Briefwahl zur Bundestagswahl
Briefwahl zur Bundestagswahl
Reinhard Kardinal Marx (l.) und Heinrich Bedford-Strohm
Reinhard Kardinal Marx (l.) und Heinrich Bedford-Strohm

04.09.2017

Kirchen rufen zur Wahl auf Gegen Ausgrenzung und Hass

Die beiden großen Kirchen in Deutschland rufen dazu auf, sich an der Bundestagswahl am 24. September zu beteiligen. Außerdem kritisieren sie in einem gemeinsamen Wahlwort Hass und Ausgrenzung im Wahlkampf.

Darüber hinaus sprechen sich für ein einiges Europa aus und für ein weltoffenes Deutschland, das weiter Verantwortung für die Schwächsten übernimmt.

"Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger, den politischen Weg unseres Landes aktiv mitzugestalten", heißt es in der Erklärung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, die an diesem Montag in Bonn und Hannover veröffentlicht wurde. "Die Demokratie lebt durch Beteiligung", betonten die beiden Kirchenmänner.

Abgeordnete stehen vor "großen Aufgaben"

Die künftigen Abgeordneten und die neuen Bundesregierung stünden "vor großen Aufgaben", so Marx und Bedford-Strohm weiter. Der "schnelle und weltumspannende Wandel" sei eine Herausforderung. Die Bischöfe verweisen konkret auf die Zuwanderung, die "unser Land bunter und vielfältiger" mache, aber auch die Frage aufwerfe, "was unsere Gesellschaft zusammenhält".

Zuletzt hätten sich "neue politische Kräfte" etabliert, schreiben beide weiter. "Manchmal stehen sich Standpunkte unversöhnlich gegenüber. Von den Hasskommentaren im Internet bis zur Ausübung von physischer Gewalt ist der Weg manchmal nicht weit." Politische Debatten müssten daher "hörbereit und respektvoll, friedlich und gewaltfrei" geführt werden.

Appell für geeintes Europa

Niemand dürfe wegen seines Glaubens, seiner Hautfarbe, seiner geschlechtlichen Orientierung oder seiner Volkszugehörigkeit abgewertet und ausgegrenzt werden: "Unser Land muss weltoffen bleiben und weiter Verantwortung übernehmen für die Schwächsten und Verwundbarsten."

Nicht nur Deutschland, auch Europa stehe vor "komplexen Herausforderungen", so Marx und Bedford-Strohm, "etwa in der Ausgestaltung der Währungsunion oder im Umgang mit Flüchtlingen". Sie bäten die Bürger aber, den Prozess der europäischen Einigung weiter zu unterstützen. "Nur ein einiges Europa ist der Garant für Frieden und Freiheit auf unserem Kontinent und kann weiter Impulse geben für eine internationale Friedensordnung sowie für eine ökologische und sozial gerechte Gestaltung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen."

(KNA)

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