Der portugiesische Präsident verabschiedet Franziskus
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Franziskus spricht zu Journalisten auf dem Rückflug von Portugal
Franziskus spricht zu Journalisten auf dem Rückflug von Portugal
Franziskus umarmt einen Jungen während der Heiligen Messe in Fatima.
Franziskus umarmt einen Jungen während der Heiligen Messe in Fatima.
Die Marienstatue wird durch die Menge der Pilger getragen.
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Papst Franziskus betet in Fatima vor dem Heiligtum von Fatima.
Papst Franziskus betet in Fatima vor dem Heiligtum von Fatima.

14.05.2017

Papst-Pressekonferenz auf Portugal-Rückflug "Es gibt Türen, die nicht zu sind"

Auf dem Rückflug seines 24-stündigen Fatima-Aufenthalts hat sich Papst Franziskus den Fragen der Journalisten auf der fliegenden Pressekonferenz gestellt. Es ging um Trump, die Piusbrüder, Ökumene und NGOs.

Vor seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump spricht sich Papst Franziskus für Offenheit aus. "Es gibt immer Türen, die nicht ganz zu sind", sagte er am Samstag bei seinem Rückflug aus Portugal vor Journalisten. Man müsse stets über Gemeinsamkeiten sprechen und "Schritt für Schritt vorangehen". Frieden sei "eine Handwerkskunst", so der Papst. Trump wird für 24. Mai zu einem Besuch im Vatikan erwartet.

"Er wird sagen, was er denkt, und ich werde sagen, was ich denke", sagte Franziskus mit Blick auf sein Gespräch mit Trump. Seine eigene Sichtweise zu Migranten sei wohlbekannt. Zu mutmaßlichen Gegensätzen mit Trumps Auffassung sagte er, er bilde sich "nie ein Urteil über eine Person, ohne sie anzuhören".

Auf die Frage, ob er erwarte, dass Trump seine Positionen nach dem Treffen abmildere, antwortete der Papst, dies sei politisches Kalkül, das er sich selbst nicht gestatte. Scherzhaft fügte er hinzu, auch auf dem Feld der Religion betreibe er "keinen Proselytismus". Die Abwerbung von Gläubigen anderer Religionen hat Franziskus wiederholt abgelehnt. 

Piusbrüder und Vatikan weiter im Gespräch

Mit den von Rom getrennten traditionalistischen Piusbrüdern sind laut Papst Franziskus weiter Bemühungen um eine Einigung im Gange. Auf seiner Rückreise aus Portugal sprach er von "brüderlichen Beziehungen".

Franziskus verwies auf seine Sondergenehmigungen bei Beichten oder Eheschließungen. Erst kürzlich habe die vatikanische Glaubenskongregation ein Dokument zur Frage der Piusbrüder geprüft; es sei aber noch nicht zu ihm gelangt, so der Papst. Seit geraumer Zeit seien bei unterschiedlichen Vatikanbehörden Klärungen in der Sache auf dem Weg.

Zum Oberen der Piusbruderschaft, Bernard Fellay, habe er ein "gutes Verhältnis", sagte Franziskus. Man habe mehrfach miteinander gesprochen. Er selbst wolle aber die Dinge nicht beschleunigen. Für ihn sei die Frage der traditionalistischen Bruderschaft "kein Problem von Siegern oder Verlierern - sondern von Brüdern, die Schritte vorwärts tun".

Ökumene macht "große Schritte vorwärts"

Zur Ökumene zwischen Katholiken und Protestanten zeigt sich Franziskus zuversichtlich - ohne aber Hoffnung auf einen konkreten Durchbruch zu machen. Es gebe "große Schritte vorwärts". Franziskus verwies auf die 1999 verabschiedete Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre. Zugleich sagte er: "Gott ist ein Gott der Überraschungen."

Christen dürften nie stehenbleiben. Ausdrücklich sprach Franziskus von einer "Ökumene des Weges". Diese schließe außer dem gemeinsamen Gebet und Martyrium auch ein, "gemeinsam Werke der Nächstenliebe zu tun". In diesem Zusammenhang erinnerte er an das Reformationsgedenken im schwedischen Lund im Herbst 2016 sowie die Vereinbarung der lutherischen und der katholischen Kirche, bei der Wohlfahrt enger zusammenzuarbeiten. "Die Theologen werden weiter studieren, und wir gehen voran auf unserem Weg", so Franziskus.

Papst hofft auf Aufklärung der Vorwürfe gegen NGOs im Mittelmeer

In der Debatte über angebliche rechtswidrige Absprachen zwischen privaten Seenotrettern und Schleppern bei der Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer hofft Papst Franziskus auf Aufklärung. Er habe über die Vorwürfe und Untersuchungen gelesen. Weil er die Details aber nicht kenne, wolle er nicht darüber urteilen. "Ich hoffe, dass die Untersuchungen fortgesetzt werden und ich hoffe, dass die ganze Wahrheit herauskommt."

Private Seenotretter sehen sich seit Wochen mit Vorwürfen konfrontiert, Schleppern mit ihren Rettungsaktionen in die Hände zu spielen, Kontakt mit ihnen zu haben oder gar von ihnen finanziert zu werden. Ein sizilianischer Staatsanwalt hat Ermittlungen gegen Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen wegen Beihilfe zur illegalen Migration eingeleitet.

Dem Papst liegt das Thema Flüchtlinge besonders am Herzen. Immer wieder ruft er zu mehr Solidarität in der Flüchtlingskrise auf.

(KNA, dpa)

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