Wirtschaftsminister gegen mehr verkaufsoffene Sonntage
In der Diskussion: Verkaufsoffene Sonntage

01.05.2017

Zum Tag der Arbeit Forderungen nach Sonntagsschutz bekräftigt

Zum Tag der Arbeit haben Befürworter des Sonntagsschutzes ihre Forderungen bekräftigt. DGB-Chef Hoffmann bestärkte Verdi darin, verkaufsoffene Sonntage gerichtlich verbieten zu lassen.

Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Hans-Jürgen Papier, sagte, dass der Sonntagsschutz sich nicht nur auf die Ausübung der Religionsfreiheit beziehe, sondern dass die Arbeitsruhe auch "der physischen und psychischen Regeneration und damit der körperlichen Unversehrtheit" diene.

Hoffmann sagte der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung", er könne den Vorstoß von Verdi nur begrüßen, "weil niemand eine komplette Entgrenzung von Arbeitszeit braucht". So werde "nicht ein Pullover mehr verkauft, der Umsatz wird nur über längere Öffnungszeiten verteilt".

Verkaufsoffene Sonntage vor Gericht gekippt

Die Gewerkschaft Verdi hatte zuletzt in Nordrhein-Westfalen zahlreiche verkaufsoffene Sonntage vor Gericht gekippt. Hoffmann sagte, der DGB teile in dieser Frage die Haltung der Kirchen: Der Sonntag müsse arbeitsfrei bleiben, außer in den Bereichen wie dem Gesundheitswesen oder der inneren Sicherheit, wo dies nicht möglich sei. Die Beschäftigten bräuchten ihre Ruhephasen. "Wir beobachten nicht zufällig seit Jahren steigende Fehlzeiten durch psychische Erkrankungen, oft aus Überlastung."

Der Mainzer Domdekan Heinz Heckwolf betonte beim traditionellen Gottesdienst am Vorabend des Tages der Arbeit im Mainzer Dom, Christen seien aufgerufen, eine "neue Sonntagskultur" zu entwickeln. Diese solle "gemeinsames Leben und das gemeinsame Feiern des Gottesdienstes miteinander" verbinden. "Sonntagsheiligung fängt also zuallererst bei uns selbst an." Papier hatte sich auf einem Empfang nach dem Gottesdienst in Mainz geäußert.

Chancengleichheit und Gerechtigkeit

Nicht nur der Sonntagsschutz war Thema von Kirchenvertretern am 1. Mai, an dem vor allem Gewerkschaften für Chancengleichheit sowie Gerechtigkeit in der Arbeitswelt auf die Straße gehen. In Hamburg forderte die evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs mehr Engagement für Grundwerte und Demokratie. Präsidenten diesseits und jenseits des Atlantiks stellten Meinungsfreiheit und Menschenwürde infrage. "Wir dürfen uns damit nicht abfinden", sagte Fehrs laut vorab verbreitetem Manuskript bei einem Gottesdienst zum Tag der Arbeit in der Hamburger Flussschifferkirche.

Die Bischöfin forderte, gemeinsam für "ein neues Wir-Gefühl" in der Gesellschaft einzutreten. "Wir brauchen mehr Gemeinschaft in unserem Land, in dem so viel Spaltung zu spüren ist zwischen Arm und Reich, zwischen Einheimischen und Zugewanderten." Der Gottesdienst wurde vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt organisiert, beteiligt waren auch zahlreiche Gewerkschafter.

(KNA)

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