Blick über die Altstadt von Jerusalem
Blick über die Altstadt von Jerusalem
Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, Apostolischer Administrator des Lateinischen Patriarchats
Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, Apostolischer Administrator des Lateinischen Patriarchats

20.05.2018

Jerusalemer Patriarchatsleiter ruft zu Frieden und Dialog auf "Wir wollen einen Frieden, der warm und aufrichtig ist"

Erzbischof Pierbattista Pizzaballa hat das jüngste Blutvergießen im Gazastreifen verurteilt. Pizzaballa rief die Christen im Land auf, den Glauben an eine bessere Welt nicht zu verlieren und sich für den Frieden einzusetzen.

"Wir müssen einmal mehr sehen, dass in unserem Land Gewalt und Stärke als die einzige mögliche Sprache angesehen werden und dass das Reden über den Dialog zu einem Slogan verkommen ist", sagte der Italiener an der Spitze des Lateinischen Patriarchats in Jerusalem am Samstagabend in seiner Predigt bei einem Friedensgebet für die Opfer der Gewalt am Grenzstreifen zu Gaza. Angesichts dieser Tragödien und der anhaltenden Gefahr von Krieg sei es angemessen, in stillem Gebet vor Gott zu verharren und um Frieden und Vertrauen zu beten.

Zuhören und Dialog statt Angst und Verdacht

Im Heiligen Land habe das menschliche Leben einen geringen Wert, beklagte Pizzaballa weiter. Das Töten schutzloser Menschen und die sture Weigerung, alternative Lösungen zur Gewalt zu suchen, lasse einen hilflos zurück. Christen müssten aus dem Gebet die Kraft ziehen, weiterhin daran zu glauben, dass sie die Welt ändern können und dass es wert sei, für Frieden und Gerechtigkeit zu arbeiten. "Wir wollen einen Frieden, der warm und aufrichtig ist, ein beharrliches Verlangen zum Zuhören und zu Dialog, wir wollen, dass Angst und Verdacht Raum geben für Wissen, Begegnung und Vertrauen, in dem Unterschiede Gelegenheiten für Gemeinschaft und nicht Vorrede für gegenseitige Ablehnung sind", so Pizzaballa wörtlich.

Gebet in der Stephanskirche

Dem Aufruf Pizzaballas zum Gebet in der Stephanskirche waren zahlreiche Ordensleute, einheimische Christen und Pilger verschiedener Konfessionen gefolgt. Am vergangenen Montag hatten zehntausende Palästinenser entlang der Grenze des Gazastreifens für ein Rückkehrrecht in ihre Heimatorte demonstriert. Die israelische Armee tötete mindestens 60 Demonstranten, tausende wurden verletzt. Insgesamt wurden seit Beginn des "Marsches der Rückkehr" Ende März rund 100 Palästinenser getötet.

(KNA)

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