Europa-Flagge
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Reinhard Kardinal Marx
Reinhard Kardinal Marx

29.04.2017

Kardinal Marx warnt vor Rückzug auf das Nationale "Europäer haben moralische Verantwortung"

Für Toleranz und Vielfalt: Reinhard Kardinal Marx ruft in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Rundschau" zu einem entschiedeneren Einsatz für ein offenes, demokratisches und pluralistisches Europa auf.

Dies sei zwar "komplex und anspruchsvoll, aber alle Alternativen werden letztlich die Freiheit gefährden und dann auch zerstören", schreibt der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Ein Zurück zu geschlossenen Gesellschaften sei weder möglich noch wünschenswert: "Und ein Rückzug auf das Nationale, auf das Geschlossene ist auch keine christliche Option."

Bei allen Herausforderungen, so Marx weiter, dürfe Europa aber nicht dabei stehen bleiben, um sich selbst zu kreisen: "Die Europäer haben eine moralische Verantwortung für die Welt, für die ärmeren Länder, für die Bewahrung der Schöpfung und die Begrenzung des Klimawandels." Die Rede von der Wertegemeinschaft bewähre sich gerade darin, welchen Beitrag sie dazu leiste, "die Welt zu verbessern und zu einer Kultur verantworteter Freiheit weltweit zu ermutigen".

Krise in Europa

Der Brexit stelle fundamentale Anfragen an die EU und sei das Symptom einer tieferliegenden Krise, betont der Münchner Erzbischof, der auch Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) ist. Doch die Schuld auf "Brüssel" zu schieben, greife "mindestens zu kurz, wenn nicht daneben". Denn in den letzten Jahren hätten allen voran die Mitgliedstaaten unter Beweis gestellt, dass sie "nicht oder nur sehr langsam in der Lage sind, zu gemeinsamen Lösungen zu kommen". Europäische Ergebnisse seien nicht an den Institutionen der EU, sondern an nationalen Egoismen gescheitert.

Kritik an wachsendem Nationalismus

Eindringlich warnt Marx vor dem derzeit quer durch alle Länder zu beobachtenden Rückzug auf das Nationale. Dabei nennt er populistische Bestrebungen in Ost- und Westeuropa, "wo rechte Parteien Schaukämpfe mit dem Islam führen und sich auf ein kulturalistisches Verständnis des Christentums berufen". Er kritisiert aber auch "linkspopulistische Bestrebungen in Südeuropa, die einfache soziale Lösungen für wirtschaftliche Probleme anbieten".

Angesichts der komplexen Probleme suchten manche das Heil in der Rückkehr zu nationalen Lösungen und "in einfachen Systemen geschlossener Gesellschaften, in ethnischer Kohärenz und einer eindeutigen religiösen Gemeinsamkeit", so der Kardinal.

(KNA)

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