabei künftig nach Seehofers Plänen stärker unterstützen.

Corinna Buschow
(epd)

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