Für ein friedliches Miteinander am "Tag der offenen Gesellschaft"
Für ein friedliches Miteinander am "Tag der offenen Gesellschaft"
Katja Riemann und Diakonie-Präsident Ulrich Lilie
Katja Riemann und Diakonie-Präsident Ulrich Lilie

18.06.2017

Diakonie-Präsident Lilie wirbt für demokratische Streitkultur Für Offenheit und Demokratie

Mehrere Tausend Menschen sind am Samstag dem Aufruf der Initiative "Die Offene Gesellschaft" gefolgt und haben sich zu einem gemeinsamen Essen unter freiem Himmel versammelt.

Deutschlandweit trafen sich zum "Tag der offenen Gesellschaft" in rund 450 Tafelrunden Menschen unterschiedlicher Herkunft und politischer Ansichten. Ziel war der friedliche Meinungsaustausch jenseits populistischer Parolen. An diesem Montag will die Initiative Bilanz ziehen. Unterstützt wird sie von zahlreichen Prominenten wie etwa Schauspielerin Katja Riemann und dem Soziologen Harald Welzer.

Zum Auftakt sagte einer der Initiatoren, Diakonie-Präsident Ulrich Lilie, am Samstag in Berlin, nur der demokratische Streit und der friedliche Wettbewerb um die besten Konzepte schaffe neue Chancen angesichts der Veränderungen und Unsicherheiten in der Welt.

Tag der Zivilcourage

Den 17. Juni, Jahrestag des Volksaufstands 1953 in der DDR, wählten die Initiatoren dabei nicht zufällig. Er stehe für Zivilcourage und den Einsatz für Freiheit, Demokratie und Einheit, hieß es im Aufruf. Die Bürgergesellschaft müsse diese Werte verteidigen und dürfe das Feld nicht den Rechtspopulisten und autoritären Strömungen überlassen.

Der ehemalige Direktor des Victoria and Albert Museums in London, Martin Roth, erklärte, die Aktion solle dazu dienen, sich über die Werte einer offenen Gesellschaft bewusstzuwerden. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erklärte, "es gibt kein schöneres Symbol für unsere Demokratie als einen gedeckten Tisch, an dem jede und jeder Platz nehmen kann, um miteinander ins Gespräch zu kommen". Eine offene Gesellschaft lebe von Begegnung, Offenheit und Toleranz.

Der Berliner Bischof Markus Dröge erinnerte an die Runden Tische zum Ende der DDR, die den Übergang zur Demokratie ermöglicht hätten. Als Christ bitte er um den Geist der Versöhnung: "Er beginnt dort zu wehen, wo wir in jedem Menschen unseren Bruder und unsere Schwester sehen, mit gleicher Würde und gleichem Lebensrecht beschenkt", sagte Dröge.

Die Initiative "Die offene Gesellschaft" entstand im Herbst 2015. Auf mehr als 500 Veranstaltungen wurden nach eigenen Angaben bisher mehr als 10.000 Menschen erreicht. In der Initiative sind Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen engagiert. Zu ihren Partnern gehören unter anderem die Open Society Foundation, die Robert Bosch Stiftung, die Bertelsmann-Stiftung, die Stiftung Futurzwei und die Diakonie.

(epd)

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