Europa-Flagge
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27.10.2017

EU-Bischofskommission veranstaltet Dialog über Europa "Kirche und Politik ins Gespräch bringen"

Was ist los mit dir, Europa? So fragte Papst Franziskus im Mai 2016. Nun sollen Experten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bei der Veranstaltung "(Re)-Thinking Europe" Antworten diskutieren - und möglichst auch welche finden.

Wie soll die Zukunft Europas aussehen? Um diese Frage soll es bei der Dialogveranstaltung "(Re)-Thinking Europe" an diesem Freitag und Samstag in Rom gehen. Angemeldet haben sich 340 Christen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Jeder der 28 EU-Mitgliedstaaten schickt eine Delegation zu der von der EU-Bischofskommission COMECE und dem Heiligen Stuhl organisierten Veranstaltung. Es ist eine der größten Veranstaltungen, die die COMECE seit ihrem Bestehen 1980 organisierte.

Politik und Kirche ins Gespräch bringen

"Es geht darum, Politik und Kirche ins Gespräch zu bringen", sagt Michael Kuhn, Vize-Generalsekretär der COMECE. Es gebe oft nur noch eine Diskussion über technische Details der EU, aber keine wirkliche politische Diskussion mehr. Dabei sei sie in der derzeitigen Situation Europas "dringend notwendig". Aus diesem Grund habe man versucht, auf den Podien neue, weniger bekannte Experten neben etablierten Politikern und Geistlichen zu Wort kommen zu lassen, so Kuhn.

Eröffnet wird die Dialogveranstaltung vom vatikanischen Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, COMECE-Präsident Kardinal Reinhard Marx und dem Ersten EU-Kommissions-Vizepräsidenten Frans Timmermans. Anschließend wird der frühere EU-Parlamentspräsident Pat Cox aus Irland über die Entwicklung der EU und Herausforderungen sprechen. Dann wird diskutiert.

Bei drei hochrangig besetzten Panels geht es um Brückenbauen zwischen und innerhalb der Mitgliedstaaten, um die Lage der Demokratie in Europa und um das Wirtschaftssystem. "Das Herz der Veranstaltung ist der Samstagvormittag", sagt Kuhn. Drei Stunden haben die Teilnehmer, in Kleingruppen miteinander über die Zukunft Europas ins Gespräch zu kommen, aufgeteilt nach Sprachgruppen.

Ergebnisse zusammentragen

Die fünf Leitfragen für diese Diskussion würden noch nicht bekanntgegeben, betont der COMECE-Vize-Generalsekretär. "Sie sollen Ideen und Vorstellungen bei den Teilnehmern über Europas Vergangenheit und Zukunft wecken und ihnen helfen, in die wirkliche Situation Europas heute hineinzuschauen." Nach den Diskussionen in den Kleingruppen werden die Ideen zusammengetragen. Einige sollen auch im Plenum vorgestellt werden.

Und was passiert dann mit den Ideen? "Wir werden den Dialogprozess offenhalten und den Ideen weiter nachgehen", kündigt Kuhn an. Sie könnten etwa in COMECE-Arbeitsgruppen aufgegriffen und in den den Dialog mit den EU-Institutionen eingebracht werden. Eine Publikation oder ein Abschlussdokument sei aber derzeit nicht geplant. Journalisten sind während den Diskussionen nicht dabei. Es solle eine offene Diskussionsatmosphäre entstehen.

Impulsrede von Papst Franziskus

Ausschlaggebend für die Organisation der Veranstaltung war die Rede von Papst Franziskus bei der Karlspreisverleihung am 6. Mai 2016. In seiner Rede "Was ist los mit dir, Europa?" rief Franziskus dazu auf, einen neuen christlichen Humanismus in Europa zu schaffen. Die Gesellschaft sei aufgefordert, "die Idee Europa zu 'aktualisieren' - mit der Fähigkeit zur Integration, zum Dialog und zur Kreativität.

Dies könnte Franziskus in Rom bekräftigen. Denn den Höhepunkt der Veranstaltung ist eine Papstaudienz. Der Papst nimmt sich die Zeit, sich mit den Teilnehmern der Dialogveranstaltung auszutauschen. Seine Rede wird nach jetziger Planung das einzige schriftliche Dokument der Veranstaltung sein. Aus Deutschland nimmt unter anderen der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im EU-Parlament, Manfred Weber (CSU), teil.

"Für uns ist die Veranstaltung auch ein Mittel, noch stärker sichtbar zu machen, wer die COMECE ist, was wir tun, wofür wir stehen", sagt Kuhn. Die Teilnehmer sollten nach dem Treffen in Rom selbst in ihren jeweiligen Ländern, aber auch gemeinsam, an den Themen weiterarbeiten. Der Auftakt zu einem neuen Dialog zur Zukunft Europas.

Franziska Broich
(KNA)

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