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25.09.2017

CDU-Politiker über Wahlausgang "Schlag ins Kontor"

Zum dritten Mal ist der Theologe Reinhold Sendker am Sonntag gewählt worden. Im Interview mit domradio.de spricht der CDU-Politiker aus Westfalen über das Wahlergebnis und über die Rolle von Religion in der Politik.

domradio.de: Wie bewerten Sie den Wahlausgang?

Reinhold Sendker (Mitglied des Bundestages für die CDU im Wahlkreis Warendorf): Für die Union ist das Ergebnis ein richtiger "Schlag ins Kontor". Ich selbst erhielt ein mich persönlich noch zufriedenstellendes Ergebnis, das aber tröstet nicht hinweg über die herben Verluste der Partei. Mit einer Jamaika-Koalition tue ich mich noch schwer. Da kommen schwierige Koalitionsverhandlungen auf uns zu.

domradio.de: Die AfD ist mit 13 Prozent drittstärkste Partei. Haben Sie damit gerechnet?

Sendker: Ich habe schon damit gerechnet, dass die AfD einige Stimmen bekommen wird. Dieses hohe Ergebnis ist für mich aber schockierend. Der gewaltige Stimmenzuwachs der AfD sollte alle Demokraten alarmieren! Für die Union heißt das konkret: Mehr klare Kante zeigen, wertkonservative Positionen umsetzten und Regierungshandeln künftig besser erklären.

domradio.de: Brauchen wir mehr oder weniger Religion in Politik? 

Sendker: Von den Politikern mit christlichem Bekenntnis wird erwartet, dass sie sich zur Kirche bekennen, so habe ich das in der Vergangenheit stets wahrgenommen. Ich finde, die Bischöfe sollten klarer Farbe bekennen, wofür sie stehen. Man sollte mit seiner politischen Auffassung als Kirchenoberer kein Versteckenspielen betreiben.

domradio.de: Welche Rolle spielt Religion für Ihre politischen Entscheidungen?

Sendker: Ein Abgeordneter ist seinem Gewissen verpflichtet. Und die Religion, konkret die 10 Gebote, gehören für mich zu den wichtigsten Faktoren der Gewissensbildung. So gibt mir mein christliches Bekenntnis das Fundament für meine Entscheidungen und davon bemühe ich, nicht abzuweichen.

domradio.de: Nun kommen immer mehr Muslime nach Deutschland. Wie funktioniert christliche Politik, ohne diese Menschen und ihre Wertevorstellungen auszuschließen?

Sendker: Im allerletzten geht es um Werte und um den Respekt für die jeweilige Religion und ihre Ausübung. Christentum und Islam haben darüber hinaus in Abraham einen gemeinsamen Ursprung, der Mutter Gottes ist sogar als einziger Frau im Koran eine Sure gewidmet. Insofern wäre der interreligiöse Diskurs deutlich zu verstärken im Sinne von mehr Verständnis und Respekt für einander. Es ist für mich kein Widerspruch, als Christ auch die Muslime politisch zu vertreten.

Das Interview führte Carsten Döpp.

(DR)

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