Mit dem Kreuzerlass in der Kritik: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder
Mit dem Kreuzerlass in der Kritik: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

12.06.2018

Söder sieht Zuspruch in Kirchen für umstrittenen Kreuzerlass "Unglaublich viel Sympathie"

Seit Anfang Juni gilt in Bayern der Kreuzerlass. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagt nun, er habe aus den Kirchen "unglaublich viel Sympathie" für die Entscheidung vernommen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erhält nach eigenen Worten viel Zuspruch aus den Kirchen für seinen umstrittenen Kreuzerlass. "Es gab ein paar klare Stellungnahmen dagegen, aber es gab auch unglaublich viel Sympathie aus kirchlichen Kreisen", sagte Söder der "Augsburger Allgemeinen" am Dienstag. Das bayerische Kabinett hatte auf Söders Anregung das Aufhängen von Kreuzen im Eingangsbereich aller Dienstgebäude ab 1. Juni beschlossen.

"Was mich gewundert hat war, dass jüdische Gemeinden gesagt haben, das ist ein richtiges Signal", ergänzte der Politiker: "Muslimische Verbände haben zum Teil gesagt, na ja, ist klar, ist ja ein christliches Land, wenn es nicht gegen uns geht, okay. Und dann gab es die eine oder andere Kritik, die mich in der Tonalität schon gewundert hat."

"Eine wichtige Debatte", so Söder

Er glaube, so Söder weiter, "dass das für die Kirche selber eine wichtige Debatte ist". Dabei spielte er auch auf eine Situation im Oktober 2016 auf dem Tempelberg in Jerusalem an. Damals waren evangelische und katholische Bischöfe zum Teil heftig kritisiert worden, weil sie dort während einer gemeinsamen Pilgerreise ihre Brustkreuze zeitweise abgenommen hatten.

Er wolle, "nicht sagen, ob das gut oder schlecht war", erklärte Söder, "aber es gab wahnsinnig viele Menschen, die das als kein optimales Signal wahrgenommen haben".

Das Tragen von Brustkreuzen in Jerusalem ist weiter Thema

Dass Bischöfe um den Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, ihre Brustkreuze zum Teil nicht offen sichtbar getragen hatten, war damals von manchen als "Einknicken" vor dem Islam und als Geste der Unterwerfung und Feigheit gedeutet worden. Auch beim anschließenden Besuch an der jüdischen Klagemauer waren die Bischöfe nicht mit sichtbaren Brustkreuzen aufgetreten.

Bischofskonferenz und EKD hatten daraufhin erklärt, die ökumenische Delegation sei vor Ort von muslimischen und jüdischen Gläubigen darum gebeten worden. Und angesichts der "ohnehin schwierigen und aufgeheizten Situation" am Tag des Besuchs habe man dieser Bitte entsprochen.

(KNA)

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