Der eine geht, die andere kommt: Manuela Schwesig und Erwin Sellering (beide SPD)
Der eine geht, die andere kommt: Manuela Schwesig und Erwin Sellering (beide SPD)
Manuela Schwesig (SPD) legt ihren Amtseid ab
Manuela Schwesig (SPD) legt ihren Amtseid ab

04.07.2017

Manuela Schwesig wird jüngste Ministerpräsidentin in Deutschland "Kraft auch durch Gottvertrauen"

Es sei ihr Traum, Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern zu werden, hatte Manuela Schwesig mehr als ein Mal bekannt. Nun ist er wahr geworden. Auch die Kirchen gratulierten.

Nach fast vier Jahren im Bundeskabinett geht es für Manuela Schwesig (SPD) nun zurück in die Landespolitik: Am Dienstag wählte Mecklenburg-Vorpommerns Landtag die bisherige Bundesfamilienministerin zur neuen Ministerpräsidentin. Damit trat sie die Nachfolge von Erwin Sellering (SPD) an, der wegen einer Krebserkrankung seinen Rücktritt erklärt hatte. Die Sozialdemokratin ist damit Deutschlands jüngste Ministerpräsidentin.

Die 43-Jährige kennt ihr neues Aufgabengebiet gut: Von 2008 bis 2013 war sie Sozialministerin in dem nordöstlichen Bundesland. Dabei machte sie sich auch bundespolitisch schnell einen Namen: In der Familienministerkonferenz trat sie unter anderem dafür ein, dass auch die Bundesländer in einen Fonds für Missbrauchsopfer einzahlen. Lange war Mecklenburg-Vorpommern das einzige Bundesland, das diesen Schritt selbst vollzog.

Für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Ab 2013 agierte Schwesig, die nach wie vor als junges und modernes Gesicht ihrer Partei gilt und die sich im Interesse des Familien-Ressorts mehrmals mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) anlegte, hartnäckig und konsequent: Die gebürtige Brandenburgerin, die unter anderem vom heutigen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf die politische Bühne geholt wurde, trat geradezu mantrahaft für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Anders als ihre von vielen als schwach kritisierte Vorgängerin Kristina Schröder (CDU) legte Schwesig schon kurz nach ihrer Amtseinführung ein Programm mit konkreten Zielen vor, das sie zuvor in den Koalitionsverhandlungen mit der Union mitdurchgefochten hatte.

Fast im Monatstakt präsentierte ihr Ministerium anschließend Gesetzentwürfe: Reformen, die für mehr Flexibilität in der Elternzeit und für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern sorgen sollen; sie stellte Bundesmittel für den Kita-Ausbau bereit und versuchte, durch Präventionsmaßnahmen gegen Rechtsextremismus vorzugehen. Die Bundesländer brachte sie dazu, sich zumindest auf bestimmte Standards in Kitas zu verständigen. Auch an der Reform des Prostituiertenschutzgesetzes wirkte sie mit. Und sie reagierte schnell: Als immer mehr Flüchtlinge kamen, legte sie ein neues Programm beim Bundesfreiwilligendienst auf, das neue Stellen für die Flüchtlingshilfe schuf.

"Schönes Signal"

Neben viel Lob - vor allem von Frauen- und Familienverbänden - musste Schwesig auch viel Kritik einstecken: Gesetzentwürfe seien mit "heißer Nadel" gestrickt, und sie schaffe Bürokratiemonster, waren nur zwei der Vorwürfe. Dazu wurden viele ihrer Auftritte moniert: Ihre Reden wirkten gestanzt, "unauthentisch", so die politischen Gegner.

Schwesig ließ sich davon wenig beeindrucken. Als im vergangenen Jahr die Geburtenrate erstmals seit der Wiedervereinigung wieder anstieg, sprach sie von einem "schönen Signal". Es sei für sie die größte Motivation, mehr für Kinder und Familien zu erreichen.

Auch sie selbst wurde während ihrer Amtszeit als Familienministerin zum zweiten Mal Mutter. Ihre Tochter Julia wurde - ausgerechnet - am 8. März, dem Weltfrauentag, geboren. Sie tanke Kraft bei ihrer Familie, betont sie immer wieder. Auch unter der Woche versucht sie, sich zumindest einen Nachmittag für ihre beiden Kinder und ihren Mann freizuhalten.

Taufe mit Mitte 30

Kraft gebe ihr aber auch das Gottvertrauen, so bekannte Schwesig. Sie wurde in Frankfurt an der Oder geboren und wuchs in der DDR. Erst mit Mitte Dreißig ließ sie sich in der evangelischen Kirche taufen. Die sei für sie der Abschluss eines längeren Weges zum Glauben und zugleich der Beginn eines neuen Weges gewesen, sagte sie in einem Interview. Ein Anlass sei die Geburt ihres ersten Sohnes gewesen.

Nun freut sie sich darauf, Mann und Kinder öfter sehen zu können, so Schwesig, die nach eigenem Bekunden mitunter selbst am Spagat zwischen Familie und Beruf leidet. Ihr neues Amt als Ministerpräsidentin stellt sie vor andere Herausforderungen als das Familienressort, einfacher sind sie indes nicht. Eine davon ist der Umgang mit der AfD, die im Landesparlament die zweitstärkste Fraktion stellt.

Birgit Wilke
(KNA)

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