Verwundete Zivilisten in Ost-Ghuta
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Pastor Renke Brahms
Pastor Renke Brahms

13.04.2018

EKD-Friedensbeauftragter fordert im Syrien-Konflikt Diplomatie "Brenzliger den je"

Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms, hat seine große Sorge angesichts der verbalen Eskalation im Syrien-Konflikt zum Ausdruck gebracht. Die Lage sei "brenzliger denn je".

"Statt mit Raketen zu drohen oder überstürzt zu reagieren, ist es nun dringend an der Zeit, diplomatische Initiativen zu ergreifen und zu gemeinsamen Perspektiven und Entscheidungen im UN-Weltsicherheitsrat zu kommen", sagte der leitende Bremer Theologe der EKD am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). 

Nun bestehe die Gefahr, dass aus einem Stellvertreterkrieg eine direkte Konfrontation zwischen den USA und Russland werde, warnte Brahms. Er appellierte an die politisch Verantwortlichen in Deutschland und Europa, "mäßigend zu wirken". Die Welt erlebe in Syrien und in der Region einen Völkerrechtsbruch nach dem anderen: "Giftgas-Einsätze, Interventionen und militärische Besetzung von kurdischen Gebieten durch die Türkei, die drohende Gefahr einer endgültigen Vertreibung von Menschen aus ihren Dörfern und Städten, Gewaltakte von allen beteiligten Gruppen."

Der Krieg in Syrien sei zu einem schwer durchschaubaren Konflikt mit vielen Beteiligten geworden. "Statt immer weitere militärische Drohgebärden zu äußern, sollten sich US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin endlich im Dialog an einen Tisch setzen."

Leidtragende sind Kinder, Vertriebene, Binnen-Füchtlinge 

Mit Blick auf mögliche Raketenangriffe der USA in Syrien hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag gesagt, Deutschland werde sich an militärischen Aktionen nicht beteiligen. Brahms unterstützte die Position der Kanzlerin. Es sei gut, wenn aus Deutschland eine klare Stimme der Mäßigung und der Besonnenheit zu hören wäre.

Der Theologe erinnerte auch an die Opfer des Konfliktes, der vor mittlerweile sieben Jahren begonnen hat. "Wir dürfen nicht vergessen, dass die Leidtragenden hier die Kinder sind, die Vertriebenen, die Flüchtlinge im eigenen Land, aber auch in den Nachbarländern oder hier in Deutschland." Es gehe darum, das schreckliche Leid des syrischen Volkes endlich zu beenden. "Mit einer militärischen Eskalation ist das nicht möglich."

Kirchengemeinden rief der EKD-Beauftragte zum Gebet auf: "Bringen wir unsere Sorgen um den Frieden in Syrien und in der Welt vor Gott und lassen wir nicht nach in der Fürbitte für die Leiden der Menschen in Syrien."

Dieter Sell
(epd)

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