Der Sankt Veitsdom in Prag
Der Sankt Veitsdom in Prag
Tschechische Kommunisten verhinderten seine Beisetzung in der Heimat: Prager Kardinal Josef Beran
Tschechische Kommunisten verhinderten seine Beisetzung in der Heimat: Prager Kardinal Josef Beran
Neben ihm wird Beran die letzte Ruhe finden: Früherer Prager Erzbischof Miloslav Vlk
Neben ihm wird Beran die letzte Ruhe finden: Früherer Prager Erzbischof Miloslav Vlk

04.01.2018

Umbettung des früheren Prager Kardinals Beran genehmigt Letzte Ruhe in der Heimat

Er war neben Päpsten im Petersdom bestattet, obwohl er kein Papst war. Doch fast 50 Jahre später wird nun der letzte Wille des Prager Kardinals Josef Beran wahr. Papst Franziskus genehmigte eine Umbettung in den Prager Veitsdom.

Der im Exil im Vatikan verstorbene und im Petersdom bestattete frühere Prager Kardinal Josef Beran (1888-1969) kann seinem letzten Willen nach seine letzte Ruhestätte im Prager Veitsdom finden. Wie die Sprecherin des tschechischen Außenministeriums, Irena Valentova, der Zeitung "Lidove noviny" bestätigte, stimmte Papst Franziskus einem entsprechenden Ersuchen zur Überführung der sterblichen Überreste zu.

Berans letzter Wille war lange verschollen

Beran selbst hatte 1968 in seinem letzten Willen den Wunsch formuliert, in seiner tschechischen Heimat begraben zu werden. Das Dokument war im vergangenen Jahr aufgefunden worden. In der Folge verhandelte die tschechische Seite mit den zuständigen Stellen im Vatikan über die Angelegenheit. Eine Umbettung der sterblichen Überreste des Geistlichen erforderte die Zustimmung des Papstes.

Der jetzt erzielten Einigung zufolge, soll das Herz des verstorbenen Kardinals im Vatikan verbleiben. "Dies ist eine übliche Vorgehensweise", sagte der Sprecher des Prager Erzbistums, Stanislav Zeman.

Den vorliegenden Informationen zufolge sollen die Gebeine Berans im Veitsdom beigesetzt werden, wo sich unter anderem auch das Grab des langjährigen Prager Kardinals Miloslav Vlk (1932-2017) befindet. Als möglicher Termin ist der 23. April im Gespräch.

Jahrelang stand der Kardinal unter Hausarrest

1949, eineinhalb Jahre nach dem kommunistischen Putsch in der Tschechoslowakei, hatte die Staatssicherheit bei der Verlesung von Berans Hirtenbriefs gegen die Unterordnung der Kirche unter die Staatsmacht einen "Aufruhr der Bürger" inszeniert. Beran wurde "zu seinem eigenen Schutz" in Haft genommen. Damit begann eine mehrjährige Internierung des hohen Geistlichen. Beran stand zunächst im Erzbischöflichen Palais unter Hausarrest.

Auch nach der offiziellen Freilassung 1963 durfte Beran nicht nach Prag zurückkehren. Weiterhin stand er unter Beobachtung der kommunistischen Sicherheitsbehörden. Erst nachdem Beran 1965 von Papst Paul VI. zum Kardinalpriester ernannt worden war, gelang es dem Vatikan, Berans Ausreise nach Rom zu erwirken. Die Führung in Prag nutzte dies, um ihn des Landes zu verweisen. Damit wurde eine Rückkehr unmöglich. Die Hoffnung darauf erfüllte sich auch im Prager Frühling 1968 nicht.

Große Ehre: Bestattung im Petersdom

Am 17. Mai 1969 starb Beran in Rom. Da die Kommunisten auch seinen Leichnam nicht in die Heimat überführen ließen, erwies ihm der Papst eine besondere Ehre: Beran wurde im Petersdom bestattet, was sonst nur Päpsten vorbehalten war. Dort befindet sich der Leichnam bis heute.

(KNA)

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