Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (M, SPD) besucht am 24.04.2017 die Dormitio-Abtei auf dem Zionsberg in Jerusalem.
Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (M, SPD) besucht am 24.04.2017 die Dormitio-Abtei auf dem Zionsberg in Jerusalem.
Die Dormitio-Abtei auf dem Jerusalemer Zionsberg
Die Dormitio-Abtei auf dem Jerusalemer Zionsberg

25.04.2017

Abtei Dormitio erinnert an Abendmahl, Pfingsten und Tod Mariens Eine deutsche Kirche bestimmt Silhouette Jerusalems

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat am Montag in Israel auch die deutsche Benediktiner-Abtei Dormitio auf dem Jerusalemer Zionsberg besucht. In ihrer Krypta sieht die Tradition den Sterbeort der Gottesmutter Maria.

Die Benediktiner-Abtei Dormitio zählt neben der evangelischen Erlöserkirche und der Himmelfahrtskirche auf dem Ölberg zu den deutschen Symbolen in Jerusalem. Mit ihrem markanten Turm prägt die vor über 110 Jahren errichtete Kirche die Silhouette der Stadt mit. Unmittelbar neben dem Abendmahlssaal gelegen, zählt die Dormitio zu den wichtigsten Heiligtümern im Heiligen Land. In ihrer Krypta sieht die Tradition den Sterbeort der Gottesmutter Maria.

Die Stätte, die an das Letzte Abendmahl, die Herabkunft des Heiligen Geistes an Pfingsten und den Heimgang Mariens erinnert, wird jährlich von mehreren Hunderttausend Menschen besucht: Von Christen aller Konfessionen, aber auch von Muslimen. Im Rahmen seiner Israelreise kam Bundesaußenminister Sigmar Gabriel am Montagabend zu einem Besuch.

Auf konfessionelle Ausgewogenheit bedacht

Die Abtei ist Sitz der deutschen Auslandsseelsorge und des Jerusalemer Instituts der Görres-Gesellschaft. Angegliedert ist seit 1973 das Angebot eines ökumenisches Theologischen Studienjahres für Studierende aus dem deutschsprachigen Raum.

Seine Entstehung verdankt das Kloster einem Besuch von Kaiser Wilhelm II. in Jerusalem. Am Reformationstag 1898 nahm er an der Einweihung der evangelischen Erlöserkirche neben der Grabeskirche in der Altstadt teil. Auf konfessionelle Ausgewogenheit bedacht, übergab er am Nachmittag des gleichen Tages ein Grundstück an die Katholiken, das er dem Deutschen Verein vom Heiligen Land überließ.

1926 wurde das Kloster zur Abtei erhoben

Zwei Jahre später wurde der Grundstein für die Kirche gelegt, deren Grundriss an die Pfalzkapelle Kaiser Karls des Großen in Aachen erinnerte. 1906 trafen die ersten drei Mönche aus der süddeutschen Benediktiner-Abtei Beuron ein und begannen mit dem Bau eines Klosters. 1910 wurde die Kirche geweiht und dem "Mariä Heimgang" (lateinisch: "Dormitio Mariae") gewidmet, 1926 wurde das Kloster zur Abtei erhoben.

Ende des Ersten Weltkriegs wurden die deutschen Benediktiner vertrieben, belgische Mönche hielten die Stellung. Während des Zweiten Weltkriegs wurden im britischen Mandatsgebiet lebende Deutsche interniert. Die Leitung der Abtei wurde einem Tschechen übertragen.

Kriegsschäden

Im arabischen-israelischen Krieg 1948 lag das Kloster an der Frontlinie. Die Mönche mussten das Kloster verlassen und konnten erst 1950 zurückkehren. Bei diesen Kämpfen sowie im Sechstagekrieg 1967 wurden die damals im Niemandsland zwischen Israel und Jordanien liegende Kirchengebäude und insbesondere der Turm schwer beschädigt. Errichtet wurden Kirche und Kloster auf dem Gelände am traditionellen Abendmahlssaal. Nach der Zerstörung Jerusalems durch Titus im Jahre 70 wurde hier zunächst eine judenchristliche Synagoge errichtet, die später als "Kirche der Apostel" bezeichnet wurde.

Zu Beginn des fünften Jahrhunderts entstand hier eine große Basilika "Hagia Maria Sion", die in der Kreuzfahrerzeit noch größer wiedererrichtet wurde. Sie war dem Letzten Abendmahl, der Herabkunft des Heiligen Geistes an Pfingsten und dem Tod der Gottesmutter gewidmet. Die Kirche wurde jedoch nach der Rückeroberung Jerusalems 1187 bald geschleift. Reste der Marienkirche finden sich nur noch im Bereich des Abendmahlsaales und unter dem Kloster und der Kirche.

Johannes Schidelko
(KNA)

Live: Domwallfahrt 2018

DOMRADIO.DE überträgt die Höhepunkte der Domwallfahrt live im Web-TV.

Sonderseite zur DBK-Vollversammlung

Die deutschen Bischöfen treffen sich ab Montag in Fulda: Themen sind u.a. die neue Missbrauchsstudie und der Weltjugendtag in Panama.

Live: Vollversammlung der Bischofskonferenz

Gottesdienste und Pressekonferenzen im Live-Stream!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Aktuell: Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs.

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

DOMRADIO in Berlin und Brandenburg

Ab sofort auf DAB+ auch in Berlin und Brandenburg: Das Kölner DOMRADIO!

Mit Willibert in die Heilige Stadt

Im November 2019 ist es soweit: Erkunden Sie das ehrwürdige Rom auf dieser Pilgereise mit dem Rom-Kenner Willibert Pauels, Karnevalsfreunden und DOMRADIO.DE Besuchern auch bekannt als "ne Bergische Jung"!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 25.09.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Studie zu Missbrauch in der katholischen Kirche wird vorgestellt
  • Eröffnung der Al Nour Moschee in Hamburg steht bevor
  • Reaktionen der Gemeinden auf den Missbrauchsskandal
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Missbrauchs-Skandal: Das sagt die Netz-Gemeinde
  • Apfelernte mit Kindern
  • Tag der Zahngesundheit
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Missbrauchs-Skandal: Das sagt die Netz-Gemeinde
  • Apfelernte mit Kindern
  • Tag der Zahngesundheit
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Missbrauchsstudie der Bischöfe - Zahlen, Fakten, Konsequenzen
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Missbrauchsstudie der Bischöfe - Zahlen, Fakten, Konsequenzen
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Dom zu Fulda: Hier finden die Gottesdienste der Vollversammlung statt
    26.09.2018 07:30
    Gottesdienst

    Herbst-Vollversammlung der Deu...

  • Lukasevangelium
    26.09.2018 07:50
    Evangelium

    Lk 9,1–6

  • Papst Paul VI. und Patriarchen Athenagoras I. hoben Exommunikationen auf
    26.09.2018 09:10
    Anno Domini

    Papst Paul VI.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen