Junge Unternehmer aus Afrika
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"Afrika ist nicht zu verkaufen": Proteste gegen das geplante Hilfspaket der G-20-Staaten
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Fruchtbarer Kontinent: Hügellandschaft im Kongo
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06.07.2017

Regierungen setzen auf internationale Investitionen Afrika - Kontinent der Hoffnung

Afrikas Potential ist unbestritten, auf dem Kontinent sind Karrieren vom Tellerwäscher zum Millionär möglich. Dennoch stagniert die Wirtschaft. Die G20-Partnerschaft könnte dabei helfen, ein positiveres Bild des Kontinents zu zeichnen.

Seit der Jahrtausendwende gilt Afrika als "Kontinent der Chancen": Auch der G20-Gipfel in Hamburg beschäftigt sich mit einem neuen Aufbauprogramm. Die Realität hinkt der Hoffnung allerdings trotz einiger Erfolge hinterher. Das Symbol des kenianischen Aufschwungs ist weiß und rund, in der Mitte strebt ein Turm gen Himmel: Der Bahnhof von Mombasa ist Ausgangspunkt der neuen Bahnstrecke, die die Hafenstadt mit der 470 km entfernten Hauptstadt Nairobi verbindet.

Die "Unabhängigkeitslinie" werde Kenias Entwicklung für die nächsten 100 Jahre prägen, kündigte Präsident Uhuru Kenyatta zur Eröffnung im Mai an. Vor allem aber zeigt das Projekt die enge Partnerschaft mit China: 80 Prozent der Kosten von 2,85 Milliarden Euro werden aus einem chinesischen Staatskredit gedeckt.

Kein hilfsbedürftiges Armenhaus

Seit der ersten China-Afrika-Konferenz im Oktober 2000, als Chinas Staatsführung 44 afrikanische Regierungschefs in Peking begrüßte, praktiziert China seine Afrika-Politik "auf Augenhöhe": Kredite statt Hilfsgelder, Infrastrukturprojekte statt Mikrokredite. Gute Regierungsführung fordert China nicht, ebenso wenig wie die Einhaltung von Menschenrechten, stattdessen Marktzugang, politische Unterstützung oder Abbaurechte für Rohstoffe. Afrika, so die Botschaft, ist kein hilfsbedürftiges Armenhaus, sondern ein aufstrebender Kontinent, der an der Seite Chinas wachsen soll.

Längst haben andere Länder nachgezogen, allen voran Indien, aber auch die Türkei, Katar oder Südkorea. Die von Deuschland angestoßene "Partnerschaft mit Afrika", die auf der Agenda des G20-Gipfels in Hamburg steht, trägt auch deutlich die Handschrift dieser großen Schwellenländer. Die Partnerschaft soll private Investitionen fördern, zuständig in den G20-Staaten sind nicht die Entwicklungs-, sondern die Finanzministerien. Afrikanische Vertragspartner sind zunächst nur sieben weitgehend stabile Länder, denn Krisenländer haben keine Chancen auf Investitionen.

Dynamischer Markt

Doch Akinwumi Adesina, Präsident der Afrikanischen Entwicklungsbank, glaubt an Afrikas Aufschwung. "Afrika ist ein Investitionsstandort mit riesigem, weitgehend unerschlossenem Potential", sagte er jüngst bei der G20-Afrikakonferenz in Berlin. Die G20-Partnerschaft könne dabei helfen, Arbeit und neue Infrastruktur in Afrika zu schaffen und ein neues Bild des Kontinents zu prägen. Die Industrienationen sollten ihren Wohlstand künftig nicht mehr auf Kosten der rohstoffexportierenden Länder in Afrika erwirtschaften.

Der Kontinent ist ein dynamischer Markt, bis 2050 soll sich die junge Bevölkerung auf 2,4 Milliarden mehr als verdoppeln. Hier gibt es sie noch, die Karriere vom Tellerwäscher zum Millionär, wie die des Nigerianers Aliko Dangote, der mit wenig Kapital zum Großunternehmer und reichsten Mann Afrikas wurde. Darunter wächst eine Mittelklasse, die hungrig ist nach Konsumgütern, die die große Mehrheit sich heute (noch) nicht leisten kann.

Die aktuellen Zahlen allerdings sind nüchtern: 2,6 Prozent Wachstum sagen IWF und Weltbank für das laufende Jahr in den Ländern Afrikas südlich der Sahara voraus, ein Wachstum, das vom Bevölkerungswachstum aufgefressen wird. Pro Kopf stagniert die Wirtschaft. Die wirtschaftlich stärksten Nationen schwächeln: Südafrika und Nigeria etwa mit ihren politischen Dauerkrisen, aber auch die großen Ölexporteure wie Kamerun, der Tschad, Kongo-Brazzaville oder Gabun. Die seit 2014 eingebrochenen Rohstoffpreise machen ihnen zu schaffen.

Landwirtschaft "zum coolsten Ding" machen

Auch deshalb setzen beim Wachstum immer mehr Regierungen auf die Entwicklung von Landwirtschaft statt Industrie. Als Vorbild gilt Indien. Dort wurde Narendra Modi Premier, nachdem er in seinem Heimatstaat Gujarat gezielt Kleinbauern gefördert hatte, etwa mit Förderprogrammen für solarbetriebene Wasserpumpen. In Afrika sind die meisten Farmer dagegen bis heute vom Regen abhängig.

"Wir müssen Landwirtschaft zum coolsten Ding bei der Jugend machen", meint Afrikas oberster Banker Adesina. "Agripreneurs" statt "Entrepreneurs", Agrounternehmer also, fordert auch Ghanas Präsident John Mahama. Das passt zu Indiens Afrikaoffensive, der ein zuletzt nachlassendes Engagement Chinas gegenübersteht. China hat eigene Wachstumsprobleme, braucht auch deshalb weniger Rohstoffe und investiert zudem Billionen in den unmittelbaren Nachbarländern.

Auch in Afrika wächst die Skepsis China gegenüber. Der Kredit für die neue Zugverbindung etwa belastet Kenias Haushalt mit einer Summe, die sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukt entspricht. Ob die Strecke diese Summe jemals erwirtschaften kann, bezweifeln Ökonomen.

(epd)

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