Armin Laschet jubelt
Armin Laschet jubelt

26.06.2017

Armin Laschet vor seiner Wahl zum NRW-Ministerpräsidenten Katholik, Jurist, Journalist

Jetzt haben auch die FDP- und CDU-Mitglieder dem Koalitionsvertrag zugestimmt. Damit hat Armin Laschet fast alle Hürden genommen. Am Dienstag will der Aachener Katholik Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen werden.

Es geht um 100 zu 99. Diese hauchzarte Mehrheit haben CDU (72 Sitze) und FDP (28) im neuen nordrhein-westfälischen Landtag gegenüber SPD (69), AfD (16) und Grünen (14). So muss sich Armin Laschet auf jeden einzelnen seiner schwarz-gelben Koalitionäre verlassen, wenn er am Dienstag zum Ministerpräsidenten von NRW gewählt werden will. Doch zeigt sich der katholische Rheinländer zuversichtlich - und offenbart damit mehr als nur Vertrauen in Gott.

Aus seinem Glauben macht Laschet keinen Hehl, ohne aber damit hausieren zu gehen. Der 56-jährige Jurist und Journalist, der bis 2016 Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) war, will nun die Geschicke im bevölkerungsreichsten Bundesland lenken.

Unverhofft kommt oft 

Eine solche Karriere schien dem Mann mit dem verschmitzten Lachen nicht vorgezeichnet. Laschet wuchs in Aachen als Sohn eines Bergmanns auf. Der Vater schulte dank Förderung zum Lehrer um. Dass er und seine drei Brüder studieren konnten, sei keine Selbstverständlichkeit, seinen Eltern aber sehr wichtig gewesen. "Mein Vater hat mir so gezeigt, dass sich Arbeit lohnt und dass Aufstieg möglich ist. Dies will ich allen Kindern in Nordrhein-Westfalen unabhängig von der Herkunft der Eltern ermöglichen", sagt der Politiker, der von 2005 bis 2010 - bundesweit erster - Integrationsminister war, damals im schwarz-gelben Kabinett von Jürgen Rüttgers. Laschets 2009 veröffentlichtes Buch "Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance" ist somit als programmatische Aussage zu werten.

Das Sofortprogramm für NRW umfasst die Förderung von Familien, Wirtschaft, Bildung sowie Innere Sicherheit. Für das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung soll es Wahlfreiheit geben; noch vor der Sommerpause will Schwarz-Gelb möglichst viele Förderschulen retten. Zudem sollen zeitnah die Weichen zur Wiedereinführung von G9 - dem Abitur nach neun Gymnasialjahren - gestellt werden. Zur Terrorbekämpfung sieht der Koalitionsvertrag ein Maßnahmenpaket von der Prävention bis hin zu neuen Fahndungsinstrumenten und mehr Polizisten vor.

Ein Weltverbesserer?

Anders als die designierte Jamaika-Koalition in Kiel unter Führung des - ebenfalls katholischen - CDU-Manns Daniel Günther spricht sich Schwarz-Gelb in NRW nicht für eine "Ehe für alle" aus - sicher zur Freude der katholischen Bischöfe. Doch für das Ansinnen, die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage auf acht zu verdoppeln, gibt es von dort Kritik. Dagegen punktet CDU-Landeschef und -Bundesvize Laschet mit dem deutlichen Akzent auf Familienpolitik bei der christdemokratischen Stammwählerschaft.

Bereits mit 28 Jahren wurde Laschet Ratsherr im Aachener Stadtrat, später Abgeordneter im Bundestag und im Europaparlament. "Mein Wunsch war es immer, mich einzusetzen für eine bessere Welt", so der Jurist, der auch als wissenschaftlicher Berater der damaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth arbeitete.

Nach dem Jurastudium arbeitete er als Journalist

Als Jugendlicher war Laschet Messdiener und Gruppenleiter in seiner Pfarrgemeinde. Die Kirche ist nicht nur der Ort, an dem er erste Kontakte zur CDU knüpfte - auch seine Frau Susanne lernte er im dortigen Kinderchor kennen und heiratete sie mit 24 Jahren. Die Buchhändlerin und der Politiker haben drei erwachsene Kinder.

Seinen Wunsch, nach dem Jura-Studium Journalist zu werden, setzte Laschet beim Bayerischen Fernsehen und dem Privatsender Radio Charivari um. Doch zog ihn die Liebe zum Aachener Dom, zu Karneval und Reitturnier ins Rheinland zurück. "Das ist für mich Heimat, Abendland, Europa." 1991 wurde er Chefredakteur der Kirchenzeitung für das Bistum Aachen; von 1995 bis 1999 war er Leiter und Geschäftsführer des Aachener Einhard Verlags, ehe er ganz in die Politik wechselte.

Ist Laschet zu lasch?

Zu Laschets persönlichem Stil hieß es oft, ihm fehle es an Biss. Doch geht es ihm darum, "in der Sache hart, aber trotzdem menschlich fair" zu sein.

Sein Kabinett will er erst nach der Wahl am Dienstag vorstellen. Die zwölf Minister sollen dann am Freitag vereidigt werden. Dass er selbst die Formel "So wahr mir Gott helfe" anfügen wird, dürfte für Katholik Armin Laschet außer Frage stehen.

Sabine Kleyboldt
(KNA)

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