Obdachlose Frau in Maputo, Mosambik
Obdachlose Frau in Maputo, Mosambik

02.07.2018

Bischof aus Mosambik beklagt zunehmenden islamistischen Terror "Niemand kann sagen, worum es geht"

Bischof Luiz Fernando Lisboa aus Mosambik sorgt sich wegen eines zunehmenden Terrors in dem Land. Erst vor rund einem Monat waren zwei Dörfer überfallen und zahlreiche Menschen ermordet worden.

"Der Feind hat weder ein Gesicht noch eine Stimme", sagte der dem Passionistenorden angehörende Priester dem internationalen Hilfswerk "Kirche in Not" in München. Nicht einmal das Ziel des Kampfes sei bekannt. Die Küstenstadt Pemba am Indischen Ozean, Sitz des Bischofs, ist nach Angaben des Hilfswerks vom Montag auch das Zentrum der Region Cabo Delgado. Seit einem Dreivierteljahr komme es dort immer häufiger zu Angriffen von Islamisten auf die Zivilbevölkerung.

Anfang Juni seien in zwei Dörfern zehn Menschen, darunter Frauen und Kinder, entführt und später enthauptet gefunden worden, heißt es. Mitte des Monats hätten Milizen das Dorf Nathuko überfallen und rund hundert Hütten angezündet. Auch hier solle ein alter Mann enthauptet worden sein, der nicht mehr schnell genug habe fliehen können. Kirchen und Moscheen würden gleichermaßen verwüstet.

Ziel der Terrororganisation unklar

Die seit Oktober andauernden Angriffe gehen auf das Konto einer Organisation, die sich "Al-Shabaab" nennt, heißt es in der Mitteilung weiter. Mit der Terrororganisation gleichen Namens in Somalia scheinen laut Lisboa aber keine weiteren Verbindungen zu bestehen.

Auch die Ziele der Gruppe seien unklar. "Man spricht von religiösem Radikalismus, vom Kampf um Bodenschätze, von illegalem Waffenhandel, politischen Auseinandersetzungen, ethnischen Rivalitäten - aber in Wahrheit kann noch niemand sagen, worum es geht." Klar sei jedoch, dass sich der Terror nicht allein gegen Christen richte.

Viele Jugendliche geködert

Offensichtlich habe die Terrorgruppe viele Jugendliche geködert, so Lisboa. Eine hohe Jugendarbeitslosigkeit bereite den Boden für die Radikalisierung. Mosambik gehört nach Jahren des Bürgerkriegs laut "Kirche in Not" zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Unzufriedenheit sei groß, obwohl es besonders im Norden des Landes viele Bodenschätze gebe.

In den vergangenen Jahren sei es zu einer "wahren Invasion" verschiedener Unternehmen gekommen, doch die Bevölkerung bleibe außen vor, sagte der Bischof. Auch sei die nationale Versöhnung bis heute ausgeblieben. In Mosambik sind gut die Hälfte der Einwohner Christen und etwa 17 Prozent Muslime.

(KNA)

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