Der deutsche Reisepass
Der deutsche Reisepass

31.08.2017

Experten fordern mehr Einbürgerungen in Deutschland Problem für die Demokratie?

In Deutschland leben mittlerweile Millionen Menschen ohne deutschen Pass. Viele von ihnen haben hier dauerhaft ihre Heimat gefunden, bei der Bundestagswahl können sie aber nicht abstimmen. Experten warnen vor einem Demokratiedefizit.

Migrationsforschern zufolge sind zunehmend mehr Einwohner in Deutschland nicht mehr im Bundestag repräsentiert, weil sie keinen deutschen Pass haben und demnach nicht wahlberechtigt sind. "Das ist ein Problem für die Demokratie", warnte Dietrich Thränhardt von der Universität Münster am Donnerstag in Berlin. Fast acht Millionen Erwachsene in Deutschland könnten bei der Bundestagswahl wegen eines fehlenden deutschen Passes nicht abstimmen. Grund dafür sei die geringe Einbürgerungsquote in Deutschland.

Voraussetzungen für die deutsche Staatsangehörigkeit

Ausländer können die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten, wenn sie mindestens acht Jahre lang in Deutschland leben. Weitere Vorraussetzungen sind unter anderem der Erwerb der deutschen Sprache, die Sicherung der Lebenshaltungskosten sowie die Zahlung einer Einwanderungsgebühr, die derzeit bei 255 Euro liegt.

Die Experten sprachen sich für deutlich mehr Einbürgerungen in Deutschland aus. Wenn alle Menschen, die permanent in Deutschland wohnen, Deutsche würden, stärke das den sozialen Zusammenhalt, diene der Integration und mache das Land stabiler, fügte Thränhardt hinzu.

100.000 neue Deutsche pro Jahr

Der Migrationsforscher verwies darauf, dass 2015 insgesamt 1,3 Prozent der hier lebenden Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten hätten. Im gleichen Jahr lag die Einbürgerungsquote in Schweden bei 6,5 Prozent, in den USA bei 3,3 und in Frankreich bei 2,6.

Jährlich würden in Deutschland nur rund 100.000 Ausländer eingebürgert, kritisierte der Einbürgerungsexperte Falk Lämmermann von der Landesvertretung Rheinland-Pfalz beim Bund. Das Einbürgerungspotenzial liege in Deutschland aber bei rund 5,2 Millionen Menschen. Ein Großteil von ihnen seien EU-Bürger sowie Menschen, die schon mehr als 20 Jahre in Deutschland leben.

Zahlen aus den Bundesländern

Im Jahr 2016 stieg die Einbürgerungsquote den Angaben zufolge auf 2,2 Prozent. Unterschiede gab es aber zwischen den Bundesländern:

Während Hamburg mit einer Quote von 3,7 Prozent im Jahr 2016 als einbürgerungsfreundlich gelte, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (3,4) und Thüringen (3,4), gebe es in Baden-Württemberg (2,0), Berlin (1,8) und Bayern (1,8) die meisten Restriktionen bei Einbürgerungen.

(epd)

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