Oxfam-Aktivisten mit Masken der Staats- und Regierungschefs der G7-Länder auf Sizilien
Oxfam-Aktivisten mit Masken der Staats- und Regierungschefs der G7-Länder auf Sizilien

26.05.2017

Hilfsorganisationen erwarten Fortschritte bei G7-Gipfel Hungersnöte und Klimawandel

Zum G7-Gipfel stellt sich die Bundesregierung  angesichts der vier neuen Staats- und Regierungschefs in der Gruppe der sieben großen Industriestaaten auf schwierige Beratungen ein. Hilfsorganisationen fordern Beschlüsse zu Klimaschutz und Hungerbekämpfung ein.

Es werden schwierige Verhandlungen beim G7-Gipfel auf Sizilien. Streitpunkte sind neben dem Freihandel in der Welt auch das Pariser Klimaschutzabkommen, von dem sich Trump distanziert hat, und die Migrationspolitik. Berlin sähe es schon als Erfolg, wenn Beschlüsse nicht hinter bisherigen Vereinbarungen zurück fielen. Als Problem für die nötige Einigkeit bei der Erarbeitung des Abschlussdokuments wird vor allem der Bruch von US-Präsident Donald Trump mit der Handels- sowie Klimapolitik seines Vorgängers Barack Obama gesehen.

Oxfam fordert G7 auf, Maßnahmen gegen Hungersnöte zu ergreifen

Die Hilfsorganisation Oxfam macht in diesem Zusammenhang auf die Hungersnot im Südsudan aufmerksam, die 100.000 Menschen beträfe und auf den Jemen, Somalia und den Nordosten von Nigeria drohe überzugreifen. Die Staats- und Regierungschefs der G7 müssten jetzt reagieren, indem sie mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stellten. Darüber hinaus fordert Oxfam eine diplomatische Initiative, um die Konflikte zu bekämpfen, die für die Hungerkrise verantwortlich seien. Winnie Byanyima, der Generalsekretär von Oxfam International, sagte: "Die G7 Führer können nicht aus Taormina abreisen ohne Nothilfe zur Verfügung zu stellen und klare Lösungen anzubieten, um die Gründe bei der Wurzel zu packen.“  Er gab zu Bedenken, dass es in der heutigen Welt des Überflusses aktuell vier Hungersnöte gebe. Das Leben sei für viele Menschen unmöglich geworden: Sie stürben an Schmerzen, Krankheit oder extremer Unterernährung.

Germanwatch erwartet harte Auseinandersetzungen im Klimaschutz

Die G7-Staaten müssten klare Zusagen abgeben, dass sie die Verpflichtungen des Pariser Klimaabkommens umsetzen werden, so Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. "Die Bundeskanzlerin und die anderen Regierungschefs müssen US-Präsident Trump deutlich machen, dass auch er die Realität der globalen Klimakrise nicht wegwünschen kann. Entweder soll er beim Klimaschutz mitziehen oder wenigstens den Weg für die anderen frei machen."  US-Präsident Trump hat sich bislang nicht festgelegt, ob die USA Vertragspartei des Pariser Abkommens bleiben werden. Zumindest die von der Vorgängerregierung festgelegten amerikanischen Klimaziele sind ihm zu hoch. Germanwatch geht davon aus, dass ein Ausstieg der Regierung Trump kein langfristiger Ausstieg der USA wäre. Ein solcher Schritt würde Investitionen und Arbeitsplätze in zukunftsträchtigen Branchen in den USA gefährden, so Bals.

(dpa, DR)

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